Ne Besuch im Zoo …

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Ne Besuch im Zoo, dat esu so schön, wissen wir nicht zuletzt durch das kölsche Liedgut. Aber auch ein Besuch im Prager Zoo überzeugt einen davon. Der wurde 2015 zum schönsten und besten Zoo Europas gekürt.

Es ist ein relativ neuer Zoo. Erst 1931 wurde er gegründet. Entsprechend modern war er von vornherein ausgestattet. Nach dem Ende des Kommunismus setzte in den 90er Jahren und zu Beginn des Jahrtausends eine neuerliche Modernisierungswelle ein. Dazu gehörten unter anderem das Pavillon „Indonesischer Dschungel“ (2004) oder der Kinderzoo (2005) oder das Raubkatzenhaus (2012) und vieles, vieles andere.

Dabei knüpft der Zoo gleichzeit an ältere Traditionen an. In den Zoos des 19. Jahrhunderts wurden die Tiergehege oft im „kolonialen“ oder „exotischen“ Stil gebaut, wozu die manchmal offen rassistische Völkerschauen (sogenannte „Eingeborene“ aus Kolonien führten in Freigehegen ihren Lebenstil vor) passten. Als Gegenreaktion baute man in den Zoos in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts „wertfreie“, aber lieblose Betonanlagen.

IMG_4173Dass der Prager Zoo nun seit einigen Jahren wieder Gebäude eingeführt hat, die an die menschliche Kultur der Herkunftsländer vieler Tiere erinnert, ist allerdings kein Rückfall in schlimme Zeiten – und es sieht vor allem schöner aus als die Betonwüsten der vorigen Jahrzehnte.

Vielmehr dienen dienen Gebäude dazu, die Tierwelt in die kulturelle Perspektive einzubeziehen. Man lernt etwa in den indischen Tempelgebäuden (kleines Bild links) lernt viel über die Rolle des Elefanten in der Arbeitswelt, aber auch in Mythologie und Religion Indien. Das ist alles sehr ansprechend und lehrreich gemacht. IMG_4160

Diese kulturelle Sensibilität überträgt sich auch auf die Behandlung der Tiere. Nur noch wenige enge Käfige finden sich. Dafür haben einige der Freigehege so große Ausmaße, dass man die Tiere in der Ferne kaum noch erkennen kann (rechts das Straußengehege, in dem es im März allerdings tatsächlich keine Tiere zu sehen gibt).

Dabei wird die reale Natur des Geländes geschickt einbezogen. Davon profitieren vor allem auch die Bergbewohner unter den Tieren, wie Bergziegen und Gemsen. Die riesigen Felsen IMG_4190über der Moldau sind ein geeigneterer Lebensraum als die kleinen Kunstfelsen, die man sonst in Zoos sieht (siehe großes Bild oben).

Zudem ist der Zoo nicht nur Zoo, sondern auch echtes Naturschutzgebiet für frei lebende Tiere. Auf dem Gebiet des Zoos am Moldauufer gibt es freilebende  (nicht giftige!) Populationen seltener Schlangen.

Zudem gibt es eine tolle Auswahl von Restaurants, eine Seilbahn, Touristenzüge und vieles mehr, das den Besuch noch unterhaltsamer macht. IMG_4203Mir hat besonders der würdevolle Schuhschnabel gefallen (links).

Unsere Lady Edith (Hunde sind glücklicherweise erlaubt!) hingegen hatte es der freche kleine Humboldt-Pinguin angetan, der mit ihr heftig durch die Glasscheibe des Beckens kommunizierte. Beide schienen sich heftig zu amüsieren. Und das Publikum quittierte das minutenlange aufgeregte Spiel mit Lachen. (DD)

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