Kuriose Jugendstilhunde

Man wünscht sich, der Besitzer würde doch einmal einige Eimer Farbe aufwenden, um seinem Haus wieder zu dem Glanz zu verhelfen, das es verdient. Das gilt besonders für die kleinen Stuckreliefs, auf denen kleine biedermeierlich gekleidete Mädchen mit ihrem Hund spielen. Der kleine Canide hat sich ein wenig spielerisch in die Krinoline des Kleides eines der Mädchen verbissen, was aber lässig genommen wird. Schon damals liebten die Tschechen ihre Hunde und ließen sie gewähren.

Das imposante vierstöckige Wohn- und Mietshaus in der Polská 1618/9 in Prag-Vinohrady wurde im Jahre 1911 von den Architekten Josef Pospíšil und Jan (Josef) Rokos. Besonders Pospíšil hatte sich zu diesem Zeitpunkt einen internationalen Ruf als Gestalter prachtvoller Fassaden gemacht (Beispiele präsentierten wir u.a. schon hier und hier), zunächst meist im Stil des Neobarock, aber hier bereits im Jugendstil. Und wenn man in Vinohrady nach einem besonders gelungenen Beispiel für einen sehr opulenten floralen Jugendstil sucht, dann ist dieses Haus, dessen Auftraggeber und Besitzer ein gewisser Karel Svoboda war, so etwas wie die erste Wahl.

Insbesondere die beiden Erker im zweiten und dritten Stock (mit je einem Balkon darüber) und die Giebelaufbauten auf dem Dach sorgen für eine sehr abwechslungsreiche und geradezu spielerisch wirkende Ästhetik. Diese wird noch einmal duch die bunten/vergoldeten Verzierungen aus Schmiedegitter unter dem Dachfirst unterstrichen. In dieser Form findet man das bei normalen Wohnhäusern eher selten in Prag.

Vor allem fällt das Haus aber durch die Prise Humor auf, die man sich bei den Stuckaturen gegönnt hat.Dazu gehört auch die witzige Spielszene mit Hund im ersten Stock, die man oben im großen Bild bewundern kann. Es gibt auch noch eine zweite Szene dieser Art – mit einem kleinen Hund, der vor einem sitzenden Kleinkind mit biedermeierlicher Schute und einem etwas größeren Mädchen, das eine Puppe im Arm trägt, steht..Auffallend ist, dass bei beiden Bildern eines der beiden Mädchen scheinbar unbeteiligt ins Publikum – also Richtung Passanten – guckt. Was war die Idee dahinter? Man weiß es nicht. Es wirkt jedenfalls sehr huintergründig.

Das gilt auch für die beiden Reliefs, bei denen jeweils kleine Putten oder Zwerge (ganz klar ist das nicht) mit Blasinstrumenten nebeneinander vor einem reich geschmückten kleinen Portal stehen, um ein kleines Konzert zu geben. Was mag sie hinter der Tür dazu veranlassen. Sicher ist nur, dass das Haus in der Polská nicht nur zu den schönsten Jugendstilhäusern der Umgebung, sondern auch zu den kuriosesten gehört. Schon deshalb täte ein wenig Fassadenauffrischung gut. (DD)

Bedeutende Krippe mit Hund

Man ist immer wieder erstaunt, welch Reichtum an schönen Krippen sich zur Weihnachtszeit in Prags Kirchen auftut! Unter ihnen dürfte die in der Kirche der Maria der Engelsgleichen (Kostel Panny Marie Andělské) in der Burgstadt (Hradčany), Černínská 98/3, befindliche Krippe bei den Kapuzinern (Betlém u kapucínů) die beeindruckendste und wohl auch die kunsthistorisch bedeutsamste sein.

Man findet sie ab dem 25. Dezember bis Mitte Januar in einem Nebenraum der 1600 bis 1602 erbauten Klosterkirche des Ordens der Kapuziner (wir berichteten bereits hier). Der kleine Raum ist von allen Seiten mit teils lebensgroßen Figuren gefüllt. 48 sind es, davon 32 Menschen und 16 Tierdarstellungen. Die menschlichen Figuren sind bis zu 175cm groß. Sie stehen nicht nur unmittelbar bei der Krippe mit dem Jesuskind, sondern sind überall im Raum in Gruppen aufgestellt. Es wimmelt im ganzen Raum nur so von Hirten, Schafen und Königen.

Der Schöpfer dieses Werkes ist uns heute nicht mehr bekannt, aber es dürfte ein handwerklich begabter Mönch des Klosters im zweiten Viertel des 18. Jahrhunderts gewesen sein. Sein Name könnte Kašpar gelautet haben, wenn man einigen Dokumenten im Kloster glauben darf. Mehr weiß man nicht. Er kannte sich aber auf jeden Fall wohl gut mit der Kunst der neapolitanischen Krippen aus. In Neapel entstanden wohl die ersten Krippen im 13. Jahrhundert, was die Stadt zum Urzentrum der Krippenkunst macht. Und im barocken 17. Jahrhundert und frühen 18. Jahrundert erreichte der Krippenbau hier seinen künstlerischen Höhepunkt und begann, den Rest Europas – darunter eben auch Prag – zu beeinflussen.

