Lokaler verbundener Künstler

František Jakub war ein damals selbst im Ausland, wo er viele Ausstellungen gewidmet bekam, ein sehr bekannter tschechischer Maler, dessen Nachruhm nicht zuletzt durch eine Gedenktafel mit Büste in der Slezská 1313/66 in Prag-Vinohrady aufrecht erhalten wird.

Jakub gehörte zu den böhmischen/tschechischen Vertretern des Intimismus, einer in Richtung Symbolismus tendierenden Stilrichtung des Post-Impressionismus. Er war hierin ein Gefolgsmann und Bewunderer des französischen Zeitgenossen Henri Le Sidaner. Sein Malerhandwerk hatte er als Schüler der in Prag lehrenden akademischen Malers Vojtěch Antonín Hynais und Maxillián Pirner erlernt. Er fühlte sich wohl immer dem Stadtteil Vinohrady (bis 1922 eine eigenständige Stadt) verbunden. Wenn man will kann man seine schönen Wandmalereien in der dortigen Sparkasse (wir berichteten hier) bewundern. Deshalb hat man ihn hier wohl auch besonders geehrt.

Unweit des und mit Blick auf den schönen Gartens der Brüder Čapek (Sady bratří Čapků), über den wir hier berichteten, hatte Jakub sein Domizil und Atelier in ebenjenem Gebäude, dessen Fassade nun mit seiner Gedenktafel geschmückt wird.Es handelt sich bei dem Gebäude um ein vierstöckiges Wohn- und Mietshaus, das um 1905 im Stil der Neorenaissance erbaut wurde. „Zde žil a tvořil český malíř František Jakub, 1875-1940“ (Hier lebte und wirkte der tschechische Maler František Jakub, 1875-1940), lautet der Text unter der Büste auf der Tafel.

Geschaffen wurde die Plakette/Büste einige Jahre nach Jakubs Tod im Jahr 1940 von dem Bildhauer und Medailleur Rudolf Březa. Angebracht wurde sie jedoch erst lange nach dem Tod Březas 1955, nämlich im Jahr 1968. Man kann nur spekulieren, warum das so war. Vielleicht war es in der 1968 stattfindenden kurzen Liberalisierungsphase des Prager Frühlings auch unter dem Kommunismus erstmals möglich, einen bürgerlichen Maler zu ehren, der keine entsprechenden ideologischen Referenzen aufwies – und dann noch angefertigt von einem Künstler wie Březa, der als aktiver Anhänger und Unterstützer der demokratischen Ersten Republik bekannt war.

Jakub ist als lokal verbundener Künstler natürlich auch ganz in der Nähe beerdigt, nämlich im Kolumbarium (auch Urnenwand genannt; d.h. Aufbewahrungsort für Urnen Verstorbener), der berühmten funktionalistischen Kirche des Hus Haus (Husův sbor) von Vinohrady, über das wir bereits hier berichteten. (DD)

Bei den Nilpferdbadewannen

Hroší lázeň – auf Deutsch: Nilpferdbadewanne – nannte der offenbar mit Humor gesegnete Bildhauer Josef Klimeš seine Kreation, eine Kombination von Großskulptur und Treppe, die das Herz eines jeden Freundes des brutalistischen Stils der 1970er/1980er Jahre höher schlagen lassen muss. Roher Beton in Fülle – und das ohne ein unnötig ablenkendes Umfeld! Denn drumherum sieht man auch sonst nichts anderes als Beton.

Auf den ersten Blick könnte der Spaziergänger, den es in das graue Gewirr von Eisenbahngleisen, Auffahrten und Zubringern zur Barrandov Brücke (Barrandovský most) verschlagen hat, denken, dass es sich um Stützpfeiler mit einer Aufhängung für eine dann doch nicht gebaute weitere Zubringertrasse handelt. Aber es handelt sich in der Tat um echte Kunst am Bau. Und hier, auf dem östlichen Ufer der Moldau gibt es in Sichtweite noch ein zweites Exemplar, das recht ähnlich aussieht und deshalb auch Hroší lázeň II heißt (Bild links). Man muss sich allerdings auf komplizierten Wegen am Rand der dicht befahrenen Schnellstraße dahin durchkämpfen. Echte Nilpferde dürften weder in Hroší lázeň I noch in Hroší lázeň II jemals gebadet haben, aber man muss zugeben, dass die Bezeichnung irgendwie doch den Nagel auf den Kopf trifft.

Die hiesige Ufer-Schnellstaße, die hier mit Zubringern des Prager Autobahnrings zusammentrifft, führt durch ein sehr schmales Terrain, denn der Uferstreifen wird eng durch die steil aufsteigenden Barrandov-Felsen begrenzt. Deshalb ist hier auch solch ein dichtes Gewirr von Straßen auf allen Ebenen (plus einer am Ufer fahrenden Eisenbahn). Und natürlich alles in rohem Beton, der die wachsende Zahl der Anhänger des einstmals verschrienen Brutalismus nur so verzücken muss (ansonsten ist das natürlich immer noch nicht unbedingt jedermanns Ästhetik).

Das war natürlich der angesagte Baustil als die Barrandov Brücke erbaut wurde. Sie wurde nämlich in den Jahren 1978 bis 1988 nach den Plänen des Architekten Karel Filsak (dem wir u.a. das berühmte Hotel Intercontinental in der Altstadt verdanken) gebaut. Auf dem Bild rechts kann man die Brücke von den Stufen von Hroší lázeň II aus schön begutachten. Die Brücke aus Spannbeton ist insgesamt 352 Meter lang und bis zu 55 Meter breit. Sie besteht aus zwei separaten Fahrbahnen mit je vier Fahrspuren, von denen die erst (südliche) schon 1983 eröffnet wurde. Sie verbindet die Stadtteile Barrandov (Westufer) und Braník (Ostufer). Weil das ganze Arrangement auch den Verkehr zum Autobahnring hin- und wegleitet, herrscht hier heftigster Autoverkehr. 2017 sollen hier 142.000 Autos am Tage im Durchschnitt über die Moldau gefahren sein. Die Brücke gilt als hoffnungslos überlastet.

