Haus der Lokführer

Geblieben ist die fröhlich vor sich hin dampfende Lokomotive auf der Bronzetafel über dem Eingang. Die kann man leicht übersehen, wenn man an dem eher unauffälligen Wohn- und Mietshaus in der Seifertova 571/5 vorbeigeht. Und mit ihr übersieht man damit auch das Stück Geschichte, das hier geschrieben wurde.

Ursprünglich war das Haus, was es heute wieder ist (damals ohne die Dampflok), eben ein Wohn- und Mietshaus. Erbaut wurde es im Jahr 1887 von dem Architekten Jan Alfons Šimáček im damals modernen Stil der Neorenaissance. Zu dieser Zeit war es auch noch ein dreistöckiges Gebäude. Das und mehr änderte sich im Jahre 1927, als in das Haus ein neuer „Bewohner“ einzog: Die Gewerkschaftsorganisation der Lokführer (odborová organizace strojvůdců). Die hatte sich 1921 als gesamt-tschechoslowakische Gewerkschaft gegründet und war historisch aus dem 1896 (also noch in der Zeit der Habsburger) gegründeten Verband der böhmischen Lokführer (Spolek strojvůdců v Čechách) hervorgegangen.

Um das Gebäude für den neuen Zweck tauglich zu machen, wurde ein vierter Stock plus Dachboden mit Gaube aufgesetzt. Zudem wurde die Fassade im Stil des Purismus umgestaltet, eine Spielart des geometrischen Funktionalismus, der aber noch die klassischen Proportionen wahren wollte. Dadurch passte sich das Gebäude immer noch in die von der Neorenaissance bestimmten Umgebung. Und als Abschluss wurde dann 1927 noch die Tafel mit dem Relief der Dampflok und dem Gewerkschaftsnamen angebracht. Das Wirken der Gewerkschaft wurde 1940 von den Nazis mit brutaler Gewalt beendet. Und als danach 1948 die Kommunisten die Macht ergriffen, verschwand sie als selbständige Gewerkschaft.

Nach dem Ende des Kommunismus (1989) gründeten sich ab 1993 mehrere freie Lokomotivführerorganisationen, die sich ab 2007 zu einer neuen Gewerkschaft unter dem Namen Gewerkschaftsbund der Lokführer (Odborová organizace Federace strojvůdců) zusammenzuschließen begannen – ein Prozess der 2011 endgültig abgeschlossen war. Aber das spielte sich schon lange nicht mehr in dem Haus in der Seifertova ab, denn die Gewerkschaft ist zwar dem alten Arbeiterviertel Žižkov treu geblieben, residiert aber heute in einem modernerem Gebäude einige Kilometer entfernt. Die Lokomotive ließ man aber zur Erinnerung an ihrem alten Platz. (DD)

Ort der Rätsel und Legenden

Ein geheimnisvoller Ort. Dass es sie wohl gab, sieht man an den Erdwällen und Gräben rundum. Aber viel mehr weiß man im Grunde nicht von der Burg Skara bei Úvaly, nur etwas 15 Kilometer östlich vom Stadtzentrum Prags entfernt.

Sicher ist, dass sie in einer hübschen Auen- und Waldlandschaft über dem idyllisch daherfließenden Výmola-Baches (Bild links) gelegen ist, und daher ein attraktives Ausflugsziel für Ausflüger aus Prag ist. man vermutet, dass sie im späten 13. Jahrhundert, allenfalls im frühen 14. Jahrhundert gebaut und „in Betrieb“ war. Die geschichtsstolzen Bürger von Úvaly haben deshalb gerne geglaubt, dass die Burganlage der Geburtsort des vermeintlich größten Sohnes der Stadt war, nämlich Ernst von Pardubitz (Arnošt z Pardubic), der 1344 als erster Erzbischof von Prag Geschichte schrieb und dann auch noch 1348 der erste Kanzler der neu gegründeten Karlsuniversität wurde.

Dem hat man sogar am Hauptplatz des Ortes 1869 ein großes Denkmal gesetzt. Leider aber die Geschichtsforschung ist sich heute weitgehend einig, dass der gute Erzbischof hier gar nicht geboren wurde. Wahrscheinlicher ist, dass er sich in der heute völlig verschwundenen Festung im nahen Hostinka. Sein Vater nannte sich auch noch Ernst von Hostina, bisweilen aber auch Ernst von Stara. Vermutlich hat man irgendwann die beiden Burgen und dann den Namen Stara/Skara verwechselt. Erst im Jahr 1681 wird in der Miscellanea historica regni Bohemiae des jesuitischen Chronisten Bohuslav Balbín eine Burg Skara erwähnt. Möglicherweise meinte er aber einen anderen Ort. Oder der von ihm auf einer Karte eingezeichnte Name war in Wirklichkeit die lateinisierte Bezeichnung des umgebenden Waldflurs (heute ein Naturschutzgebiet) Škorec. Am Ende weiß man nichts genaues nicht… Aber irgendwie ist der Namen Skara auch ohne fundierte historische Wissensbasis hängen geblieben.

Wirklich klar, wenn auch nicht unbedingt korrekt wurden die im Wald liegenden Überreste einer Burg mit der Festung Stara (auf der sich Enst von Pardubitz gebar) erst von dem Kaufmann und (Laien-) Burgenforscher Franz Alexander Heber in seinem siebenbändigen Werk Böhmens Burgen, Vesten und Bergschlösser, das zwischen 1844 und 1849 erschien. Der projizierte in der beiliegenden Zeichnung noch zwei (ebenfalls nicht mehr existierende) Türme eines romatischen Schlosses der Familie Liechtenstein aus dem späten 18. Jahrhundert hinein. Und Heber verdanken wir auch eine mit Inbrunst vorgetragene Theorie, warum die Burg irgendwann verlassen und dem Verfall preisgegeben wurde. Anfang des 16. Jahrhundert gab es Konflikte zwischen den mit Handelsprivilegien versehenen königlichen Städten (allen voran Prag) und dem niederen Landadel. 1507 wurde die Prager Justiz ein wenig übergriffig, weil sie einen Kleinadligen nach einem Duell auch ohne juristische Zuständigkeit hinrichten ließ. Der Bruder des Hingerichteten, ein gewisser Ritter von Jiří von Kopidlanský, sammelt aus Rache Truppen und es folgte ein kurzer Krieg, bei dem es viel Zerstörung gab. Am Ende stellte König Vladislav II., der sowieso vorhatte, die Macht der Städte zu brechen, den Frieden qua Machtwort her. Die Prager mussten den Ritter für die Ermordung des Bruders entschädigen. Aber, so heißt es, im Laufe des Krieges hatte der gute Ritter doch noch die „Burg Skara“ zerstört. Wieder ein Stück Legende, das den Ort umgibt!