Einzelne Figuren wurden schon einmal restauriert, aber dadurch wissen wir trotzdem nicht so recht, wie sie hergestellt wurden, da wohl verschiedene Techniken bei den Figuren verwendet wurden. Bei den größeren und wichtigen Figuren sind Hände und Köpfe aus polychromen Holz geschnitzt. Die Körper sind bestehen wohl in der Regel aus Holzgestellchen, die mit Papiermaché umhüllt sind. Darüber zog man Stoffkleidung (bei Menschen) oder künstliches Fell (bei Tieren). Bei etlichen „minder bedeutenden“ menschlichen Figuren scheinen aber auch Köpfe und Hände aus Papiermaché zu bestehen und nicht aus Holz. Das könnte bei den hinteren der im Bild rechts abgebildteten Hirten der Fall sein. Um die genauen Techniken zu erfahren, müsste man sämtliche Figuren komplett restaurieren, wozu aber noch kein Grund bestand.

Die Krippe ist die älteste Kirchenkrippe in Prag. Die erste Krippe, deren Existenz überliefert ist, gab es bereits 1562, aber die ist verschollen. Für den Erhalt der alten Krippen war es geradezu verheerend, dass in den 1780er Jahren Kaiser Joseph II. Krippen für unaufgeklärten Aberglauben hielt und aus den Kirchen (als öffentlicher Raum) verbannte. Die Böhmen liebten aber ihre Krippen, was dazu führte, dass im 19. Jahrhundert eine grandiose Tradition der privaten Hauskrippen entstand. Allerdings waren Kirchenkrippen auch schon bald nach Ableben Josephs II. wieder legal. Und die Klosterkrippe in der Kirche der Maria der Engelsgleichen hatte die Zeit im Keller eingemottet überlebt. Seit 1969 wird die Krippe nach Weihnachten größtenteils nicht mehr abgebaut, weil das doch sehr aufwendig wäre. Sie bleibt in dem rechts neben dem Haupteingang befindlichen kleinen Raum, der nach der Saison einfach zugeschlossen wird. Das schont auch die historisch so wertvollen und fragilen Figuren. Zur Eröffnung wird dann über dem Türchen des Raums ein großer Stern von Betlehem – jener, der die Ankunft Jesu Christi ankündigte (Bibel Matthäus 2.1; 9).

Die Krippe wurde immer wieder einmal ergänzt und überarbeitet. 1830 entstand zum Beispiel das Hintergrundbild. Das wachsene Jesuskind in der Krippe stammt aus dem Jahr 1951, weil das Original – wahrscheinlich auch aus Wachs, weil das im Barock so üblich war – verschollen gegangen war. Der Aufbnau der Szenierie, so wie wir sie heute zur Weihnachtszeit sehen können wurde 1965 bis 1967 von dem akademischen Bildhauer und Restaurator Karel Stádník entworfen. Er sorgte dafür, dass der Raum entsprechend umgebaut wurde. Er achtete darauf, dass das Ganze sehr authentisch barock wurde, baute aber einige neue Elemente – etwa einen sprudelnden Wasserquell und Lichteffekte – ein. Mobil ist in der nun so festgelegten Szenerie nur noch das Jesuskind, dass erst bei der Mitternachtsmesse zu Weihnachten vom Hauptaltar zur Krippe getragen wird. Bleibt nur noch zu erwähnen, dass meine Lieblingsfigur der zweifarbige Hund ist, der die Schafe sorgfältig und treu bewacht, während die Hirten das Jesuskind anbeten. (DD)

Molosserpracht!

Die Tschechen lieben ihre Hunde. Das weiß man ja. Deshalb wundert man sich auch nicht, wenn man Hunde auf den Fassaden prachtvoller Häuser verewigt sieht. So wie hier beim Eingangsportal des fünfstöckigen Mietshauses am Rašínovo nábřeží (Rašín-Ufer) 409/34.

Welche Geschichte sich dahinter verbirgt, oder warum der Auftraggeber des Hauses diese beiden kraftstrotzenden Tiere hier anbringen ließ, weiß man heute nicht mehr. Aber die machen etwas her!

Was man jedoch weiß: Das Mietshaus wurde 1913 im späten, sogenannten geometrischen Jugendstil erbaut, und zwar von dem Architekten Jan Kožušníček. Die einfach gestaltete Fassade ist durch zwei gewölbte Erker symmetrisch strukturiert. Aber natürlich ist das Portal der Grund, weshalb dieses Haus so besonderrs auffälltt.