Wie dem auch sei: nach der Eröffnung im Jahre 1988 wurden hier die beiden Nilpferdwannen (die der Volkmund auch manchmal als „Krmítko pro slony“ bezeichnet, auf Deutsch: Elefantenfutterstelle) als Kunstwerke aufgestellt, wobei die architektonisch in die Brückenkonstruktion intergriert sind. Neben ihrem Status als Kunstwerk dienen sie auch als Überdachung von Treppenaufstiegen. Wer unbedingt im Zubringerchaos die Straße wechseln oder eine der bewachsenen Verkehrsinseln aufsuchen möchte, kommt von hier aus auf das „Erdgeschoss“ und kann andernort wieder aufsteigen. Und zwar in unterschiedlicher Weise.

Bei Hroší lázeň II ruht die eigentliche „Wanne“ auf einem Treppenhaus, das um eine Ecke führt. Im Zwischendeck hat man eine Blicknische gelassen, die – vor allem am Umfeld gemessen – eine schöne Aussicht auf die Felslandschaft des gegenüber liegenden Ufers erlaubt (Bild links). Das ist schon fast Illusionskunst. Man muss sich ein wenig die Ohren zuhalten, damit man den Verkehrslärm nicht hört, aber dann konnte man an eine Idylle glauben – aber nur von diesem Blickwinkel aus.

Biegt man um die Ecke und geht herunter, dann verliert sich die Illusion. Man befindet sich zwischen Betonwänden am Straßenrand und kann sich auf einem kleinen Bürgersteig langsam auf den Weg machen.

Eine Unterführung weiter steht man vor Hroší lázeň I. Der sieht ähnlich aus, aber die Wanne ist nicht in die Treppe intergiert. Die Wanne schwebt geradezu frei auf einem umfänglichen Rundpfeiler, der längs geriefelt ist. Dadurch, so könnte man als Phantasiebegabter meinen, spielt das Ganze auf klassisch-antike Säulen mit ihren Kanneluren an. In dieser Weise freischwebend wirkt die Wanne noch brutalistischer als die von Hroší lázeň II, obwohl bei doch ungefähr gleich groß konstruiert sind. Die Treppe hinauf auf den Zubringer führt jetzt nicht durch ein Treppenhaus, sondern diagonal an der Säule vorbei unter der Wanne (die hier Regendach wird) hindurch.

Die beiden Nilpferdbadewannen konnten übrigens froh sein, dass sie erst 1989 hier aufgestellt wurden. In dem Jahr endete ja bekanntlich auch der Kommunismus. Das hatte die Umbenennung der ursprünglich nach dem ehemaligen kommunistischen Staatspräsidenten Antonín Zapotocký damals Antonín Zapotocký Brücke (most Antonína Zápotockého) benannten Brücke zur Folge. Nilpferdbadewannen sind eine viel zu lustige Idee, als dass man sie mit einem verstorbenen Stalinisten in Verbindung bringen sollte. Neben einer politisch neutralen Barrandov-Brücke dürften sich die grundsätzlich demokratie-freundlichen Nilpferde, so sie sich doch einmal hierhin zu einem erfrischenden Bade einfinden sollten, erheblich wohler fühlen.

Wie dem auch sei, so sehr sie von der Straßenperspektive auch ein wenig aussehen mögen, als ob hier ein Stück Zubringer unvollendet geblieben wäre, so sehr beeindruckt der Blick von unten (links wieder Hroší lázeň II). Man sieht, wie sehr der Bildhauer versucht hat, dass sein Kunstwerk inmitten der gigantischen Brücken- und Zubringerarchitektur immer noch optisch herausragend wirkt. Es ist die schiere Wucht des Betons, die man hier bewundern kann. Das Ganze erinnert ein wenig an einen alten Schiffsrumpf, wobei dieser Eindruck durch die Abdrücke der Holzverschalungen, die für den Guss verwendet wurden, noch einmal verstärkt wird.

Man soll aber bei dieser Gelegenheit nicht annehmen, das der Bildhauer, Josef Klimeš, nur ein Mann für’s Grobe war, der Gigantomanie in Beton goß. Vielmehr konnte er auch anders. Nämlich durchaus figürliche und feine Darstellungen (Beispiel hier). Kurz: Er war ein vielseitiger Künstler. Hier hatte er sich eben – wie es ein guter Künstler tun muss – über den Kontext seines Werkes (der nun einmal eine Betonbrücke ist) Gedanken gemacht, und dies durchaus sehr passend mit mit augenzwinkernder Phantasie realisiert. Es nur schade, dass die Barrandov-Brücke nicht so prominent und bekannt ist wie die Karlsbrücke, sondern eher abgelegen. Deshalb sehen sich wohl nur wenige Touristen je die beiden Nilpferdbadewannen an. Nur hartgesottene Brutalismus-Fans verirren sich hierher.

Komplett ist die Beschreibung der beiden Wannen aber noch nicht, wenn man sich nicht mit dem gegenüber liegenden Ufer befasst. Dort in Braník ist das Gewirr der Zubringer etwas geringfügiger wirr als drüben in Barrandov, aber eben immer noch recht komplex. Und so kann man im Vorbeifahren mit der Ufer-Straßenbahn die Skulptur Rovnováha (Balance/Gleichgewicht) bewundern – ebenfalls ein Werk von Klimeš. Der Titel des Werkes ist natürlich nicht so lustig wie der der „Nilpferdbadewannen“, aber doch recht sinnfällig. Leider ist sie von einer Werbetafel am Wegesrand etwas verstellt. Die Skulptur besteht wieder aus einer Säule mit Kanneluren (wie Hroší lázeň I). Darauf befindet sich aber keine Wanne, sondern ein auf dem „Rücken“ liegender Betonhalbkreis, der aber an einer Seite unregelmäßig „ausflattert“. Das erweckt den Eindruck eines schwer zu stabilisierenden Gleichgewichts. Die Möglichkeiten, die uns Stahl und Beton geben, um schwierige Gleichgewichte zu meistern, werden also recht augenscheinlich gemacht. Auch hier ließ der Künstler seinen Hintersinn walten. (DD)

Heilkundige Heilige

Heute ist der 7. April und somit Weltgesundheitstag. Dazu hat die Karlsbrücke mit ihrer Galerie von 30 Heiligenstatuen auch die richtigen Schutzheiligen parat: Kosmas und Damian.

