Brückenmuseum

Die Karlsbrücke ist die älteste erhaltene Brücke Prags. Bis tief ins 19. Jahrhundert war sie sogar die einzige steinerne Brücke, die über die Moldau führte. Dass der möglicherweise größte Touristenmagnet der Stadt eine überaus interessante Geschichte hinter sich hat, versteht sich von selbst. Die kann man sich zu Gemüte führen, wenn man das gleich neben dem Brückentor des Altstädter Ufers das Brückenmuseum besucht.

Schon das ursprünglich mittelalterliche, später aber barockisierte Gebäude, in dem das Museum beherbergt ist, weist einen historischen Bezug auf die Brücke auf. Es handelt sich nämlich um den Palast der Kreuzherren mit dem Roten Stern, eines Laienordens, der im 13. Jahrhundert von der heiligen Agnes von Böhmen gegründet worden war. Dem Orden und seiner Geschichte ist übrigens ein Raum im Museum gewidmet (kleines Bild links).

Wie dem auch sei, dem Orden oblag auch die Betreuung der Brücke die hier hinüberführte. Steigt man in den zugänglichen Kellerraum herab, kann man die Reste jener Brücke erkennen, die ursprünglich nur wenige Meter flussaufwärts der heutigen Brücke lag. die zwischen 1158 und 1172 erbaute Judithbrücke. Die war eigentlich die erste Steinbrücke gewesen und hatte eine im 10. Jahrhundert erbaute Holzbrücke abgelöst. Sie wurde allerdings 1342 durch eine Hochwasserkatastrophe zerstört. Auf dem großen Bild oben sieht man einen der 20 Bögen, auf denen sie dereinst ruhte.

Im sehr interaktiv und didaktisch modern konzipierten Museum kann man nun an Modellen und Videos lernen, wie die Brücke dann stattdessen als Karlsbrücke nur wenige Meter daneben (und weiterhin vom Orden betreut) ab 1357 auf Geheiß von Karl IV. errichtet wurde. Man kann aktiv nachvollziehen, wie die Steinmetze die Steine zurechtmeißelten oder die Kräne funktionierten. Weiter geht es mit den Skulpturen, die Brückentürme und Brücke selbst schmücken. Riesig ist das Museum nicht, aber die viele interessante Information erfordert doch ein wenig Zeit, die man sich aich auch nehmen sollte.

Eine Sammlung von Stichen mit Ansichten aus verschiedenen Jahrhunderten runden das Bild ab und zeigen auch, wie sich die Brücke über die Zeit veränderte. Man muss jetzt nur noch den Blick aus dem Fenster genießen, der eine herrliche Aussicht auch die Brücke bietet. Wenn man sich sonst noch eine Belohnung gönnen will, kann man ja in das kleine Museumscafé gehen, wo in einem besonders schnuckelig und schön gestalteten Barockraum leckerer Kuchen und Kaffee serviert wird. (DD)

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