Und das wiederum liegt an den beiden Hunden, die zu Füßen der ansonsten recht konventionell in die Ästhetik des Spätjugendstils passenden Atlanten an beiden Seiten des Eingangs liegen. Die skulpturale Ausstattung hat man sich etwas kosten lassen, denn die beiden Bildhauer, die das Caniden-Meisterwerk schufen, waren damals sehr gefragt: Methoděj Kocourek und Jindřich Václav Čapek. Der Hundefreund wird sich allerdings mehr dafür interessieren, was das für Hunde sind. Es handelt sich offensichtlich um Molosser – große doggenartige Hunde. Die strahlen eine große Würde aus. Sollten die Skulpturen damals angezeigt haben sollen, welche Hunde drinnen Wache halten, dürfte das Ganze auch Einbrecher abgeschreckt haben.

Das Haus wurde im übrigens im Zuge der Neugestaltung des Uferbereichs der Stadt errichtet, die das alte Elendsviertel der Fischer und Flößer in ein wohl-gentrifiziertes Luxusviertel verwandelte (wir berichteten darüber bereits hier). Von dem alten Viertel kann man heutzutage fast gar nichts mehr erkennen. Das Gebäude, das wir jetzt hier sehen, ersetzte dabei ein früheres Barockhaus, das den Namen U Zlaté lodi (Beim Goldenen Schiff) trug. Ob das damals auch mit so schönen Hundendarstellungen ausgeschmückt war, entzieht sich allerdings meiner Kenntnis. (DD)

Knuffiger Hund

Hat die Erbauer des Hauses seinem eigenen Hund hier ein Denkmal gesetzt? Oder sollten hier nur allgemein die Tugenden der Spezies der Canidae gepriesen werden? Klar ist nur, dass dieses Relief eines gemütlich fläzenden Hundes über dem Eingang des fünfstöckigen Miets- und Wohnhauses in der Gorazdova 1995/11 im Süden der Neustadt den hundenärrischen Tschechen immer noch aus dem Herzen sprechen dürfte.

Wie die ganze Fassade, so ist auch die Hundeskulptur in feinstem Jugendstil gehalten, was man besonders schön an den Ornamenten erkennen kann, die die putzige Fellnase umrahmen. Das Haus entstand in den Jahren 1907/08 nach den Plänen des Architekten Jan Petrák, der auch das direkt daneben liegende Haus (Nr. 1996/13) gestaltet hatte (wir berichteten hier). Petrák ist einer der weniger bekannten, aber nichtsdestoweniger bedeutenden Architekten des frühen, sogenannten floralen Jugendstils in Prag.

Das reich verzierte Haus hat eine durch zwei sich vom ersten zum fünften Stock ragenden Erker strukturierte Fassade, die oben und unten durch Balkone verbunden sind, die mit schnörkeligen Metallgittern geschmückt sind. Petrák war übrigens nicht nur der Architekt, sondern auch der stolze Besitzer des Hauses. War es möglicherweise sein Hund, den wir da sehen? Das lässt sich allerdings wohl nur schwer überprüfen. Aber denkbar ist es natürlich schon.

Über dem Hund sieht man links und rechts ein Fenster umrahmend eine Frauen- und eine Männergestalt. Sie sehen aus, als ob sie zum dem Hund (Herrchen? Frauchen?) gehören. Beide tragen historisierende Kostüme, die ein wenig an Trachten aus der Zeit der Hussiten erinnern mögen. Das war ein thematisches Sujet, das in der Zeit des Baus des Hauses unter Tschechen sehr beliebt war und als Zeichen von Patriotismus galt. Manchmal spielten in dieser Zeit solche Darstellungen auf neueren Fassaden auf die Geschichte früherer Häuser an, die an diesem Ort fanden (ein Beispiel präsentierten wir bereits hier), aber dafür habe ich keinen Beleg gefunden.

Wo wir gerade bei den skulpturalen Elementen der Fassadengestaltung sind: Oben auf der linekn und rechten Seite des Giebels sieht man zwei allegorische Frauengestalten. Die linke erscheint in der Gestalt der Klugheit mit den Attributen des Spiegels (Selbsterkenntnis) und einer Schlange (Anpassung an konkrete Umstände), die rechte Gestalt hält einen Mond in der Hand, was oft als Symbol für Nacht oder Unerklärliches diente. Der Jugendstil hatte eben auch immer eine mystische und symbolistische Dimension.

Im Laufe seiner Geschichte hatte das Haus auch einige prominente Bewohner. Im 5. Stock wohnte dereinst Václav Jan Staněk, eine Naturforscher und 1938/39 zeitweiser Direktor des Prager Zoos (wir berichteten hier). Berühmt wurde er später aber vor allem durch seine populärwissenschaftlichen Tierbücher, von denen das 1943 erschienene Buch O lvíčku Simbovi (dt. 1959: Simba das Löwenjunge) ein Weltbeststeller wurde. Er schrieb aber nicht nur über exotische Tiere, sondern auch über heimische Arten und viele Photos von urböhmischen Vögeln hatte er vom Balkon des Haus aus geknipst.