Das stimmt wahrscheinlich auch nicht. Eventuell hat die Burg schon die Hussitenkriege um 1420 nicht überlebt. In zeitgenössischen Chroniken wird nichts davon erwähnt. Erst in der 16bändigen Topographie des Königreichs Böhmen aus den Jahren 1785 bis1791 des Topographen und Historikers Jaroslav Schaller taucht ohne Beleg die bisher stets unerwähnt gebliebene Geschichte von der Zerstörung durch Ritter Kopidlandský auf, die dann von Heber begeistert übernommen wurde. Was wissen wir denn nun wirklich? Nun, erstens: Den Ort umgibt ein Flair des Rätselhaften. Zweitens: Definitiv erfolgte eine Wiederbesiedlung in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, als man auf einem kleinen Teil der äußeren Wallanlagen einige kleine Ferienhäuschen hinstellte. Sie zerstören zwar das Gesamtbild nicht völlig, aber man wünscht sich doch, dass man das damals sein gelassen hätte.

Ansonsten weiß man nur, dass auch Ausgrabungen unergiebig waren und keine genauere Rahmendatierung des der Burg erlaubten. Das könnte daraufhin deuten, dass die Anlage offenbar nie für permanente Nutzung ausgelegt war. Der Archäologe und Burgenforscher Tomáš Durdík hat 2007 in einem Buch ziemlich genau die Kategorie von Burg beschrieben, zu dem man Skara wohl rechnen könnte, den Typ Übergangsburg (Hrad přechodného typu). Der fand primär in Böhmen im 13. Jahrhundert Verbreitung. Technisch knüpfte er an frühmittelalterliche Wallanlagen (Erdwälle und Holzpalisaden) an, und wurde nur selten ein wenig an einigen Stellen mit Mauerwerk verstärkt. In einer Zeit, da sich überall im Lande steinerne Burgfestungen verbreiteten, dienten sie als schnell aufzubauende Anlagen wohl der schnellen Errichtung von möglichrweise nur temporär und situativ genutzten Stützpunkten. Das würde die kurze Nutzzeit und die archäologische Unergiebigkeit der Anlage erklären.

Tatsächlich erinnert die rund 60×60 Meter große Anlage (jedenfalls für Laien wie mich) tatsächlich an eine vorgeschichtliche oder frühmittelaterliche Wallananlage. Es handelt sich um zwei Wallringe. Der äußere Befestigungsring ist fünfeckig, der innere im Nordwesten der Anlage quadratisch. An zwei Seiten wurde die Burg durch das steile Bachufer geschützt. Im Südwesten war der Zugang leichter, weshalb hier größere Wallgrabenanlagen sichtbar sind. Eine kleine Infotafel beschreibt (auf Tschechisch) die Anlage und ein wenig von der mageren Überlieferung über die Burg. Gerade, dass es doch so wenig ist, was wir wissen, stimuliert die Phanatsie, um über die Legenden zum alten Ernst von Pardubitz oder dem rächenden Ritter Kopidlandský nachzudenken, deren Geister vielleicht doch hier umherirren. (DD)

Burg mit Aussicht

Die Heilige Ludmilla wurde 921 auf „Burg Tetín“ ermordet, berichten die mittelalterlichen Chroniken, allen voran die berühmte Christianslegende, die einige Jahrzehnte später entstand. Wer den hoch auf einer Felslandschaft gelegenen Ort Tetín besucht (wir beschrieben ihn gestern hier) stößt auch tatsächlich auf eine alte Burgruine. Nur die hat nichts mit der heiligen Märtyrerin Ludmilla zu tun.

Denn der früheste historische Nachweis für die Existenz von Burg Tetín (hrad Tetín), die auch von archäologischer Forschung bestätigt wurde, geht auf das Jahr 1288 zurück. Damals wurde die Burg zum Sitz des königlichen Jägers. So besagt es die erste schriftliche Erwähnung der Burg aus dem Jahre 1321. Nun ja, Ludmilla war da schon Jahrhunderte tot. Bei der in den Legenden um ihren Tod erwähnten „Burg Tetín“ handelt es sich um die rund 20 Kilometer südwestlich von Prag am Fluss Berounka Ortschaft Tetín selbst, denn die war in der Zeit Ludmillas ein befestigtes Dorf, das man deshalb auch „Burg“ nannte. Die eigentliche und eben deutlich neuere Burg wurde am nördlichen Ende des Dorfes auf einem Felsvorsprung erbaut.

In die Herrschaftszeit von König Wenzel II. fällt damit also der Bau der Burg. 1321 war sie im Besitz des königlichen Schreibers Štěpán z Tetína (Stefan von Tetín). Dessen Nachfahren veräußerten Tetín samt Burg an den böhmischen König und deutschen Kaiser Karl IV., der das Ganze in die Ländereien seiner Burg Karlštejn (wir berichteten hier) eingliederte. 1422 ging es dann mit der Burg zu Ende. Die Hussitenkriege hatten zwei Jahre zuvor begonnen und in deren Verlauf wurde sie zerstört. Schon während des 15. Jahrhunderts wird sie in Urkunden als öd und verlassen beschrieben. Die Bewohner der Umbegebung benutzten sie als „Steinbruch“ – noch bis hinein ins 19. Jahrhundert.

Das ist natürlich vorbei. Die Burgruine wurde ein wenig stabilisiert und konserviert. Sie ist seit langem ein geschütztes Kulturdenkmal. Man kann an den Mauerresten erkennen, dass es sich um eine sehr kleine Anlage handelte, wohl im wesentlichen aus einem kleinen, dreizimmerigen Hauptbau und einem Tor mit Turm bestehend. Davor riegelte eine immer noch erkennbare Grabenanlage die Felszunge, auf der die Burg steht, ab. Eine kleine Infotafel wurde vor einigen Jahren hier aufgestellt, die über die Geschichte der Burg informiert. Der Besucher mag nach Lektüre des Textes etwas enttäuscht sein, dass das nicht der Ort ist, wo dereinst die Heilige Ludmilla ermordet wurde. Aber er wird dafür reichlich dadurch entschädigt, dass er von hier oben eine herrliche Aussicht über das Berounka-Tal genießen kann. (DD)

Das Attentat als Graphic Novel an der Betonwand

Langsam fährt der leichtsinnigerweise ungepanzerte Mercedes um die enge Kurve im Stadtteil Libeň, die ihn zum abbremsen zwingt. Plötzlich taucht ein Mann vor dem Wagen auf, der eine Maschinenpistole in der Hand hält… Heute vor 80 Jahren, am 27. Mai 1942, fand das Attentat auf Reinhard Heydrich, statt den man zu Recht den „Henker von Prag“ nannte, und an dessen Folgen er vier Tage später starb.

Das Graffiti oder Wandgemälde, das hier seit dem Mai 2021 ganz in der Nähe des Ortes des Geschehens an der Betonwand hinter der Straßenbahnhaltestelle Vychovatelna prangt, erzählt die dramatische Geschichte des Attentats. Zur Vorgeschichte: Im Frühjahr 1939 hatte Nazideutschland Böhmen besetzt und dort ein nur nominell unabhängiges Staatsgebilde unter dem Namen Reichsprotektorat Böhmen und Mähren etabliert. In Wirklichkeit handelte es sich um eine brutale Ausbeutungsdiktatur, um die hoch entwickelte Industrie des Landes für die deutsche Kriegsrüstung zu nutzen. Zum deutschen Statthalter, Protektor genannt, wurde der Diplomat Konstantin von Neurath ernannt, der mit einer – natürlich nur an Nazistandards gemessenen – vergleichsweise besonnenen Machtausübung versuchte, die Tschechen zur Kooperation zu bringen. Es gelang ihm aber nicht, Protest und Widerstandsaktionen völlig zu unterbinden. Je mehr der Krieg eskalierte, umso mehr wurden Rufe laut, jetzt härter durchzuregieren. Man schickte nun mit Reinhard Heydrich, einen ranghohen und fanatischen Nazi als stellvertretenden Reichsprotektor nach Prag. Heydrich galt als Schöpfer der Nazi-Geheimpolizei und war einer der Hauptorganisatoren des Holocaust.