Man könnte annehmen, die Heiligen auf Prags Wahrzeichen hätten meist irgendeinen direkten Bezug zu Prag oder zumindest Böhmen. Bei Lokalheiligen wie Ludmilla oder Kyrill und Method stimmt das, aber in den meisten Fällen lässt sich der direkte Bezug nicht herstellen. So scheint es auch mit Kosmas und Damian zu sein, die niemals auch nur vage entfernt in die Nähe der böhmischen Länder kamen, als sie noch lebten.

Denn eigentlich lebten die beiden Brüder (manche sagen: Zwillingsbrüder) im 3. Jahrhundert im heutigen Syrien. Bei Kyrrhos arbeiteten sie in einem Hospital. Da ihnen Engel beistanden, verbrachten sie wahre medizinische Wunder. So konnten sie einem Menschen, der ein zerfressenes Bein hatte, im Schlaf das Bein eines anderen, verstorbenen Menschen ansetzen. Die Heilung kam in Sekundenschnelle und verlief perfekt. Und mit dieser göttlichen Heilkunst bekehrten sie auch die nunmehr genesenen Ungläubigen in Massen zum christlichen Glauben. Und vor allem: Aus Glaubensgründen lehnten sie es ab, für ihr medizinisches Wirken Geld anzunehmen. Als der Märtyrertod nahte, wollte Kosmas erst nicht mit Damian zusammen begraben werden, weil der einmal einer wohl recht empfindlichen Patientin, die ihm Geschenke anbot, nicht beleidigen wollte und die Gabe doch annahm. Aber gottlob kam nach dem Tod eine Art orientalischer Vorläufer von Mr. Ed, nämlich ein sprechendes Kamel, das veranlasste, dass die beiden Brüder doch gemeinsam ihre letzte Ruhe fanden.

Über die Art, wie sie den Märtyrertod fanden, gibt es verschiedenene Legenden. Eine besagt, dass unter Kaiser Carinus ein eifersüchtiger (heidnischer?) Kollege sie umbringen ließ. Eine andere, dass sie in der Regierungszeit des Christenverfolgers Kaiser Diokletian mehrere Hinrichtunsgversuche (Ertränken, Erschießen durch Pfeile, Steinigen) überlebten, bevor sie enthauptet wurden. Auf jeden Fall machten ihr wundersames Wirken und ihr Martyrium einen eine so großen Eindruck auf die Menschen, dass schon im 4. Jahrhundert erste Kirchen überliefert sind, die die Namen der beiden schon recht bald Heiligen trugen. Das Grab wurde zur Pilgerstätte. Vom Mittleren Osten breitete sich der Kult nach Russland und über den Balkan aus, gelangte nach Italien und ließ auch die deutschen Lande nicht unberührt. Die Schatzkammer des Essener Doms erfreut daran, als ganz besondere Reliquie das angebliche Schwert zu besitzen, mit dem gemäß einer Legendenversion die beiden Heiligen enthauptet wurden.

Also warum stehen Kosmas und Damian zur Rechten und zur Linken von Jesus Christus, der sein Kreuz trägt, auf der Prager Karlsbrücke. Nun, die Statuen der Heiligen auf der Karlsbrücke wurden natürlich noch nicht von der Europäischen Kulturförderung finanziert. Es ging – ganz im Sinner katholischer (und liberaler) Soziallehre – sehr subsidiär zu. Freiwillige Gönner und Spender waren gefragt, nicht der Staat. Und die Medizinische Fakultät der Karlsuniversität war bereit zu einer guten Tat zur Verschönderung des Stadtbilds. Und als Spender wollte die Fakultät bestimmen, wer das geehrt wird. Und wer wäre da passender gewesen als die beiden heilkundigen Heiligen Kosmas und Damian? Schließlich sind sie die bedeutendsten unter den Heiligen Ärzten, die auf Altgriechisch Ανάργυροι (Anargyroi) genannt wurden, also „ohne Silber“, weil sie unentgeltlich arbeiteten.

Mit der Ausfertigung ihres Denkmals beauftragte die Fakultät den Bildhauer Johann Ulrich Mayer, der das Werk 1709 fertigstellte. Mayer gehörte damals zu den bekannten Vertretern der Barockbildhauerei und hatte mit anderen Meistern des Fachs, insbesondere Mathias Braun und Johann Ferdinand Brokoff zusammengearbeitet, die ebenfalls Statuen auf der Karlsbrücke hinterließen. Neben der Statuengruppe von Kosmas und Damian fertigte Mayer für die Karlsbrücke auch noch die Statue des Heiligen Judas Thaddäus an. Um ihr christliches Wirken stärker zu symbolisieren, hat Mayer die beiden Heiligen um den Gekreuzigten gruppiert. Rechts (aus der Sicht von Christus) sehen wir Kosmas (linkes Bild). Das erkennt man eigentlich nur an der Inschrift auf dem Sockel, denn Mayer hat sie als die Zwillinge dargestellt, die sie ja wohl auch waren.

Und so sieht man links von Jesus den Heiligen Damian. WIe sein Bruder trägt auch er einen Palmzweig, auch Märtyrerpalme genannt, auf dem Arm, ein häufiges Symbol für Heilige, die für ihren Glauben ihr Leben gaben. Und beide halten eine Salbenbüchse, wie Apotheker sie zur Zeit der Errichtung der Statuen benutzten. Die von Kosmas ist etwas bauchiger als die von Damian. In jedem Fall sind sie Attribute der Heilkunst. Desgleichen gilt für die eng anliegenden Kopfbedeckungen aus Stoff, die in der barocken Ikonographie häufig als Berufskleidung für Ärzte vorkommen. Alles zusammen macht die Heiligen unverwechselbar. (DD)

Gute Konstellation

Kunst am Bau ist eine gute Sache. Gerade von allzu funktionaler Architektur überzogene Stadtteile mit riesigen Bürokomplexen bedürfen ab und an der optischen Auflockerung mit geistig-künstlerischem Gehalt. Wie das geht, sieht man hier in der Pikrtova im Stadtteil Pankrác (Prag 4), der wegen seiner Bürohochhäuser bisweilen als „Prager Manhattan“ bezeichnet wird.