Und im Dachgeschoss hatte in den 1960er Jahren der damals sehr beliebte Maler Václav Kiml sein Atelier, ein preisgekrönter Künstler, der besonders durch seine abstrahierenden Stadt- und Landschaftsbilder bekannt wurde.

Kurz: Ein Haus mit Geschichte. Trotzdem wird es auf die meisten Passanten wegen des knuffigen Hundes einen bleibenden Eindruck hinterlassen. (DD)

Auf den Spuren der Brüder Čapek III: Wo Dášeňka Gassi ging

Das Areal, auf dem sich heute der Garten der Brüder Čapek (Sady bratří Čapků) befindet, lag lange etwas außerhalb Prags. Ende des 19. Jahrhunderts erschloss man das, was heute der Stadtteil Vinohrady ist, aber bis 1922 noch eine eigenständige Stadt gleichen Namens war. 1893 parzellierte man diesen Abschnitt und zwar so, das man hier 1903 eine große Fläche, die seit dem 18. Jahrhundert als Obstgarten diente, als Park kultivieren konnte.

Das Gelände, das in Prag 2 zwischen den Straßen Korunní, Kladská und Slovenská an einem Hang gelegen ist, wurde 1928 zunächst nach dem mährischen Dichter Petr Bezruč benannt. Aber Hand aufs Herz: Die großen Literaten Vinohradys sind doch eindeutig die Brüder Čapek! Karel, der große Romanschriftsteller, und Josef Čapek, der kubistische Maler und Theaterautor sind in diesem Blog schon mehrfach vorgestellt worden – etwa hier und hier. Sie gehören beidezu den bedeutendsten Kulturschaffenden der Ersten Republik zwischen den Weltkriegen.

1956 wurde der Park von der Stadtregierung Vinohradys nach den beiden Brüdern benannt; nur ein kleiner Teil, der zu Prag 10 gehört, heißt weiterhin Bezručovy sady. 2006 und 2007 wurde der Park grundsätzlich umgestaltet. Neue Wege, Brunnen und Rosenbeete wurden angelegt und neue Bäume angepflanzt. Dass hier ursprünglich Obstgärten waren, erkennt man seither nicht mehr.

Wenn man in Vinohrady ist, sollte man sich einen kleinen Spaziergang im Park, der nicht nur hübsch und erholsam ist, sondern von viel interessanter Architektur umgeben ist. Dazu gehört im Süden die alte, 1903 im Neorenaissancestil erbaute Grundschule (heute auch die Pädagogische Fakultät beinhaltend, kleines Bild oben links), im Norden der berühmte Wasserturm  von Vinohrady aus dem Jahre 1882 (früherer Beitrag hier), das hübsche Neobarockgebäude der lettischen Botschaft (zu sehen auf dem großen Bild oben) und vor allem das  Hus Haus, jene avantgardistisch moderne Kirche, über die wir bereits hier berichteten. Im Park lädt eine Gaststätte mit großem Biergarten, die Kafárna Na Kus řeči, zum Einkehren ein.

Und einen Bezug zu den Brüdern Čapek kann man auch herstellen. Die beiden waren Hundenarren – wie alle Tschechen (siehe Beitrag hier). Besonders Karel Čapek ist ja bis heute vor allem berühmt für sein Buch über Dášeňka aus dem Jahre 1933, in dem er die Welpenjahre seines jungen Foxterriers beschrieb. Mit seiner Dášeňka dürfte er etliche Male in diesem Park Gassi gegangen sein, wohnte er doch hier in der Nähe.

Im April 2016 haben die Prager das gefeiert und auf dem Parkgelände mit Unterstützung des Tschechischen Verbandes der Foxterrier-Züchter einen Dášeňka-Tag gefeiert, an dem sich Besitzer von Foxterriern des Dášeňka-Typs mit ihren Vierbeinern in Massen hier trafen. War wohl eine lustige Sache… (DD)

Siehe auch: Auf den Spuren der Brüder Čapek I: Das Denkmal in Vinohrady und Auf den Spuren der Brüder Čapek II: Die Villa

Luxusboutique für Caniden mit Niveau

Prag ist – wir werden nicht müde, es zu wiederholen – eine Stadt für Hundefreunde. Die Hundepopulation ist groß. Und der Markt sorgt dafür, dass es den treuen Vierbeinern an nichts mangelt. Teilweise ist sogar ein Luxusleben angesagt. Durch Zufall kamen wir mit Lady Edith am Letenské náměstí 156/1 in einem eher hip-alternativen Teil von Bubeneč (Prag 7) an diesem Laden vorbei: dem Dogtown.

