Der Brunnen auf dem Kleinen Platz

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Bevor Ende des 19. Jahrhhunderts eine moderne Kanalisation mit Wasserleitungen in Prag eingeführt wurde, musste man sich das saubere Wasser mühsam aus tiefen Brunnen holen. Den ältesten noch existierenden dieser Brunnen findet man gleich neben dem berühmten Altstädter Ring auf dem wegen der vielen Renaissancebauten, die ihn säumen, recht beeindruckenden Malé náměstí (Kleinen Platz).

IMG_2852Bis in das Jahr 1560 lässt sich der Brunnen zurückdatieren. Die Gitteraufbauten und die steinernen Löwen, aus deren Mund der Wasserausfluss ragt, stammen wahrscheinlich von dem damaligen Hofschmied der Burg, Jörg Schmidhammer. Der Brunnen wurde seitdem immer weiter ausgebaut. Im 17. Jahrhundert setzte man eine Schmiedekunstdarstellung des böhmischen Löwen darauf.

Um das nunmehr recht beeindruckende kleine Kunstwerk zu schützen, beschloss man im IMG_285119. Jahrhundert, das Ganze noch einmal durch ein übergestülptes kunstvolles Eisengitter zu schützen. Die neogotische Struktur, die der Architekt und Bildhauer Josef Mocker (früherer Beitrag hier) entworfen hatte, prägt heute zumindest von weitem den Gesamteindruck des Brunnens, der dadurch schon so etwas wie eine kleine Einführung in die Geschichte des Prager Kunstschmiedehandwerks von der Renaissance über den Barock bis zur Neogotik wurde. Das große Bild oben wurde durch das Mockersche Gitter geknipst und zeigt den ursprünglichen Bauzustand.

Der Brunnen funktioniert übrigens noch immer. Bedient man einen der beiden Schwengel an den Seiten, fließt schon nach recht erstaunlich kurzer Zeit klares Wasser. (DD)

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