Unter Heydrichs Terrorregime wurde der Widerstand im Lande größtenteils zerschlagen. Widerstandsgruppen wurden zwar durch militärisch ausgebildete Exiltschechen und -slowaken verstärkt, die von der britischen Luftwaffe mit Funkgeräten und Waffen nachts per Fallschirm abgesetzt wurden, aber die alliierte Unterstützung hielt sich trotzdem in Grenzen. Sie erkannten die zu diesem Zeitpunkt zum Marionettenregime heruntergekommene nominelle Regierung des Landes unter Präsident Emil Hácha (wir berichteten hier) weiterhin völkerrechtlich an. Währeddessen bemühte sich der frühere Präsident Edvard Beneš in London um die Anerkennung einer von ihm gebildeten Exilregierung. Um das bei den widerwilligen Alliierten zu erreichen, musste ein dramatisches Signal an die Öffentlichkeit gesendet werden. Das war die Geburt der Operation Anthropoid – des Plans, Heydrich durch ein Attentat töten.

Im Stile einer spannenden Graphic Novel hat der junge Künstler Jakub Marek auf der zuvor recht unansehnlichen Betonwand hinter der Haltestelle den Ablauf des seit dem Oktober 1941 in Zusammenarbeit mit dem britischen Militärgeheimdienst in England geplanten Attentats. Im Dezember des Jahres wurden die beiden speziell ausgebildeten Soldaten Jan Kubiš und Jozef Gabčík von einem britischen Halifax-Bomber aus mit dem Fallschirm in der Nähe von Pilsen abgeworfen (Bilderreihe oberhalb). Mit sich hatten sie militärische Ausrüstung, ein Funkgerät und „sichere Adressen“ von Tschechen, die dem Widerstand angehörten.

Sie mussten sich, das sie nicht genau am vorgesehenen Zielort gelandet waren, durch die Wälder in die schleichen, um dort in einer sicheren Wohnung Unterschlupf zu finden. Witzig ist die Idee des Künstlers, dass er die gemalten Widerstandskämpfer an einer tatsächlichen Türe in der Betonwand, die er einbezogen hat, klingeln lässt, wenngleich sich dahinter realiter keine Widerstandsnest, sondern wohl eher ein Lagerraum befindet.

Nachdem die beiden Attentäter in verschiedenen Wohnungen Unterschlupf gefunden hatten, wurden Pläne für die konkrete Umsetzung des Plans geschmiedet, wobei viele zivile heimische WIderstandskämpfer mithalfen, die dabei ihr Leben riskieren sollten. Ein Teil des Ganzen war, wie man oberhalb links sieht, die geheime und minutiöse Beobachtung des Tagesablaufs von Heydrich. Wieder hat der Künstler das Ganze um eine witzige Idee bereichert, nämlich dass einer der heimlichen Beobachter sich an dem gemalten Schatten einer realen laterne anLehnt, deren realer Schatten in dem Moment, als ich das Bild photographierte, mit dem gemalten Schatten auch noch deckte. Am Ende fand man den optimalen Ort für den Anschlag. Heydrich ließ sich nämlich jeden Tag von seinem neuen, außerhalb der Stadt liegenden Landgut in Panenské Břežany, dass er einer jüdischen Industriellenfamilie gestohlen hatte (wir berichteten hier) zu seinem Hauptquartier auf der Prager Burg chauffieren. Dabei musste er jene enge Kurve passieren, die sich in der Nähe einer Erziehungsanstalt befand, nach der heute die Haltestelle benannt ist.

An dieser Stelle warteten nun Kubiš und Gabčík. Als das Auto (hier grau dargestellt mit Heydrichs Kopf in blutrot) um die Ecke kam, sprang Gabčík mit der Maschinenpistole vor und wollte feuern (siehe auch großes Bild ganz oben). Aber die Schusswaffe hatte Ladehemmung und funktionierte nicht. Kubiš reagierte schnell und warf eine Granate in Richtung Auto. Das wurde Heydrich zum Verhängnis. Oder anders gesagt, er wurde Opfer seiner eigenen Arroganz. Er hielt sich für eine so Furcht inspirierende Gestalt, dass er nicht glaubte, dass die von ihm zutiefst verachteten Tschewchen es wagen würden, ihn zu attackieren. Er hatte das Auto daher nicht panzern lassen wie andere Nazi-Funktionäre. Daher durchdrang die Explosionswelle von unterhalb das Bodenblech. Kleine Partikel und Stücke der Polsterung des Sitzes drangen in den Körper Heydrichs ein, der sich zunächst nicht der Schwere der Verletzungen bewusst war, und sogar aus dem Wagen sprang, um selbst mit der Pistole auf die fliehenden Attentäter zu schießen. Das sollte nicht wieder passieren, denn fortan lebten die hohen Nazis im „Reichsprotektorat“ in ständiger Furcht, wer sich heute im Technikmuseum den Mercedes von Heydrichs Nachfolger Karl Hermann Frank, sieht ein rundum gepanzertes und gesichertes Fahrzeug.

Kubiš und Gabčík konnten sich trotz Massenverhaftungen und einer hohen Belohnung für Hinweise lange der Verhaftung entziehen. Das Widerstandsnetzwerk funktionierte und deckte sie. Am Ende war es der Verrat eines anderen Fallschirmspringer-Agenten (wir berichteten hier), der sie ans Messer lieferte. Mit einigen anderen Widerstandskämpfern hatten sie sich in der Krypta der Kirche St. Kyrill und Method (heute ein Nationaldenkmal) verschanzt, als am 17. Juni 1942 Polizei und SS versuchten, die Kirche zu stürmen. Nach einem mehrstündigen Feuergefecht, bei dem die Widerstandskämpfer aus einem kleinen, bald von Einschüssen gerahmten Kellerfenster schon (Bildreihe oberhalb links) zurückschossen. Am Ende waren alle von ihnen tot. Die meisten hatten Selbstmord gemacht, um nicht den Nazis in die Hände zu fallen. Rechts sieht man einen von ihnen, der vor den offenen Grabkammern der alten Krypta liegt.

Die Rache der Nazis – organisiert von Frank – war furchtbar. Unzählige unschuldige Bürger, aber auch echte Helfer der Widerstandskämpfer wurden verhaften, verschleppt und ermordet. Um grenzenlosen Terror zu verbreiten, ließen Franks Schergen sämtliche Männer der beiden Dörfer Lidice und Ležáky erschießen und Frauen und Kinder ins Konzentrationslager schleppen. Die brutale Tat war ein Schuss, der nach hinten losging. Wie Edvard Beneš gewollt hatte, war die Repression das Signal für ein Umdenken bei den Alliierten. Die Exilregierung wurde anerkannt und die alliierte Unterstützung für den Widerstand im „Reichsprotektorat“ massiv verstärkt. Die Tschechen wurden weniger abgeschreckt durch die Untaten, sondern sahen, dass nur Widerstand und Sabotage gegen die Nazis helfen würden.