Wir konnten dem nicht widerstehen und gingen einfach mal rein, zumal Lady Edith auch schon Witterung bekommen hatte und andere Hunde beim Betreten sah und uns in Richtung Eingang zerrte. Das Dogtown entpuppt sich schon visuell als das, was es ist, nämlich eine Luxusboutique. Alles ist extrem geschmackvoll eingerichtet. Hier scheint es in der Umgebung eine Klientel zu geben, die sich das hier leisten bzw. das ihren Hunden gönnen kann.

Kerngeschäft sollte wohl ursprünglich eine Hundebäckerei (d.h. eine Bäckerei für Hunde!) sein. Und die gläserne Auslage am Eingang offenbart auch ein Sortiment an kleinen Backwaren, bei dem man vergessen könnte, dass man kein Hund und die Leckereien kein Menschenfutter sind. Neben interessanten Geflügel-, Rind- und Fischspezialitäten gibt es sogar Angebote für vegetarische Hunde, wobei die Idee sich doch irgendwie aufdrängt, dass das mit dem Vegetariertum eher von Herrchen oder Frauchen als vom Hund selbst erdacht wurde.

Aber Dogtown ist mehr. Man betreibt eine eigene Marke mit Dosenfutter für Caniden aller Arten – garantiert frei von allen potentiell (vermutlich auch wieder von Herrchen und Frauchen, weniger vom Hund) als schädlich empfundenen Zusatzstoffen. Die Dosen sind passend zur Inneneinrichtung designed worden. Alles sieht schick aus! Der Laden ist ein Gesamtkunstwerk.

Aber Dogtown ist mehr. Man bekommt jedes Zubehör – von der Leine bis über Körbchen und Spielsachen zum Hundemäntelchen. Etwas gehobene Accessoires für den distinguierteren Hund fehlen nicht, wie etwa Hundekrawatten oder -fliegen. Die Hunde, die den Laden sind hinterher verlassen, sind möglicherweise besser angezogen als die meisten Humanoiden auf der Straße draußen. Kurz: Für einen Caniden mit Niveau, wie Lady Edith, genau angemessen. Ein Hundesalon für die Körperpflege und Verschönerung des Äußeren wurde angeschlossen.

Hier einkaufen ist Spaß für Mensch und Hund (Lady Edith kriegte das erste Häppchen schon drinnen). Der Laden sieht uns nicht das letzte Mal. Nicht ganz billig ist das Ganze natürlich. Aber ein wenig Dekadenz muss auch was kosten. Sonst wäre es ja keine richtige Dekadenz und nur halb so viel Spaß. (DD)

Schiss-kov

Wenn die Sprache etwas gröber sein soll, verwenden die Tschechen gerne oft auch einmal Germanismen. Wir hatte schon hier über die praktische Einrichtung in Prag berichtet, dass es überall in der Stadt kleine Spender mit Pappschäufelchen für die Entfernung von Hundehinterlassenschaften gibt, die in kleinen Papiertüten stecken, in denen man dann die diskrete Entsorgung im Abfalleimer vornehmen kann.

DIeses Beispiel stammt aus dem Stadtteil Žižkov (Prag 3), dessen Stadtregierung es sich nicht nehmen ließ, für mehr Sauberkeit auf den Gehwegen zu werben: „Žižkov není Šiškov“, heißt es da. Grob übersetzt: Žižkov ist kein Schiss-kov. „Schiss“ oder „Scheiße“ heißt normalerweise im Tschechischen „hovno“. Aber leicht germanisiert als “ Šiš“ wirkt es ein wenig derber und reimt sich auch noch auf das „Žiž“ von „Žižkov“. Die Kampagne war so witzig, das größere lokale Medien darüber berichteten (z.B. hier und hier). Angesichts der großen Hundedichte der Stadt wurde so ein Problem wirksam aufgegriffen.

Am Ende ist man aber dann doch wieder tschechisch-höflicher und schreibt: „Děkujeme, že uklízíte.“ Zu Deutsch: „Danke, dass Sie sauber machen“ (DD)

Rauchender Hund und Mozarts Handschrift

Es ist das einzige große nicht-staatliche Museum innerhalb der Burg. Tripadvisor bewertete es 2015 und 2016 als bestes Museum in Prag. Die Rede ist vom Lobkowicz Palais und seinem Museum. Der riesige Palast befindet sich an der östlichen Seite des Burgkomplexes und ist sein Eintrittsgeld mehr als wert!

Das Fürstengeschlecht der Lobkowicz gehörte über 700 Jahre zum höchsten tschechischen Hochadel, hatte sich stets mit den Habsburgern und der katholischen Kirche verbunden (mithin über Jahrhunderte auf der Siegerseite) und brachte immer wieder Familienmitglieder mit ausgeprägtem Kunstsinn hervor. Was mehr braucht man, um der Welt eine Kunstsammlung zu hinterlassen, die ihresgleichen sucht?

