Hus in Běchovice

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Nach der Niederlage bei der Schlacht am Weißen Berg (hier und hier) verlor Böhmen seine Freiheit und wurde zwangskatholisiert. Dem fiel nicht nur der Protestantismus zum Opfer, sondern auch das Hussitentum. Jan Hus war ja in vieler Hinsicht der geistige IMG_5066Vorläufer des Lutheranismus. Sein Märtyrertod auf dem Scheiterhaufen durch einen schnöden (vom deutschen Kaiser gedeckten) Justizmord auf dem Konzil von Konstanz 1414 löste einen blutigen Religionskrieg aus, der Jahrzehnte andauern sollte.

Für die Tschechen ist Hus nicht nur der religiöse Reformator, sondern auch eine Art Nationalheld, weil der Katholizismus immer auch mit brutaler Fremdherrschaft verbunden wurde. Nach der Erringung der Unabhängigkeit der Tschechoslowakei und der Gründung der Ersten Republik konnte man Hus wieder öffentlich feiern. So auch in dem östlich gelegenen Ortsteil Běchovice. Zum 10. Gründungsjubiläum der Republik wurde hier am 9. Juli 1928 (mit Unterstützung des Ortsverbandes von Masaryks Partei) dieses Denkmal eingeweiht, das mit viel Pathos daran erinnert, dass der Kampf der Hussiten gegen die katholischen Kreuzritter auch ein tschechischer Freiheitskampf war. Auf der Spitze des Denkmals aus heimischen Sandstein steht Jan Hus als Religionslehrer, darunter sieht man seine Anhänger unter dem Banner des Kelches (Symbol der für die Hussiten zentralen, aber für die Katholiken häretischen Doktrin der Kommunion beiderlei Gestalt) in den Kampf ziehen. (DD)

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