Das sehr lehrreiche und im Sinne moderner Geschichtsdidaktik gestaltete Wandgemälde steht nicht nur für dich da. Eine Bank (Bild oberhalb links) auf dem Bahnsteig – auch eine originelle Idee! – ist zugleich Infotafel (mit QR-Code) und Sitzmöglichkeit. Die Unterführungen sind mit themenbezogenen Motiven bemalt, Schusswaffen, Pistolen, Ferngläser und so weiter. Die an sich unschöne Atmosphäre solcher Unterführungen trägt so eher zu einer spannungsgeldenen Wirkung bei.

Die Umsetzung des an sich ja unglaublich tragischen Themas mit Mitteln der Comic-Graphik war ein künstlerischer Spagat für den jungen Künstler Jakub Marek, versuchte er doch durchaus witzige Elemente einzubauen, ohne dabei die Dinge zu verharmlosen. Zurecht hatte er wohl den Wettbewerb gewonnen, den die Stadtregierung von Prag 8 ausgeschrieben hatte, um die an sich trostlose Betonwand zu gestalten. Und von der Haltestelle aus, kann man auf einer großen Säule das Denkmal für die Attentäter sehen, das die Stadt hier 2009 aufstellen ließ. Warum erst 2009? Unter den Kommunisten war das Andenken an die für eine „bürgerliche Demokratie“ kämpfenden Widerstandshelden unterdrückt wurden. Es galten nur kommunistische Kämpfer. Umso mehr hat in den letzten Jahren eine Flut von posthumen Ehrungen eingesetzt. Und das Wandgemälde von 2021 setzt diesen Trend fort, die Feiern des heutigen Tages, dem 80. Jahrestag, um ein Jahr vorwegnehmend. (DD)

Arbeiterromantik am Filmhaus

Heute ist der 1. Mai, der Tag der Arbeit. Da ist Arbeiterromantik aus Prag angesagt. Dazu passt der hier abgebildete, in Stein gemeißelte Arbeiter, der vor einer nicht näher spezifizierbaren Maschine steht und mit Ernst eine Art Hebegerät in der Hand und ein Rohr auf der Schulter trägt.

Der Werktätige mit der typischen Arbeitermütze befindet sich oberhalb des zweiten Stocks des fünfstöckigen Bürogebäudes in der Národní 60/28 in der Neustadt (Nové Město). Im Kontext des Gebäudes, das so ganz und gar dem Stil der Ersten Republik der Zwischenkriegzeit entspricht, wird dem Betrachter sofort klar, dass das, was man zunächst annehmen möchte, nicht stimmen kann – nämlich, dass es sich um ein Werk des Sozialistischen Realismus aus der Zeit der Kommunisten handelt. Das Büro- und Geschäftshaus wurde in den Jahren 1924-26 nach dem Entwurf der Architekten Antonín Pfeiffer (siehe auch hier) und František Roith (dem man u.a. die große Prager Stadtbücherei verdankt) von der renommierten Firma Matěj Blecha (die inzwischen dem Sohn des 1919 verstorbenen Gründers, Josef Blecha, gehörte) gebaut.

Für das Gebäude wurde ein dort seit 1740 befindliches einstöckiges Barockhaus mit dem Namen U Choděrů, in dem sich zuletzt eine Gaststätte befand. Bereits in den 1930er Jahren wurde das neue haus zum Standort etlicher Filmproduktionsfirmen und wurde oft als „Filmhaus“ bezeichnet. Daran knüpfte man übrigens 1997 an, als hier das Kammerkino Evald (Komorní Kino Evald), ein kleines (nur 72 Sitze!) Programmkino, das nach dem bekannten tschechoslowakischen Regisseur Evald Schorm benannt ist, eröffnete.

Das imposante Gebäude mit Mansardendach, dass 1993 von dem Architekten Michal Sborwitz vor allem im Innenbereich erneuert und zum Zwecke moderner Raumgestaltung auch umfassend umgebaut wurde, kann als ein archetypisches Beispiel für die tschechoslowakische Repräsentativarchitektur der 1920er Jahre gelten, die gerne moderne funktionalistische Architektur mit angedeuteten klassizistischen Elementen (etwa bei der Fassadenstrukturierung durch Pilaster und der Fensteranordnung) kombinierte.

Dazu passt auch die skulpturale Ausstattung. Dass dabei „Arbeiterromantik“ zum Zuge kam, war nicht unüblich (ein anderes Beispiel stellten wir hier vor). Auch in einer nicht-sozialistischen Demokratie gilt Arbeitsfleiß schließlich als Tugend. In der Republik wollte man sich von den aristokratischen Traditionen des Habsburgerrichs distanzieren. Man nannte diesen realistischen Stil oft Zivilismus. Diese Bildhauerschule betrachtete ihre Werke als bildliche Umsetzung der demokratischen Dichtung der Amerikaner des 19. Jahrhunderts, allen voran Walt Whitman (ein anderes Beispiel präsentierten wir hier). Es ging nicht um Kommunismus, sondern um die Demokratie als Regierung für den normalen arbeitenden Bürger.

Neben dem Arbeiter mit den Gerätschaften befinden sich hier noch zwei andere Statuen. Eine davon stellt eine Bäuerin dar, die ein frisch geschnittenes Ährenbündel auf dem Arm und einen abgedeckten Brotkorb auf der Schulter trägt. Daneben wiederum befindet sich ein Lastenträger, der einen schweren Sack über den Schultern trägt. Ulkigerweise finden sich solche Darstellung häufig auf Gebäuden wie diesem, die eigentlich noble Firmen- und Büroadressen waren, und in denen nur selten die manuelle Schwerarbeit geleistet wurde, die hier künstlerisch verherrlicht wurde. Im Falle diese Hauses schuf man auf der Fassade des ersten Stocks eine Art Gegengewicht, indem man runde Bronzemedaillons anbrachte, die den antiken Gott Hermes darstellen, der ja bekanntlich der Patron des Handels und Bringer des Reichtums war. (DD)

Das Haus mit den zwei Gesichtern

Das fünfstöckige Wohn- und Mietshaus am Jungmann Platz (Jungmannovo náměstí 764/4) ist ein schönes Beispiel für einen Sonderweg in der Architektur, den man ausschließlich mit der Zeit der Ersten Tschechoslowakischen Republik verbindet.

Schon kurz vor dem Ersten Weltkrieg hatten avantgardistische böhmische Architekten einen neuen Stil entwickelt, der mit den Konventionen von Historismus und Jugendstil radikal brach und dessen Ästhetik auf einer Zerlegung von Raum in geometrische, meist prismische Formen beruhte: den Kubismus (wir zeigten Beispiele u.a. hier und hier). Der von einer Kunstrichtung, die hauptsächlich in der Malerei (man denke an den jungen Picasso) auch im Westen Europas viele Anhänger hatte, inspirierte Stil, wurde aber fast ausschließlich in Böhmen in größerem Ausmaß zu einem Architekturstil umgewandelt. Er hatte daher das Zeug zu einer Art tschechischen Nationalstil.