Die hier abgebildete sechs Meter hohe Skulptur trägt den Namen Passagierkonstellation (Souhvězdí pasažérky) und ist das Werk der mittlerweile international anerkannten und mit Ehrenpreisen überhäuften (etwa dem Jindřich Chalupecký Award) Bildhauerin Pavla Sceranková. Das Kunstwerk, das sich gut in die architektonisch durchaus originell gestaltete Umgebung des Bürohauses einpasst, stellt in abstrakten Elementen (Kugeln, Stangen) eine Frau dar, die mit einem Koffer eine Reise antritt, die aber nicht unbedingt an unsere Erde gebunden ist. Konstellationen, also das räumliche Verhältnis von Dingen zueinander (ein Begriff der häufig von Astronomen verwendet wird), ist generell ein Thema, dessen sich die Künstlerin annimmt. 2013 zeigte sie zum Beispiel in der Mährischen Galerie in Brünn (Moravská galerie v Brně) ein Kunstwerk unter dem Titel Konstallationen ausgestellt, das mit Stangen verbundenen Bürostühlen das Sternbild des Großen Bären geradezu galaktisch nachempfand.

Die Skulptur der die irdischen Sphären verlassenden Reisenden, deren Einzelteile selbst wie Planeten im All (oder Atommoleküle?) auszusehen scheinen, wurde 2017 entworfen und im Jahr darauf hier vor dem erst 2015 errichteten 13stöckigen Bürokomplex aufgestellt, der wiederum ein Werk des Ateliers des Architekten Vladimír Krátký ist. Das Enterprise Office Center, (auf Tschechisch: Budova Enterprise) wie es genannt wird, beherbergt auffallend viele Büros von Hightech- und Computerfirmen. Das passt zu dem sehr zukunftsgewandten Thema des Kunstwerks von Pavla Sceranková. Oder anders ausgedrückt: Das Bürogebäude und das Kunstwerk bilden zusammen eine ausgesprochen gute Konstellation. (DD)

Kein 50-Pfennig-Stück, aber viel Funktionalismus

Die Dame, die da im Felde die Ähren absichelt, erinnert ein wenig an die 50-Pfennig-Münze aus der Zeit der guten alten D-Mark. Damit hat sie aber nichts zu tun. Wir sind hier nämlich im Prager Stadtteil Karlín in der Sokolovská 371/1 und nicht bei der Münze der Deutschen Bundesbank in Weiden.

Das Relief befindet sich neben dem Eingang eines Gebäudes, das ästhetisch in grobem Kontrast zu der biederen Konventionalität der Darstellung steht. Bei dem Gebäude handelt es um den palác Atlas (Atlas Palast), der in den Jahren 1939 bis 1942 von den Architekten František Stalmach und Jan Hanuš Svoboda. Die Ausführung fiel in die Zeit der Nazibesetzung und lange hätten die beiden nicht mehr Gebäude in einem derartig avantgardistisch funktionalistischen Stil bauen können. Als sich nach der Vertreibung der Nazis die Lage nicht verbesserte, weil die Kommunisten 1948 die nächste Runde Totalitarismus (mit der damit verbundenen Kulturöde) eröffneten, verließen übrigens beide Architekten das Land. Svoboda ging 1948 in die USA, wo er 1978 starb, Stalmach nach Kanada, wo 1985 sein Leben endete.

Das Relief der Landarbeiterin, zu dem sich auf der anderen Seite der Tür ein behelmter Industriearbeiter hinzugesellt, könnte auf dem ersten Blick unpassend wirken und eher in die Zeiten des Kommunismus gehören. Aber das künstlerische Lob des Wertes der Arbeit war auch während der Ersten Republik (1918-38) en vogue – allerdings im Kontext demokratisch-republikanischer Werte und bezeichnenderweise oft im Verbund mit funktionalistischer Architektur, die unter Hitler und dem Stalinismus verpönt war. Ein Beispiel stellten wir hier vor.

Diese beiden Reliefs mit Arbeiter ind Landarbeiterin waren das Werk von Václav Markup, einem Schüler der beiden großen Meisterbildhauer Josef Mařatka und Bohumil Kafka, dem wir u.a. das große Reiterdenkmal auf dem Vítkovberg verdanken. Es ging hier auch nicht um Klassenkampf, sondern um die Tugend des Arbeitsfleißes. Denn das Gebäude wurde für die Česká spořitelna (Tschechische Sparkasse) als Filiale gebaut, was sie übrigens immer noch ist. Im Erdgeschoss befand und befindet sich noch immer ein großes Kino.

Die Sparkasse renovierte das oft „Dampfer“ genannte Gebäude in den 1990er Jahren grundlegend. Elegant geschwungene Glaselemente wurden dabei begradigt und viel Blechverkleidung angebracht. Das ganze habe „Eleganz der Fassade sicherlich nicht begünstigt“, meinte der Architekturkritiker Zdeněk Lukeš später. Der Eingang selbst (mit dem böhmischen Löwen darüber) wirkt noch einigermaßen authentisch und kontrastiert daher auch weniger scharf mit den Reliefs., als es nun der Rest des etwas unsensibel renovierten Gebäudes tut, das eigentlich zu den Meisterwerken des tschechischen Spätfunktionalismus gehört. (DD)

Bedeutende Krippe mit Hund

Man ist immer wieder erstaunt, welch Reichtum an schönen Krippen sich zur Weihnachtszeit in Prags Kirchen auftut! Unter ihnen dürfte die in der Kirche der Maria der Engelsgleichen (Kostel Panny Marie Andělské) in der Burgstadt (Hradčany), Černínská 98/3, befindliche Krippe bei den Kapuzinern (Betlém u kapucínů) die beeindruckendste und wohl auch die kunsthistorisch bedeutsamste sein.

Man findet sie ab dem 25. Dezember bis Mitte Januar in einem Nebenraum der 1600 bis 1602 erbauten Klosterkirche des Ordens der Kapuziner (wir berichteten bereits hier). Der kleine Raum ist von allen Seiten mit teils lebensgroßen Figuren gefüllt. 48 sind es, davon 32 Menschen und 16 Tierdarstellungen. Die menschlichen Figuren sind bis zu 175cm groß. Sie stehen nicht nur unmittelbar bei der Krippe mit dem Jesuskind, sondern sind überall im Raum in Gruppen aufgestellt. Es wimmelt im ganzen Raum nur so von Hirten, Schafen und Königen.