Aber die Familie hat auch Rückschläge hinnehmen müssen. Die Nazis konfiszierten die Schlösser der Familie (u.a. jenes, über das wir hier berichteten) und damit auch den schönen Palais in der Burg. Die Familie war republiktreu und diente da schon im Exil der Sache des Widerstands. Nach der Niederlage der Nazis gab die demokratische Regierung den Lobkowiczs 1946 ihre Besitztümer wieder. Doch 1948 ergriffen die Kommunisten die Macht und die Familie wurde wieder enteignet und floh ins amerikanische Exil. Erst nachdem die Kommunisten wieder vertrieben waren, wurde ihnen der Besitz 1990 wieder rückerstattet. Wie die meisten ihrer Sammlungen machten sie auch die im Palais nun der Öffentlichkeit zugänglich.

Die bekommt wirklich etwas zu sehen! Seit Jahrhunderten ließen sich die Mitglieder des Geschlechts nur von den größten, berühmtesten und besten europäischen Malern portraitieren – etwa Velasquez und van Dyck. Schon die Familienportraits alleine könnten andernorts eine repräsenativ ausgestattete Nationalgalerie würdig ausfüllen. Was sie nicht selbst für die Familie in Auftrag gaben, erwarben sie als gekonnte Kunstsammler. Einige Familienmitglieder malten sogar selber – und das mit durchaus beträchtlichem Talent!

Ein besonderer Raum ist den wichtigsten Familienmitgliedern gewidmet, mit denen sich die Lobkowicz schon früher als andere Adelsfamilien portraitieren ließen, nämlich ihren Hunden. Wie alle guten Tschechen – siehe hier – waren die Lobkowiczs immer Hundenarren. Jeder Hundefreund wird sofort das oben als großes Bild gezeigte, Ende des 17. Jahrhundert entstandene Portrait der familieneigenen Möpse Asinus (links) and Kokrle (rechts) lieben, die mit zu den ersten namentlich bekannten Hunden auf Bilddarstellungen gehören.

Nicht weniger putzig sind die Photos aus dem späten 19. Jahrhundert, die den Familienhund Nero zeigen. Dem hatte man zur Unterhaltung von Gästen beigebracht, Pfeife zu rauchen. In der heutigen Zeit strikter Rauchverbote ist das natürlich politisch inkorrekt. Die Familie stellt daher im Audiokommentar zu den Photographien im Album klar, dass sie das heute mit ihren Hunden nicht mehr mache, sondern diese gesund und wohlschmeckend ernähre. Es ist vermutlich nicht das schlechteste Leben, das man als Hund der Lobkowiczs führt.

Daneben gibt es eine Austellung mit Porzellan, eine mit Waffen und Rüstungen (großes Bild oben) und eine über die Jagdleidenschaft. Auch hier hat sich (vor allem im 17. und 18. Jahrhundert) viel Wertvolles und Schönes zusammengetragen, da es unter den Mitgliedern der Familie immer wieder große Feldherren (etwa den k.k. Feldmarschall Joseph Maria Karl von Lobkowitz, 1725-1802, der sich im Österreichischen Erbfolgekrieg besonders heldenhaft hervorgetan hatte) und noch mehr begeisterte Jäger gab.

Mit besonderem Stolz erfüllt die Familie allerdings ihre Musiksammlung. Sie beinhaltet nicht nur wertvolle alte Instrumente. Die Familie förderte einige der großen Musikgenies des Abendlandes, allen voran Mozart und Beethoven. Von beiden kann man daher in der Sammlung im Familienbesitz befindliche Originalhandschriften von Musikstücken bewundern. Das Bild rechts zeigt Mozarts eigenhändige Bearbeitung und Neuorchestrierung von Händels Messias aus dem Jahre 1789. So etwas kann man nur mit Ehrfurcht anschauen!

Darüber hinaus sollte man nicht den Palast selbst vergessen. Teile der Inneneinrichtung sind noch vorhanden, aber vor allem auch die barocken Stuckaturen und Deckengemälde. Bei letzteren handelt es sich um Fresken mit Szenen antiker Sagen, die in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts von dem Maler Fabián Václav Harovník gemalt wurden.