Als 1918 die vom Habsburgerreich unabhängige Republik ins Leben gerufen wurde, suchte man gerade das: einen Nationalstil. Der Kubismus passte zwar irgendwie, weil er eine tschechische Besonderheit war und dem Modernitätsanspruch der neuen Republik entgegenkam. Andererseits musste ein echter Nationalstil neben der Modernität auch die eigenen historischen und kulturellen Traditionen wiederspiegeln. So entstand in den frühen 1920er Jahren die Sonderform des Rondokubismus. Die trieb die kubistische Idee ad absurdum. Eigentlich bezweckte Betonung geometrischer Formelemente ja die Ablehung historisierender Ästhetik (etwa der vorher populären Neorenaissance), jetzt verwendete man geometrische Formen um damit konventionell historisierende und folkloristische Formen optisch nachzuempfinden. Das mag man für widersprüchlich halten, aber es entstand ein ganz eigenwilliger Stil dabei, der seinesgleichen sucht. In größerem Umfang findet man den Rondokubismus nur in Prag.

Das Haus am Jungmann Platz ist ein frühes Werk des Rondokubismus aus dem Jahr 1921. Während spätere Bauten dieses Stils oft (eigentlichg ganz un-kubistisch) skulptural recht überladen waren (etwa der Adria Palast oder die Legio Bank), dominieren hier noch klare Formen und Linien, die aber auf der Fassade vage, doch erkennbar an klassische Pilaster oder barock geschwungenes Gesims anspielt. Besonders gelungen ist der Rundbogen unter dem sich ein stilisiertes dreiteiliges Thermenfenster befindet (großes Bild oben). Entworfen wurde das schlicht-elegante Haus von dem Architekten und Designer Rudolf Stockar (eigentlich Rudolf Stockar von Bernkopf), der später Prag auch um etliche funktionalistische Gebäude (etwas das Dům U bílé koule in der Úvoz 228/5 auf der Kleinseite) bereichern sollte.

Der in der Fassadengestaltung implizierte Kompromiss zwischen Historismus und Modernismus ist auch deshalb so gelungen, weil er sich so gut in das unmittelbare Umfeld einpasst. Das Haus musste 1921 eine winzig-schmale Baulücke zwischen zwei bestehenden Neo-Renaissance-Häusern füllen. Auch viel Tiefenraum stand nicht zur Verfügung. Daher handelt es sich im Grunde um eines der wenigen Häuser mit zwei Hauptfassaden. Hinter dem Platz verläuft dicht und parallel nämlich die Ulice 28. října (Straße des 28. Oktober – nach dem Tag benannt, an dem 1918 die Republik ausgerufen wurde), wo man die andere rondokubistische Fassade bewundern kann. Die ist weniger an neobarocke Konventionen angepasst und präsentiert kantigere Formen, die nicht unbedingt klassischen Proportionen untergeordnet ist. Das links abgebildete Obergeschoss könnte jedenfalls kaum unterschiedlicher gegenüber dem auf der anderen Seite ausfallen. Stockar hat hier ein Haus mit zwei Gesichtern geschaffen – ein traditionelles und ein modernes, aber trotzdem aus einem Guss. (DD)

Wo der Wombat wohnt

Am 8. Januar 2022 wurde er den Besuchern vorgestellt: Cooper! Es handelt sich um einen Wombat, ein Säuger, der wie alle guten Australier zur Familie der Beuteltiere (Marsupialia) gehört. Und der putzig ist! Und eine Rarität! Und der ganze Stolz des Prager Zoos!

Und mit der Ankunft Coopers rückte wieder eine andere sensationelle Sehenswürdigkeit des Zoos in den Mittelpunkt. Die gibt es hier erst seit dem 27. Mai 2020: den Darwin Krater (Darwinův kráter). Das ist ein nach modernsten Methoden erbautes Areal, das – mit einiger Fantasie betrachtet – tatsächlich ein wenig kraterförmig angelegt ist. Links sieht man es von oben von einer der schönen Anhöhen des Zoos. Und im Darwin Krater geht es vor allem um australische Fauna und Flora.

Den Namen verdankt der menschengemachte Darwin Krater in Prag dem bekannten Darwin Krater auf der australischen Insel Tasmanien (der eigentlichen Heimat des Wombats), der ein echter Krater ist, der dereinst durch den Einschlag eines Meteoriten entstand. Auf seinem Gebiet befindet sich heute ein Naturschutzareal, in dem es ein überreiches und üppiges Maß an seltenen Tier- und Pflanzenarten gibt – die dem Prager Zoobesucher vorzustellen die oberste Aufgabe das neuen Prager Darwin Kraters ist.

Und hier nun zog Cooper der Wombat in sein nettes artgerechtes Gehege ein. Geboren war er im Juli des Vorjahres im Zoo Hannover. Es war dort die erste Geburt eines Wombats seit 1993, was unterstreicht, dass Wombats rar und gefährdet sind. Das haben sie nicht verdient, denn sie sind äußerst originelle Tiere. So ist zum Beispiel ihr Kot würfelförmig, und keiner weiß so recht, warum. Bevor er der Öffentlichkeit vorgestellt wurde, war Cooper erst mal in Quarantäne. Dabei wurde er umgestellt. Denn Wombats sind nachtaktiv, weshalb Cooper an das Leben am Tage gewöhnt werden musste – den Zuschauern zuliebe. Als er sich aber dem Publikum vorstellte, war der Jubel groß. Bei der Einweihung waren als Star-Präsentatoren der bekannte Sänger und Talkshow-Host Marek Eben und der weltweit berühmte Starkonditor Josef Maršálek zugegen (ob Cooper seither mit Törtchen gefüttert wird?). Das war schon ein prominentes Entrée. Nun ja, es gibt ja auch nur acht Zoos in Europa, die Wombats haben. Das muss man feiern. Zurzeit sucht der Zoo ein Weibchen – wenigstens leihweise aus einem anderen Zoo. Damit Cooper etwas zur Arterhaltung beitragen kann. Das ist in Covid-Zeiten nicht so leicht.

Über Cooper den Wombat darf man aber die anderen Bewohner nicht vergessen. Denn wer will bestreiten, dass der Tasmanische Beutelteufel zu den putzigsten Kreaturen dieses Erdballs gehört. Ist das Bild rechts mit einem der Teufelchen, das sich auf einem Stein sonnt, nicht süß? Die zur Familie der Raubbeutler (Dasyuridae) gehörenden Tiere, die nur noch auf Tasmanien in freier Natur leben, sind jedenfalls nicht die hässlichen Kreaturen, als die man sie früher im Trickfilm darstellte. Sie gehören jedenfalls zu den absoluten Publikumslieblingen – im harten Wettbewerb mit Wombat Cooper.

Wir reden hier von einem richtigen Publikumsmagneten, denn Wombat Cooper und die Tasmanischen Beutelteufel sind natürlich die Stars des Darwin Kraters, der wiederum das Star-Gehege im Zoo ist. Sie haben daher beim Marketing des (gesamten) Zoos einen besonders hohen Stellenwert inne. Das zeigt sich an den Merchandise-Artikeln, die in den Shops des Zoos angeboten werden. Der Wombat als Werbeikone findet sich unter anderem auf Wombat-T-Shirts und Wombat-Bechern. Es gibt ein Wombat Stofftier und vor allem Schokolade in Würfelform wie der Wombatkot (das ist derber, aber großartiger tschechischer Humor). Ich habe, wie man auf dem Bild oberhalb links sieht, eine Packung auf dem Geländer von Coopers Gehege photographiert.