Der Schöpfer dieses Werkes ist uns heute nicht mehr bekannt, aber es dürfte ein handwerklich begabter Mönch des Klosters im zweiten Viertel des 18. Jahrhunderts gewesen sein. Sein Name könnte Kašpar gelautet haben, wenn man einigen Dokumenten im Kloster glauben darf. Mehr weiß man nicht. Er kannte sich aber auf jeden Fall wohl gut mit der Kunst der neapolitanischen Krippen aus. In Neapel entstanden wohl die ersten Krippen im 13. Jahrhundert, was die Stadt zum Urzentrum der Krippenkunst macht. Und im barocken 17. Jahrhundert und frühen 18. Jahrundert erreichte der Krippenbau hier seinen künstlerischen Höhepunkt und begann, den Rest Europas – darunter eben auch Prag – zu beeinflussen.

Einzelne Figuren wurden schon einmal restauriert, aber dadurch wissen wir trotzdem nicht so recht, wie sie hergestellt wurden, da wohl verschiedene Techniken bei den Figuren verwendet wurden. Bei den größeren und wichtigen Figuren sind Hände und Köpfe aus polychromen Holz geschnitzt. Die Körper sind bestehen wohl in der Regel aus Holzgestellchen, die mit Papiermaché umhüllt sind. Darüber zog man Stoffkleidung (bei Menschen) oder künstliches Fell (bei Tieren). Bei etlichen „minder bedeutenden“ menschlichen Figuren scheinen aber auch Köpfe und Hände aus Papiermaché zu bestehen und nicht aus Holz. Das könnte bei den hinteren der im Bild rechts abgebildteten Hirten der Fall sein. Um die genauen Techniken zu erfahren, müsste man sämtliche Figuren komplett restaurieren, wozu aber noch kein Grund bestand.

Die Krippe ist die älteste Kirchenkrippe in Prag. Die erste Krippe, deren Existenz überliefert ist, gab es bereits 1562, aber die ist verschollen. Für den Erhalt der alten Krippen war es geradezu verheerend, dass in den 1780er Jahren Kaiser Joseph II. Krippen für unaufgeklärten Aberglauben hielt und aus den Kirchen (als öffentlicher Raum) verbannte. Die Böhmen liebten aber ihre Krippen, was dazu führte, dass im 19. Jahrhundert eine grandiose Tradition der privaten Hauskrippen entstand. Allerdings waren Kirchenkrippen auch schon bald nach Ableben Josephs II. wieder legal. Und die Klosterkrippe in der Kirche der Maria der Engelsgleichen hatte die Zeit im Keller eingemottet überlebt. Seit 1969 wird die Krippe nach Weihnachten größtenteils nicht mehr abgebaut, weil das doch sehr aufwendig wäre. Sie bleibt in dem rechts neben dem Haupteingang befindlichen kleinen Raum, der nach der Saison einfach zugeschlossen wird. Das schont auch die historisch so wertvollen und fragilen Figuren. Zur Eröffnung wird dann über dem Türchen des Raums ein großer Stern von Betlehem – jener, der die Ankunft Jesu Christi ankündigte (Bibel Matthäus 2.1; 9).

Die Krippe wurde immer wieder einmal ergänzt und überarbeitet. 1830 entstand zum Beispiel das Hintergrundbild. Das wachsene Jesuskind in der Krippe stammt aus dem Jahr 1951, weil das Original – wahrscheinlich auch aus Wachs, weil das im Barock so üblich war – verschollen gegangen war. Der Aufbnau der Szenierie, so wie wir sie heute zur Weihnachtszeit sehen können wurde 1965 bis 1967 von dem akademischen Bildhauer und Restaurator Karel Stádník entworfen. Er sorgte dafür, dass der Raum entsprechend umgebaut wurde. Er achtete darauf, dass das Ganze sehr authentisch barock wurde, baute aber einige neue Elemente – etwa einen sprudelnden Wasserquell und Lichteffekte – ein. Mobil ist in der nun so festgelegten Szenerie nur noch das Jesuskind, dass erst bei der Mitternachtsmesse zu Weihnachten vom Hauptaltar zur Krippe getragen wird. Bleibt nur noch zu erwähnen, dass meine Lieblingsfigur der zweifarbige Hund ist, der die Schafe sorgfältig und treu bewacht, während die Hirten das Jesuskind anbeten. (DD)

Im Lada-Land

Ladův kraj – pohádkový region (auf Deutsch: Lada-Land – die Märchenregion) nennt man die romantisch bewaldete Gegend um die Ortschaften Hrusice, Mnichovice Velké Popovice und 21 anderen Gemeinden, die sich freiwillig zusammengeschlossen haben, um ihn zu feiern: Josef Lada. In Deutschland ist er primär als der grandiose Original-Illustrator von Jaroslav Hašeks Roman vom guten Soldaten Švejk bekannt. In Tschechien liebt ihn Jung und Alt auch, weil er sie um eine wahre Märchenwelt bereichert hat. In diese Welt kann man direkt vor den Toren Prags – etwa 20 Kilometer vom Stadtzentrum entfernt – bei schönen Wanderungen eintauchen.

Geboren wurde er 1887 im Dorf Hrusice, wo man ihm 1951 ein von dem Bildhauer Zdeněk Šejnost entworfenes Denkmal setzte. Mit 14 zog es den Schusterjungen nach Prag, wo er sich als Autodidakt zum Maler, Illustrator, politischen Karikutaristen, Schriftsteller, Biographen, Theater-Szenographen, Dichter und Saufkumpan von Hašek, mit dem er sich eine zeitlang aus Geldmangel eine kleine Wohnung teilte (und später darüber humorig lesenswerte Erinnerungen schrieb), weiterentwickelte. 121 Bücher für Kinder 197 Bücher für Erwachsene verfasste er. Ein Weihnachten ohne Karten oder Kalender nach seinen Motiven ist in Tschechien undenkbar. Aber seine große Liebe schien dem Genre des Märchens zu gehören, wie er nicht nur in seinen Pohádky naruby (Verdrehte Märchen) von 1938 zeigte. Ob Nachempfindungen tradtioneller Märchen, selbst erfundene oder parodierte Märchen – hier lief er zu Hochform auf. Ein Grund dafür, dass das in Deutschland nicht so bekannt ist, ist die Tatsache, dass viele seiner Märchen nur in indirekter Form hierhin kamen. Denn eigentlich kennt in Deutschland fast jedermann einige von Ladas Kreationen. So zum Beispiel den berühmten Vodník von 1939, eine alte Legende, die man in Deutschland durch Otfried Preußler als Der kleine Wassermann kennt.