Seien noch zwei Dinge erwähnt, die den Besuch endgültig zum „Muss“ machen: Erstens: Die Aussicht. Es ist möglich, den Balkon zur Moldauseite hoch über der Stadt zu betreten, um eine der atemberaubendsten Panoramaaussichten auf Prag genießen zu könne. Nicht nur, aber vor allem bei Nacht ist das ein unvergessliches Erlebnis. Zweitens: Das ist ein privates Museum und daher außerordentlich professionell gemacht. Es gibt lange Öffnungszeiten, eine Audioführung, die nichts zu wünschen übrig lässt, einen hochwertigen Museumsshop und alles ist in blitzblanken Zustand. Und die Ausstellung ist sowieso einmalig. Also, wer noch nicht da war: Nix wie hin! (DD)

Wein bei Henry

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Nachtrag Oktober 2021: Die rabiate Politik der Regierung zur Bekämpfung von Covid hat auch hier ihr Opfer gefordert. Das Wine & Degu hat im Frühjahr seine Pforten geschlossen. Sommelier und Besitzer Jakub Přibyl sagt, er plane etwas Neues, wenn sich der Sturm gelegt habe. Aber wann ist das? Schade. Sehr schade. Henry, so wurde uns gesagt, vermisse das Lokal und die Arbeit mit den Kunden sehr. Immerhin hat in den Räumlichkeiten eine neue Weinbar (mit guten Snacks) namens Yummy aufgemacht, das von Jakub Přibyl in Sachen Wein fachlich beraten wird. Wir werden zu gegebener Zeit berichten…

Prag ist eine Weinstadt mit deutlich über einem Dutzend Weinbergen und einer unermesslichen und auch noch wachsenden Zahl von Weinlokalen und Enoteken. IMG_4394Und man darf dabei meist mit gutem Grund hohe Qualitätsmaßstäbe anlegen, die auch erfüllt werden. Nehmen wir doch gleich dasjenige Weinlokal, das gleich bei uns um die Ecke liegt – das 2017 von dem renommierten Sommelier Jakub Přibyl gegründete Wine & Degu in der Uruguayská 272/3.

Hier findet man auf der Weinkarte rund 35 ausgesuchte Weine aus aller Welt, vor allem aber auch einige Spitzenprodukte aus Tschechien, insbesondere IMG_4381aus Mähren. So wie jenen trockenen und samtigen Pinot Noir Tomáš -Čtvrtě 2016 von einem Weingut aus der südmährischen Ortschaft Bořetice, den man oben im Bild sehen kann. Viele der Weine kann man nicht nur in Flaschen (die auch verkauft werden), sondern im Glas probieren, so dass man sich seinen Genussabend vielseitig gestalten kann. Wir lieben auch den Modrý Portugal des Weinguts Johann W. aus Třebívlice. Das Gut heißt, wie man erahnt, nach Goethe. Dessen letzte große Liebe (die die den rund 50 Jahre älteren Greis verständlicherweise abwies) war Ulrike von Levetzow, die aus ebenjenem Třebívlice kam, das diesen Wein hervorbrachte.

IMG_4386Es handelt sich beim Wine & Degu nicht um ein Speiselokal, aber zum guten Wein gibt es immer ein paar ausgewählte kleine Delikatessen wie Käseteller, Wurstspezialitäten mit Wild, französische Gänseleber und ähnlichem. Sehr lecker, wie man im Bild links sieht. Die geschmackvolle moderne Einrichtung im Souterrain eines alten Wohnhauses in Vinohrady ist einfach, aber ausgesprochen gemütlich und einladend.

Ab und zu gibt es auch Weinproben mit renommierten tschechischen oder internationalen Winzern, die dort ihre Weine zum Probieren vorstellen. Das sind, wie wir bei der Vorstellung eines griechischen Weinguts (Ktima Kir-Yianni) vor kurzem sahen, keine bloßen Verkaufsshows, sondern unterhaltsame und interessante Abendveranstaltungen!

Herz und Seele des Geschäfts ist IMG_4392Henry, der Customs Relations Manager des Wine & Degu. Seine Vorfahren scheinen aus Mexiko (genauer: aus dem dortigen Bundesstaat Chihuahua) eingewandert zu sein. Sitzt er dem Gast erst einmal auf dem Schoß, überlegt der sich natürlich, ob er jetzt aufsteht und Henry damit des gemütlichen Sitzplatzes beraubt.

Lieber bleibt er dann noch ein Weilchen und trinkt noch ein zusätzliches kleines Glas Wein. Oder auch gleich zwei. Eine einfache, aber effektive Kundenbindungsstrategie, die sich für alle Seiten als eine ausgesprochene win-win-Situation entpuppt. (DD)

Auf den Spuren der Brüder Čapek I: Das Denkmal in Vinohrady

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Es ist klein, aber auffällig, ihr Denkmal auf dem Náměstí Míru (Friedensplatz) im Stadtteil Vinohrady. Dort, wo sie auch wohnten und wirkten. Und es ist verdient! Denn: Die Brüder Čapek waren die kulturellen Repäsentanten der liberalen Ersten Tschechoslowakischen Republik schlechthin. Deshalb findet man in Prag unzählige Spuren von Karel und Josef – so wie ihre Werke immer noch allgegenwärtig sind im Kulturleben der Stadt und des ganzen Landes.