In Sachen Tasmanische Beutelteufel scheint die Werbung eher auf erwachsene Tschechen abzuzielen, um sie dort abzuholen, wo sie traditionell am liebsten sind – beim Bier! Zur Einweihung des Darwin Kraters gab man bei der in Pilsen ansässigen Kleinbrauerei Raven einen Viererset (Bild rechts im Laden nahe der Hauptkasse) an verschiedenen Bieren unter dem Titel Ďáblovo pivo (Teufelsbier) in Auftrag. Die Sorten tragen die Namen der vier Prager Beutelteufel Sumac, Aniseed, Laurel und Nutmeg, wobei der Typ Nutmeg vorgibt, ein Kölsch zu sein. Aber das gibt es nur vor, weil es ein obergäriges Bier ist wie das Kölsch. Es ist auch definitiv lecker, schmeckt aber nicht einmal entfernt wie richtiges kölsches Kölsch. Auf jeden Fall gönnt man sich etwas richtig Gutes, wenn man den Set zu sich nimmt. Und man tut auch etwas Gutes für den Zoo, der ja immer Geld braucht, um den Tieren ein gutes Zuhause zu bieten.

Natürlich gibt es – in Übereinstimmung mit der normalen Erwartungshaltung in Sachen australische Fauna – auch Kängurus. Die zweifellos bekanntesten Beuteltiere befinden sich in einem großzügig angelegten Freigehege im nördlichen Teil des Darwin Kraters. Dort haben sie genügend Auslauffläche für ihre eigentümliche Fortbewegungsart, dem Hüpfen. Das gilt aber vor allem für die Großkängurus.

Für kleinere Tiere, die den geschützten Raum lieben, gibt es natürlich ein eigenes Gebäude, dass man beim Besuch des Darwin Kraters zentral durchqueren muss. Das Ganze ist ein wenig so wie eine künstliche Höhle gestaltet, die ein wenig die Atmosphäre einer echten Höhle im echten Darwin Krater ausstrahlt. Die Dunkelheit mag es vielen eigentlich nachtaktiven Tieren erleichtern, auch tagsüber den Besucher zu erfreuen. Überall finden sich drinnen beleuchtete Infotafeln, die didaktisch sehr gut gemacht sind (in Tschechisch und Englisch).

Bewundern kann man dort Kuriositäten des Tierreichs, wie den Kurzschnabel-Ameisenigel (Tachyglossus aculeatus) oder Schlangen, wie die Todesotter (Acanthophis antarcticus), die uns daran erinnert, dass Australien nicht nur dass Land mit den putzigsten Tieren, sondern auch das Land mit den meisten giftigen Tieren ist. Aber auch völlig ungiftige Kleinkängururs, wie das etwa rattengroße Parmakänguru oder auch Parmawallaby (Notamacropus parma) sind innen untergebracht (siehe Bild links).

Und draußen um Gehege und Gebäude herum sind große Volieren für die Artenvielfalt an australischen Vögeln reserviert, von denen man rechts im Bild Goldschultersittiche (Psephotus chrysopterygius) im vollen Flug bewundern kann. Es gibt auch ein richtiges Vogelhaus für Vögel, denen das tschechische Klima zu kalt ist. Kurz: Auf rund 4000 Quadratmetern bietet der Darwin Krater extrem viel Interessantes für den Besucher – für Kinder und Erwachsene ebenso. Der Prager Zoo hat damit eine recht einzigartige Anlage geschaffen, die Maßstäbe setzt. Jetzt muss für Wombat Cooper nur noch ein Weibchen gefunden werden, dann ist alles perfekt! (DD)

Architektenpantheon

Hier feiert die Architektur sich selbst! Man könnte Stunden vor dem Gebäude verbringen, um die Geschichte der Baukunst in Böhmen zu studieren.

Wir stehen vor dem Bondy Haus (Bondyho dům)  Na poříčí  1059/43, Ecke Těšnov, in der Neustadt. Und hier findet man fast alle der großen Baumeister, die in Böhmen bis zur Zeit des Barock gewirkt haben. Allerdings nur in Stuck. Das vierstöckige Wohnhaus selbst wurde in den Jahren 1891/92 an Stelle eines früheren einstöckigen Gebäudes innerhalb eines Jahres gebaut, was im Kontext der Zeit eine erstaunliche Leistung war. Entworfen und gebaut wurde es von dem Architekten und Bauherrn František Kindl. Daher wird das Haus manchmal auch Kindlův dům genannt.

Eigentlicher Namensgeber und Bauherr des Bondyho dům war Gottlieb Lazar Bondy (für Tschechen auch: Bohumil Bondy). Der war ein jüdischer Geschäftsmann, der sich vor allem durch sein soziales und politisches Engagement einen guten Namen verschafft hatte. Er wirkte unter anderem in der Tschechisch-Jüdischen Bewegung (českožidovského hnutí) mit, die die liberalen Bestrebungen tschechischer Nationalreformer im Habsburgerreich untersützte. Ab 1883 war er sogar direkt gewähltes Mitglied im Böhmischen Landtag. Nebenbei bereicherte er noch die Geschichtsforschung mit seinem bahnbrechenden Quellenwerk K historii Židů v Čechách, na Moravě a ve Slezsku, 906-1620 (Zur Geschichte der Juden in Böhmen, Mähren und Schlesien), das 1906 erschien.

An sich handelt es sich bei seinem Haus bautechnisch um eine damals nicht unübliche moderne Konstruktion aus Stahl, aber mit einer historisierenden Fassade, die das ein wenig verschleiert. Aber die skulpturale Ausstattung ist dennoch bemerkenswert. Bondy hatte dafür den berühmten Bildhauer Bohuslav Schnirch (wir berichteten über ihn u.a. hier, hier hier und hier) gewonnen. Der war ein Spezialist für Neorenaissance, weshalb man viele der üblichen klassisch-antik anmutenden Motive wiederfindet (Bild oberhalb links).

Um die Besonderheit der skulpturalen Ausstattung zu erkennen, die das Gebäude von der üblichen historistischen Mietshaus-Architektur des späten 19. Jahrhunderts abhebt, muss man den Blick nach oben schweifen lassen. Es beginnt bei dem charakteristischen Eckturm, der von drei Statuen gerahmt ist. Es handelt sich um Allegorien, die sich bereits um die Architektur drehen: Architektur, Baumeisterei und Ingenieurskunst.

Darunter, d.h. zwischen den Fenstern des obersten Stockwerks, befindet sich ein wahres Pantheon der böhmischen Architektur. Jeweils von einer Muschel gerahmt, befinden sich hier Büsten großer böhmischer Architekten bzw. von Architekten, die in Prag wirkten. Geordnet sind sie in chronologischer Reihe mit ihren Lebensdaten vom Mittelalter bis zum Barock im 18. Jahrhundert.