Und wer kennt ihn nicht, den Kocour Mikeš, den Lada im Jahre 1936 veröffentlichte? In Deutschland heißt er Kater Mikesch und wurde dort ebenfalls zunächst nur durch die gelungene Nachempfindung Otfried Preußlers (1962) berühmt – und dann noch viel berühmter durch die putzige Fernsehadaption der Augsburger Puppenkiste (1964; in Farbe 1976), durch die ich ihn zum Beispiel kennen lernte. Durch diese – zugegebenermaßen recht genialen – Adaptionen geriet Lada in Deutschland als Originalautor ein wenig ins unverdiente Abseits. Aber nicht in Tschechien, wo man vor allem die lokale Gebundenheit der Ladaschen Geschichten viel deutlicher vor Augen hat. Das sieht man hier im oben erwähnten Lada-Land in der Umgebung seines Geburtsortes Hrusice. Dort wurde vor einigen Jahren zwischen Hrusice und Mnichovice ein Kater-Mikesch-Wanderweg (Cesta kocoura Mikeše) angelegt. Denn in Ladas Buch lebt der sprechende Kater tatsächlich in Hrusice. Nachdem er aus Versehen den Rahmtopf der Großmutter kaputtgemacht hat, zieht er aus Angst vor Bestrafung in die Welt hinaus. Der rechts abgebildeten Tafel auf dem Wanderweg entnimmt man, dass er genau an dieser Stelle, der Lederhöhe (Kožený vrch), noch einmal sehnsüchtig hinunter auf das Dorf schaute, bevor er weiter ging. Man sieht, das Lada den Kater in eine reale Welt eingebettet hat.

Und davon findet man überall Spuren im Lada-Land. Und der Wanderweg bzw. Lehrpfad ist nur ein Beispiel, wie die lokale Tourismusbehörde die Berühmtheit Ladas für ihr Marketing nutzt. Aber nicht nur die Behörde. Der Name Lada wirkt hier so inspirierend für jedermann, dass die Privatinitiative blüht. Kaum aus Mnichovice in den Wald gekommen, kommt man zum Beipiel an der links abgebildeten Gartenfront eines Hauses vorbei, dessen Besitzer wohl ein wahrer Lada-Enthusiast ist, und handgemachte überlebensgroße Figuren aus Ladas Märchenwelt. Man ist beeindruckt, ob der Kreativität und des Einsatzes!

Lada-Garten (Ladova zahrádka) hat der Besitzer das Ganze getauft, was mittlerweile zur lokalen Sensation geworden ist. Und so trifft man hier alte Bekannte aus verschiedenen Märchen. Neben den Charakteren aus dem Kater Mikesch etwa auch den kleinen Wassermann (Vodnik), den man hier seine Pfeife rauchend beim Angeln zusehen kann. Das Gesamtkunstwerk steht nicht in den Reiseführern, gehört aber zu den großartigsten Sehenswürdigkeiten der Gegend, weshalb es hier ausführlich erwähnt werden muss.

Weiter geht es nach Hrusice selbst. Da steht das Geburtshaus Ladas (/Bild links), das ein wenig so aussieht, als ob es seit Ladas Zeiten mehrfach renoviert, ausgebaut und stark verändert wurde. Aber man kann trotzdem erahnen, dass Lada nicht aus sehr reichem Elternhaus kam. Hier ein von Lada gemaltes Bild des Hauses im Ursprungszustand. Als arrivierter Künstler, der dann etwas wohlhabender war, kaufte er sich ein Sommerhaus im Orte, in dem sich heute ein kleines Museum befindet. Gestorben ist er allerdings 1957 in Prag, wo er seine Karriere begonnen hatte und berühmt wurde. Aber weder Geburtshaus noch Museum sind für die meisten Ausflügler, die sich meist zum Wochenende hier einfinden, die Hausptattraktion des Ortes.

Das ist ohne Zweifel die Hrusická Hospoda (Hrusicer Gasthaus). Die ist – wie das meiste an Gebäuden im Orte – zunächst einmal architektonisch recht unscheinbar. Es ist ein einstöckiges Gebäude schlichter Bauart, dass er möglicherweise hier 1943 zeichnerisch verewigte. Lada ist hier zu Lebzeiten oft eingekehrt und kannte den Wirt und die Gäste, die ihn vielleicht zu seinen Zeichnungen inspirierten.

Nicht nur das verbindet das Gebäude mit dem großen Künstler, sondern vor allem die üppige Bermalung mit Lada-Themen im Lada-Stil. Außen sind das vor allem Motive aus den Ladaschen Märchen – allen voran der Mikeš als die populärste Figur, die hier gerade einzukehren scheint. Nach ein paar Schluck Bier wird er weiter in die Welt ziehen, und – wie uns die Geschichte lehrt – Geld als sprechender Kater beim Zirkus verdienen, um nach der Rückkehr den Rahmtopf der Oma zu ersetzen. Happy End.

Und natürlich sind auf die tierischen Freunde des Katers dabei, denen er auch das Sprechen beigebracht hat, wie die Geiß Bobeš (bei Preußler: Bobesch) und der junge Kater Nácíček (dt.: Maunzerle), der die Menschensprache noch nicht ganz so gut beherrscht wie Mikeš. Die wichtigste Figur ist jedoch Mikeš‘ bester Freund Pašík (Paschik), ein Schwein, das nicht nur sprechen, sondern auch auf der Ziehharmonika lustig musizieren kann. Möglicherweise ist er sogar der beliebteste Charakter der Ladaschen Märchenerzählung. Entsprechend findet man das Schwein an prominenter Stelle auf die Außenwand der Hrusická Hospoda gemalt.

Im Inneren der Gaststätte half bei der Ausgestaltung die Tatsache, dass Lada neben Märchenmotiven auch liebend gerne raue Kneipen- und Gaststättenszenen festhielt. Aus einer davon entstammt im großen Bild oben sichtbare herrlich in die Holzeinrichtung eingepasste Blaskapelle, die in einer Gaststätte zum Tanz aufspielt. Es handelt sich um die vergrößerte Kopie eines Ausschnitts aus dem 1929 von Lada gemalten Bild Tancovačka (Tanzvergnügen). Die ganze Gaststätte ist drinnen mit überlebensgroßen Kopien dieser Kneipenbilder Ladas bedeckt. Verantwortlich zeichnete sich der Miloslav Milostný, der sie im Jahre 2008 (mit späteren Ergänzungen) liebevoll anfertigte. Milostný war kein Berufsmaler, sondern eigentlich Wirtschaftsingenieur. Aber die Hobbymalereien sind einfach kongenial!

