Brauen mit Ehrgeiz

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Immmerhin bis in das Jahr 1466 lässt sich die Brauereigaststätte U Medvídků (Zum Bärchen) in der Na Perštýně 7 am Rande der Altstadt zurückverfolgen. Bis 1898 wurde fortan hier ununterbrochen Bier gebraut. Irgendwann war das für eine Weile nicht mehr rentabel und man beschloss als bloße Gaststätte Brauereibiere, die woanders gebraut wurden, zu servieren. Aber am Ende musste man doch zeigen, dass man mehr konnte. Und das tut man heute!

IMG_2833Aber auch als Gaststätte ohne Brauerei hatte das U Medvídků viel zu bieten und zog viel Publikum an. Es gab zahlreiche verschiedene Gasträume, Säle und Kellergewölbe, von denen einige sogar noch wirklich aus dem Mittelalter stammen – also jener Zeit als die Brauerei gegründet wurde. Anfang des 20. Jahrhundert wurde in den Mauern des U Medvídků sogar das erste Kabarett in Prag gegründet. In diesen Mauern weht tatsächlich der Atemhauch der Geschichte!

IMG_2825Aber auch diese schöne Zeit als bloße Gaststätte mit Nebenprogramm endete als 1948 die Kommunisten kamen und die Besitzer entschädigungslos enteigneten. Man braucht eigentlich nicht zu erwähnen, dass die Gaststätte in dieser Zeit immer mehr verfiel und bald nur noch ein Schatten ihrer selbst war. Gottlob beendete die Samtene Revolution 1989 die Schreckensherrschafft. Die Erben der ursprünglichen Besitzer bekamen ihr Eigentum restituiert. Und damit ging es bergauf!

Ende 2004 war es soweit: In den Hallen des U Medvídků wurde wieder Bier gebraut. Seither platzt man geradezu vor Ehrgeiz. Es gibt eine große Palette von Bieren, darunter saisonale Sonderbiere, ja, man behauptet sogar, das stärkste Bier der Welt zu brauen. Wer sich da vollständig durchtrinken will, wird bald Probleme haben, auf zwei Beinen nach Hause zu kommen. Aber IMG_2823inzwischen kann man sogar im Hause selbst im schicken eigenen Hotel übernachten und seinen Kater loswerden.

Soweit haben wir es noch nicht getrieben. Bei letzten Besuch haben wir unter anderem das Weißbier und ein rosafarbenes Lagerbier (es schmeckte tatsächlich unerwartet gut) probiert, die beide frisch gezapft serviert wurden (Bild links). Das berühmte Halbdunkel der Marke Oldgott, auf das sie hier sehr stolz sind (großes Bild oben), wird in der Flasche kredenzt, ist aber nicht minder empfehlenswert. Dazu gibt selbstredend gute und solide tschechische Kulinarik (kleines Bild Mitte rechts). Man kann die Biere anschließend auch im kleinen Brauereishop zum Mitnehmen kaufen. Der ist wohlsortiert. Es ist möglich, dort viele Biersorten in Flasche und Fäßchen, Souvenirs und sogar Bierbadesalz zu erwerben. Bei Pragern und (mehr noch) bei Besuchern der Stadt ist das U Medvídků jedenfall zu Recht ein beliebter Ort für den Biergenuß! (DD)

 

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