Die große Blüte der Gotik im Mittelalter ist präsentiert durch Abt Božetěch (Baumeister der romanischen Teile der Prager Burg), Matthias von Arras, Peter Parler (der Erbauer des Veitsdoms), Johann Parler (Bild links) , Peter von Prachatitz, Matěj Rejsek (siehe auch hier), Benedikt Ried.

Aus der Zeit der böhmischen Renaissance finden wir hier Meister Staněk (Bild rechts), der Erbauer der Dekanatskirche im nahen Tábor, und den im Tessin geborenen Architekten Paolo della Stella. Letzterer erlangte durch die Gestaltung der Königsgärten bei der Burg und das architektonisch originelle Jagdschloss Stern unsterbliche Berühmtheit in Prag.

Und dann sind da noch Baumeister der Barockzeit. Carlo Lurago, Giovanni de Capauli, Christoph Dientzenhofer, Johann Bernhard Fischer von Erlach, Marco Antonio Canevale und Kilian Ignaz Dientzenhofer (Bild links), der u.a. in Prag die Johann-Nepomuk-Kirche auf dem Felsen (wir berichteten hier) erbaut hat. Insbesondere wegen der Tschechisierung der Orthographie bei den deutschen Namen (etwa Fišer statt Fischer bei Fischer von Erlach) muss man manchmal raten, wer hier wer ist. Aber das macht das Gebäude noch mehr zu dem Kultur- und Bildungsspaß, das es so schon ist. (DD)

1100 Jahre Mord an Ludmilla

Es ist statistisch belegt, dass die Mehrzahl aller Morde in der eigenen Familie stattfinden. Die Heilige Ludmilla (Svatá Ludmila) hätte als Mitglied der großen, von Machtinteressen durchsetzten Herrscherfamilie der Přemysliden gewarnt sein müssen. Dass sie dann tatsächlich wohl im Auftrage ihrer Schwiegertochter ermordet wurde, sicherte ihr aber immerhin den Märtyrerinnen- und Nationalheiligenstatus in Böhmen. Der Mord am 15. September jährt sich heuer zum 1100sten Male. Und des Ereignisses wird in Tschechien dieses Jahr ordentlich gedacht.

Auf der Karlsbrücke nimmt ihre Statue eine prominente Stelle in der Mitte ein. Sie durfte da auch nicht in der Galerie der dort befindlichen Heiligen fehlen, denn sie ist die böhmische „Ur-Christin“ schlechthin. Ludmilla war die Ehefrau des böhmischen Přemysliden-Herrschers Bořivoj I., der der erste wirklich historisch belegte Vertreter des Geschlechts ist. Die Christianslegende, eine im 10. Jahrhundert entstandene Geschichtschronik, überliefert, dass er sich um das Jahr 883 am mährischen Hof taufen ließ, um somit der erste christliche Herrscher in Böhmen zu werden. Und seine Frau Ludmilla, die ihn wohl um 874 im Alter von 14 Jahren geheiratet hatte, ließ sich bei dieser Gelegenheit oder möglicherweise kurze Zeit darauf in Böhmen ebenfalls taufen.

Aber es ging dabei nicht nur um das persönliche Seelenheil zweier Menschen. Bei alledem spielte natürlich auch die große Politik ihre Rolle. Die Taufe des Herrscherpaars warf Fragen auf. Irgendwie ging es dabei auch um die Frage der Zukunft Böhmens, das noch am Anfang seines Aufstieges als staatliches Machtzentrum stand. Das Christentum mag hier unter den einzelnen Stammesfürsten umstritten gewesen sein, wenngleich wohl weniger als später überliefert. Dann war da die Frage, ob man sich an die byzantinische Ostkirche, möglicherweise mit einer slawischen Liturgie verbunden, band, oder an die fränkische (deutsche) Kirche, die auf Latein bestand, und bei der Kirchenfürsten eine höhere politische Funktion ausübten. Letzteres kam den Macht- und Zentralisierungsbestrebungen der Přemysliden-Herrscher mehr entgegen.

Das alles braute sich über Ludmilla zusammen. Sie wurde um 889 Witwe. Zunächst regierte danach ihr ältester Sohn Spytihněv und nach dessen Tod 915 sein Bruder Vratislav I., der Böhmen durch den Bau zahlreicher Burgen und Kirchen weiterentwickelte. Nach dessen Tod wurde seine Frau Drahomíra, eine Westslawin, von den Stammesfürsten zur Regentin für den gemeinsamen minderjährigen Sohn Václav (Wenzel), dem späteren Heiligen Wenzel gewählt. Allerdings sollte ihre Schwiegermutter Ludmilla für die Erziehung des jungen Wenzels und dessen jüngeren Bruders Boleslav zuständig sein. Streit war damit geradezu vorprogrammiert. Die Hagiographie um Ludmilla behauptete später, dass Drahomíra eine Heidin gewesen sei, was möglicherweise nicht stimmte, aber als Behauptung später die Heiligsprechung Ludmillas beförderte. Eher schien sie den sächsisch/ostfränkischen (Stichwort: Heinrich I.) Einfluss in Böhmen zurückdrängen zu wollen, während Ludmilla eine engere Verbindung befürwortete. Es ging also primär um Politik. Und da besaß Drahomíra als Regentin kurzfristig mehr unmittelbare Machtmittel. An besagtem 15. September 2015 ließ sie Ludmilla kurzerhand von zwei gedungenen Mördern auf Burg Tetín südlich von Prag mit ihrem eigenen Halstuch erdrosseln. Und so wird die gute Ludmilla auch in der christlichen Ikonographie seither gerne dargestellt: Mit ihrem Halstuch in der Hand. So sehen wir sie oben im großen Bild als Statue auf der Karlsbrücke.

Drahomíra begann nach vollbrachter Tat sofort damit, hauptsächlich deutsche Mönche und Missionare aus dem Land zu vertreiben. Doch ihre Macht ging immer mehr dem Ende zu als der junge Wenzel irgendwann zwischen 922 und 925 volljährig wurde. Da zeigte sich, dass wohl die langfristigen pädagogischen Impulse der Großmutter wirksamer waren als die kurzfristigen Gewaltmethoden der Mutter. Wenzel fuhr einen deutschfreundlichen Kurs und verbannte Drahomíra aus dem Lande. Als er sie einige Jahre später wieder am Hofe aufnahm, war ihre Macht aber gebrochen. Die Geschichte war damit nicht zu Ende, denn bei dem jüngeren Bruder Boleslav hatte die Erziehung durch Großmutter Ludmilla nicht so recht gefruchtet. Oder vielleicht fühlte er sich als Zweitgeborener sowieso immer frustriert und zu kurz gekommen. Auf jeden Fall ließ der um das Jahr 929 oder 935 (weiß man leider nicht so genau) seinen Bruder Wenzel in Mladá Boleslav umbringen – nicht mit einem damenhaften Halstuch, sondern mit Hieb- und Stichwaffen. Auch diese Szene befindet sich auf dem Sockel der Ludmilla-Statue auf der Karlsbrücke, weil sie dorch eng mit der Geschichte der Heiligen verwoben ist. Bruder Boleslav, nun Herzog der Böhmen, ging nun im Geiste seiner Mutter gegen fränkische Gesitliche und auch mit Erfolg gegen sächsische Heere vor – bis er seinen Meister im deutschen Kaiser Otto I. (dem Großen) fand, dem er 950 die Treue schwur. Die hielt er auch und kämpfte 955 sogar tapfer an des Kaisers Seite bei der Schlacht auf dem Lechfeld gegen die ungarischen Invasoren. Er soll sogar persönlich deren Anführer Lehel besiegt haben. Und die Verbindung zwischen dem Deutschen/Römischen Reich gedieh von nun an fruchtbringend.