Im Mittelpunkt der Milostnýschen Malereien gemäß Lada steht wohl dessen bekannteste Wirtshausszene, die Rvačka v hospodě (Schlägerei in der Kneipe) aus dem Jahr 1943. Das war für die Tschechen eine traurige Zeit und nichts in der Szenerie, in der die Obrigkeit in Form eines Nachtwächters mit Hellebarde erscheint, an die Nazibesetzung. Es ist die gute alte Habsburgerzeit, die man hier fast schon putzig verklärt sieht (und für die Lada wohl früher nicht viel übrig hatte). Hier sieht man die lustigste Szene, in der ein Hund sein Herrchen verteidigt, während der Nachtwächter dabei ist, jemandem möglicherweise mit der Hellebarde die Hose herunterzuziehen.

Schlägereien waren in früheren Zeit, die Lada noch mit erlebt hat, in Wirtshäusern auf dem Lande anscheinend noch sehr verbreitet. Das kann man jedenfalls mutmaßen, wenn man sich vor Augen führt, wie oft der Künstler das Thema (mit sichtbar verschiedenen Lokalitäten) in seinen Bildern verarbeitet hat. Auch in den Geschichten seines Freundes Hašek wird ja häufig darauf rekurriert. Die Wirte schienen das ob der hohen Reparaturrechnungen, die dabei anfielen, nicht so recht goutiert habe.Deshalb gehört zu meinen Lieblingsszenen hier der in den Gastraum eintretende und wutentbrannte Wirt, der mit aufgekrämpelten Armen und einem Knüppel in der Hand jetzt für Ruhe sorgen will.

Der Fairness halb sollten an dieser Stelle nicht nur die genialen Lada-Bilder von Milostný, sondern auch das Wirtshaus Hrusická Hospoda an sich gewürdigt werden, dass seit langem erfolgreich von Wirt Pavel Mach geführt wird. Es ist, wie gesagt, kongenial im Lada-Stil für alle Lada-Fans, die das Lada-Land erwandern, eingerichtet. Man könnte vom eigentlichen Herz des Lada-Landes reden. Es scheint gleichermaßen die Dorfkneipe der einheimischen und der Anlaufort für Ausflügler zu sein, die aber meist aus der Umgebung Prags kommen (Ausländer verirren sich hier eher selten hin). Es gibt gutes Markenbier und klassisch deftiges tschechisches Wirtshausessen (manchmal sogar heute rare Traditionsgerichte wie die Prdelačka, eine Schweineblutsuppe). Alles in allem: Man wird reell und preisgünstig bewirtet und das Essen passt wie maßgeschneidert zu Lada-Land und Lada-Ambiente.

Aber die Hospoda mag in Hrusice ein Höhepunkt-Erlebnis für alle lada-Fans sein, aber keineswegs die einzige Attraktion, die der Geburtsort bietet. Jeder macht hier mit beim Lada-Kult. Läden und Bauernhöfe mit Verkauf werben überall mit Mikeš und Co.. Und es gibt überall an den Wanderwegen innerhalb des Ortes kleine Statuen mit den Lada-Märchenhelden wie Vodnik, Pašik oder eben Mikeš. Im Bild links sieht man einen seltenen Schnappschuss, wie die bronzene Figur des kleinen örtlichen Mikeš-Denkmals auf eine echte Katze zu schauen scheint – vielleicht ein Nachfahre von Nácíček/Maunzele?

Kurz: Es gibt noch viel zu sehen im Lada-Land, und das, worüber an dieser Stelle berichtet wurde, ist nur die Spitze des Eisbergs. In der ganzen Umgebung wird auf Lehrpfade und auch andernorts (in Velké Popvice ist sogar eine Schule nach Lada benannt) wimmelt es nur so von Lada -Memorabilia und -Attraktionen, die auch noch in eine so schöne Landchaft eingebettet ist, dass sich gleich mehrere Ausflüge hierhin lohnen.

Die traumhafte bewaldete Landschaft mit ihren sanften Hügeln, erklärt vielleicht auch, warum bei der örtlichen Präsentation des Lada-Landes die Märchengeschichte so sehr das Bild bestimmen. Und nicht der in Deutscland bekanntere Soldat Švejk. Aber ganz unter den Tisch fällt er dennoch nicht. In der Hrusická findet er sich als Gipsrelief im Lada-Stil (von unbekannter Hand geschaffen) versteckt in einer Ecke neben dem Gang zur Toilette. Immerhin: Besser als nichts. Und Josef Lada selbst, der volkstümlichste aller tschechischen Künstler hätte diese Art volkstümlichen Humors sicher auch zu schätzen gewusst. (DD)

Bildhauer des Sports

Das Areal am Moldauufer beim Stadtteil Libeň (Prag 9) war früher ein verfallenes und verlassenes Industriegebiet, das heute mit Luxuswohnungen und -büros heftig „gentrifiziert“ (also aufgewertet) wird. Nur am westlichen Teil, der Libeň Insel (Libeňský ostrov), sieht man noch zwischen kleinen Schrebergärten Spuren von Verfall. Umso erstaunter ist man, wenn man bei Spazieren plötzlich und unwerwartet vor einer Wiese mit vielen Skulpturen steht.

Wir befinden uns beim ehemaligen Bildhaueratelier Zdeněk Němeček (Sochařský ateliér Zdeňka Němečka), dessen Gelände heute so etwas wie ein Skulpturenpark ist. Er dient dem Andenken des Bildhauers Zdeněk Němeček, von dessen Werk man hier eine recht repräsentative Auswahl bewundern kann. Němeček hatte nicht nur ein profunde Töpferausbildung genossen, sondern hatte in den 1950er Jahren auch ein Studium an der Prager Akademie der Bildenden Künste unter anderem bei keinem Geringeren als Professor Jan Lauda absolviert. Der war in der Zeit der Ersten Republik zwischen den Weltkriegen einer der Begründer der modernen Bildhauerei im Lande und verfolgte zudem mit seiner Kunst immer auch soziale Anliegen. Und damit inspirierte er auch seinen Schüler.