Karel Čapek ist heutzutage wohl der bekanntere der beiden. Sein Werk war ausgesprochen vielschichtig. Als Regisseur und Dramaturg machte er das Theater von Vinohrady (früherer Beitrag hier) groß. In seinem Theaterstück R.U.R. von 1924 hatte er nebenbei den Begriff „Roboter“ in die Welt gesetzt. 1925 wurde er der erste Vorsitzende des tschechoslowakischen Pen-Clubs. Seine von ihm sehr putzig illustrierte Geschichte Dášeňka, gilt als der Weltklassiker der Hundeliteratur schlechthin. Seine bissige Dystopie Válka s mloky (Der Krieg mit den Molchen) aus dem Jahr 1936 – möglicherweise sein größtes Werk – spiegelt die Stimmung vor der Katastrophe von Krieg und Totalitarismus wieder. Überhaupt waren er und sein Bruder überzeugte Demokraten und äußerten sich dazu auch schriftstellerisch in zahlreichen Essays. Karel war ein Unterstützer von Präsident Masaryk, den er als Garanten einer liberalen Demokratie sah. Das tat er nicht nur als Journalist. Aus langen Gesprächen mit Masaryk destillierte er ein 1928-35 erschienenes dreibändiges Buch unter dem Titel Hovory s T. G. Masarykem (Gespräche mit T.G. Masaryk), eine Art IMG_3656„Autobiographie“ und Lebensphilosophie des intellektuellen Präsidenten – eine beeindruckend packende Art der Darstellung, bei der man manchmal nicht weiß, ob hier nun Masaryk oder Čapek spricht.

Josef Čapek, sein älterer Bruder, gehörte als Maler zu den bedeutendsten Vertretern des Kubismus. Als solcher arbeitete er an den Inszenierungen der Theaterstücke seines Bruders mit und lieferte auch viele Illustrationen zu seinen Büchern. Darüber hinaus schrieb er selbst auch Theaterstücke, Romane und und Kinderbücher. Auch er war ein großer Verfechter der demokratischen Wertte der Ersten Republik und hielt damit auch nicht hinter dem Berg. Das wurde ihm zum Verhängnis. Sein Bruder Karel war 1938 gestorben und musste daher die Besetzung des Landes durch die Nazis im Frühjahr nicht mehr miterleben. Josef wurde als einer der ersten tschechischen Intellektuellen überhaupt von der Gestapo verhaftet. Es begann eine grausame Odyssee durch verschiedene Konzentrationslager bis er Anfang 1945 in Bergen-Belsen starb. Posthum erschien im Jahre 1946 seine unter gefährlichsten Bedingungen geschriebene Gedichtsammlung Básně z koncentračního tabora (Gedichte aus dem Konzentrationslager), in der er die entwürdigenden Grausamkeiten des KZ-Alltags festhielt.

In kommunistischen Zeiten waren die Werke der Brüder Čapek keine verbannten Werke, aber ihren freiheitlichen republikanischen Geist stellte man nicht allzu sehr heraus. Auch mit Denkmälern hielt man sich zurück. So beschloss die Stadt Prag erst nach dem kommunistischen Spuk im Jahre 1990, den beiden großen Künstlern ein Denkmal genau vor einer ihrer Hauptwirkungsorte aufzustellen, dem Vinohrady Theater. Beauftragt wurde der Zeichner und Bildhauer Pavel Opočensky, der es 1993 fertigstellte. Aufgestellt wurde es 1995. Er sei besessen von der Geometrie, hat der Künstler einmal gesagt, und entsprechend handelt es sich bei dem Denkmal um einen einen hochkant aufgestellten IMG_3657Granitquader, der grob behauen ist, aber seine klare geometrische Gestalt erkennen lässt. Auf den beiden gegenüberliegenden großen Seitenflächen hat der Künstler jeweils die Namen der beiden Brüdern mit großen Bohrlöchern geschrieben wurden. Einige der Bohrlöcher gehen durch den ganzen Stein, sodass man bei einigen, die dann Bestandteil beider Namen sind, hindurchsehen kann (auf dem großen Bild oben sieht man beide Seiten nebeneinander). Dahinter mag die Idee stecken, dass die beiden Brüder so viel gemeinsam hatten und gemeinsam wirkten, aber auch unterschiedlich waren. Das ist recht geschickt gemacht. Auf einer der Kantenseiten sind die Lebensdaten der beiden Brüder in kleiner Schrift – ebenfalls mit kleinen Bohrlöchern – angebracht.  Der Platz mit der schönen Aussicht auf das Theater hätte ihnen gefallen. (DD)

Siehe auch: Auf den Spuren der Brüder Čapek II: Die Villa

Und: Auf den Spuren der Brüder Čapek III: Wo Dášeňka Gassi ging