Jedenfalls durch ihren in den selben historischen Kontext gehörenden gewaltsamen Tod, haben es Ludmilla und ihr Zögling Wenzel zum Heiligenstatus gebracht – beide wohl schom im 10. Jahrhundert. Ironischerweise wurden gerade sie, die sie ihren deutschfreundlichen politischen Kurs mit dem Leben bezahlten, für die Tschechen immer mehr zu den eigentlichen großen Nationalheiligen. Deshalb durfte Ludmilla auf der Heiligengalerie der Karlsbrücke selbstredend nicht fehlen. Verlieren wir doch ein paar Worte zu dieser Statue: Die wurde im Jahre 1730 durch den Bildhauer Matthias Bernhard Braun gestaltet. Von dem findet man auf der Brücke noch Statue des Heiligen Ivo und der Heiligen Luitgard. Zu dieser Zeit war die Ikonographie der Heiligen Ludmilla bereits gefestigt und verbindlich. Neben dem Halstuch musste immer der eine (gute) ihrer Zöglinge, der Heilige Wenzel, mit dabei sein. Der böse Bruder hat seine Schande nicht wiedergutmachen können, und gehört nicht dazu. Und so sieht man den kleinen Wenzel liebevoll zu Füßen der Großmutter – wie üblich ein frommes Buch lesend. Beide – Großmutter und Enkel – tragen einen sogenannten Herzogshut auf dem Haupte. Das ist so eine Art Krone für Herzöge. Wenzel trägt ihn als tatsächlicher späterer Herzog, Ludmilla als Herzogswitwe. Könige mit richtiger Krone wurden die Přemysliden erst 1158 unter Vladislav II., der den Titel aber noch nicht vererben durfte.

Wie dem auch sei: Ludmilla war in Böhmen immer eine populäre Heilige. Unzählige Kirchen sind nach ihr benannt – ein Beispiel präsentierten wir hier. Schon im Mittelalter wuchs ein Kult um sie. In der Zeit der Gegenreformation nach 1620 brauchte man sie nicht propagandistsich aufzubauen, wie den Heiligen Nepomuk (das erwähnten wir u.a. hier), der erst über 400 Jahre nach seinem Tod zum Heiligen wurde. Und im 19. Jahrhundert, der Zeit des wachsenden tschechischen Patriotismus im Habsburgerreich, kam noch eine leicht nationalistische Komponente hinzu.

Ludmilla war und blieb immer allgegenwärtig – allenfalls übetroffen von ihrem Enkel Wenzel. Kein Wunder, dass dieses Jahr in Prag und ganz Tschechien zum Ludmilla-Jahr erklärt wurde. Es gibt Veranstaltungen, Festkonzerte, Sondergottesdienste, wissenschaftliche Kolloquien, Kunstaktionen und große Ausstellungen – im Bild oberhalb links sieht man an der Wand der Akademie der Wissenschaften ein Plakat, das für die Ausstellung drinnen wirkt. Aber das ist nur einer von vielen Events. Denn natürlich sind auch dieKirchen in der Stadt überall mit Bildern der Heiligen geschmückt und machen auf das Festjahr aufmerksam – allen voran an der rechts abgebildeten Ludmilla Kirche in Vinohrady. Die Heilige, so mag man sich erhoffen, lockt mit ihrer immerwährenden Popularität die Menschen in die Kirchen. (DD)

Gezähmter Wolf

Ganz brav wie ein dressierter Haushund sitzt er vor dem Heiligen. Aber was man hier in Stein gemeißelt auf einer Grünanlage in Prag-Břevnov sitzen sieht, ist in Wirklichkeit eine wilde Bestie, die schon viele Menschen getötet hat. Bei der Skulptur handelt es sich nämlich um um eine Darstellung der Heiligenlegende um den Heiligen Franziskus von Assisi und den Wolf von Gubbio, die uns durch die Fioretti di San Francesco (Blümchen des Hl. Franziskus), einer im 14. Jahrhundert verfassten anonymen Sammlung von Anekdoten über den Heiligen, überliefert ist.

Dieser Legende zu Folge soll der Wolf vor den Toren der umbrischen Stadt Gubbio gewütet haben. Er tötete zuerst Vieh, dann auch Menschen, wo immer er sie traf. Die Bürger erstarrten vor Angst, schlossen sich ein und gingen nie unbewaffnet außer Haus. Aber mit Gewalt schien der Wolf unbesiegbar. Erst als der Heilige Franziskus (zum Erstaunen der verängstigten Menschen) unbewaffnet hinausging und dem angreifenden Wolf das Kreuz entgegenhielt, hielt auch der Wolf plötzlich inne. Er hörte einer frommen Zurechtweisung des Heiligen zu. Der war ja so etwas wie der Dr. Doolittle unter den Heiligen und konnte mit den Tieren reden.

Franziskus löste die Angelegenheit durch einen Appell an das Gute im Wolf und an das Vergeben bei den Bürgern. Der Wolf sollte versprechen, dass er ab sofort friedlich und hilfbereit sein möge. Die Bürger Gubbios sollten wiederum vergeben und sich nicht in Rache ergehen. Sie sollten vielmehr dem Wolf ein wenig von ihren Speisen abgeben, damit er nicht verhungerte. An diesen Vorschlag des Heiligen hielten sich fortan Wolf und Bürger. Und ab sofort waren alle zufrieden und der Wolf starb erst im hohen Alter friedlich und war zu dieser Zeit bei den Bürgern hochgeschätzt.

Der aus Brno in Mähren stammende Bildhauer Vladimír Matoušek hat die in weißem Stein gemeißelte Skulptur im Jahre 2006 fertiggestellt. Der Wolf sitzt hier hier in aufmerksamer Zuhörposition, während der Heilige in vertrauenserweckender Pose leicht vorgebeugt auf ihn einredet. Der Heilige ist, wie es ja zur Überlieferung passt, als bescheidener Mensch dargestellt. Kein Heiligenschein oder ein sonstiges Pracht andeutendes Attribut wurde ihm beigefügt. Sein Heiligenstatus und seine Frömmigkeit werden nur durch einen aus der Kutte geradezu lässig heraushängenden Rosenkranz verdeutlicht.

Dass er Heilige Franziskus mit dem Wolf gerade hier an diesem Ort steht, ist natürlich kein Zufall. Die Skulptur befindet sich inmitten einer schön bewaldeten Grünanlage vor dem klassizistischen Gebäude der Schwesternschule des Franziskanerorden in Tschechien – im Stadtteil Břevnov (Prag 6), nicht weit entfernt vom dortigen Kloster (wir berichteten hier). Ein öffentlicher Spazierweg führt durch die Anlage. Und für das fromme pädagogische Anliegen der Schule ist die Geschichte des Wolfs von Gubbio und diese sehr anmutige Skulptur sicher eine gute Werbung. (DD)