Der bekannte sich aber darob klar und eindeutig zu den kommunistischen Machthabern, die 1948 die Tschechoslowakei übernahmen. Es war offenbar kein Opportunismus, sondern Überzeugung. Und tatsächlich gibt es eine Menge Werke von ihm, die klar der politisch-ideologischen Parteilinie dienten, darunter etliche Denkmäler für den von den Nazis ermordeten kommunistischen Schriftsteller Julius Fučík (über den wir u.a. hier berichteten), von denen übrigens das in (Ost-) Berlin eines der größten ist. Als im Herbst 1989 das Ende des Kommunismus nahte, empfand er das (aus für uns wohl schwer nachvollziehbaren Gründen) als eine menschliche Tragödie. Am 17. November 1989 – also jenem Tag, der heute als Tag der Freiheit und Demokratie ein nationaler Feiertag ist – begannen die großen Demonstrationen, die die Samtene Revolution und damit das Ende der roten Tyrannei einläuteten. Und am nächsten Tag beging Zdeněk Němeček Selbstmord. Ob politische Gründe alleine entscheidend waren, ist nicht klar, aber sie schienen eine Rolle gespielt zu haben. Zumindest verbirgt sich eine persönliche Tragödie dahinter. Vereinzelt gibt es den Verdacht, dass Němeček wegen seiner kommunistischen Überzeugungen hinterher nicht die posthume Anerkennung fand, die er als Künstler verdiente. So fehlt etwa sein Name in einem der Standardlexika zur bildenden Kunst in Tschechien. Andererseits sind in der Regel andere Künstler, die regimetreue Kunst machten, nie der damnatio memoriae anheimgefallen. Wer weiß? Jedenfalls ist seine völlig zurecht anerkannte Kunst nie aus dem öffentlichen Raum entfernt worden. Ich werde mich also nicht in Verschwörungstheorien ergehen. Wer weiß? Man kann sogar sagen, dass etliche seiner Skulpturen zeitlos populär blieben.

Das hat auch etwas mit seinem offenkundigen Lieblingsgenre in Sachen Bildhauerei zu tun. Die Darstellung von kommunistischen Heldfiguren wie Fučík machte realiter nur einen sehr kleinen Teil seines Oeuvres aus. Seine Leib- und Magenspezialität war das Thema Sport bzw. Sportler in allen Arten und Ausführungen, das er mit viel Lebensnähe, Witz und auch ohne allzu plumpen sozialistischen Körperkult behandelte. Im Kontext des stalinistischen Kunstverständnisses hätte sich das meiste davon als ausgesprochener Fremdkörper ausgenommen.

Das bekannteste Werk dieser Art sehen wir im großen Bild oben, die Skulptur Kouzelník s míčem (Ein Zauberer mit Ball), die er 1983 für den Vorplatz des Stadions von Hradec Králové schuf. Wir stellten bereits hier seine Statue eines Basketballspielers vor der Sporthalle Folimanka (Sportovní hala Folimanka) vor. Kaum weniger bekannt ist seine schon sehr viel mehr abstrahierende Skulptur Cyklisti (Radfahrer), die (wie wir im Bild oberhalb links erkennen) ein spannendes Kopf-an-Kopf-Rennen zu zeigen scheint. Oder auch die nur als Torsos erkennbaren Läufer im Bild links unter dem Titel Zvítězím (Ich werde gewinnen), die der Künstler 1973 kreierte. Und nicht zu vergessen die Olympijská lípa v Libni (Olympische Linde von Libeň) aus dem Jahre 1966, eine baumförmige Metallskulptur, die wir im Bild oberhalb rechts sehen.

Ein ähnliches Thema hat er vier Jahre später, im Jahre 1977, mit seiner Skulpturengruppe Závod (Das Rennen) noch einmal aufgenommen. Im Titel steht schon weniger individueller Siegeswille im Mittelpunkt wie bei Zvítězím. Vielleicht ist das der Grund, warum die nunmehr drei (nicht vier, wie im anderen Werk) mit weniger eckigen Formen gestaltete wurde.

Warum findet man den Skulpturenpark hier in Libeň? Nun, der Künstler hatte hier von seinem Lehrer Jan Lauda nach dessen Tod im Jahr 1959 dessen Atelier übernommen, das sich heute am Rande deeses Parks befindet, auf dem wiederum heute eben eine Auswahl von Němečeks Werken zu sehen ist.

Wie etwa – um noch ein Beispiel zu präsentieren – die seltsame Bodenturnerin, die sehr abstrakt gestaltet nur ein Bein zu haben scheint (Bild links). Genaueres habe ich aber nicht herausfinden können. Es fehlen in der Regel Informationsschilder; wie das Ganze sowieso etwas spontan improvisiert aussieht (was irgendwie auch seinen Charme ausmacht).

Heute residieren in dem Atelier übrigens die Designstudios Olgoj Chorchoj. Dahinter verbirgt sich eine Gruppe von Kunsthandwerkern und Designern, die sich um keinen Geringeren als den Bildhauer Jan Němeček geschart hat – dem Sohn von Zdeněk Němeček. Der hat nach dem Zusammenbruch des Kommunismus neue Standards in der Designkultur des Landes gesetzt und wurde unter anderem mit seinen Designs für Gläser der Biermarke Pilsner Urquell 2006 weltbekannt. Das Kunsttalent liegt also in der Familie. Und dieses Familienerbe pflegt der Sohn mit dem seinem Vater, dem großen Bildhauer des Sports, gewidmeten Skulpturenpark. (DD)

Erdmännchen und Hollywoodsterne

Erdmännchen gehören zu den großen Sympathieträgern und Publikumslieblingen in jedem Zoo. Die im südlichen Afrika lebenden und zu der Familie der Mangusten gehörenden Kleintierchen leben gesellig in Kolonien. Immer halten einer oder mehrere von ihnen Wache, um die Gruppe zu beschützen. Dabei stehen sie aufrecht und haben tatsächlich etwas von kleinen putzigen Männchen an sich.

Der Prager Zoo (wir berichteten schon hier und hier) hat deshalb gut daran getan, sie als Kunst- und Werbeattraktion an vorderster Stelle zu präsentieren, um die Besucher richtig einzustimmen. Seit 2003 steht mitten auf dem Vorplatz der Bushaltestelle, wo alle Zoobesucher ankommen, eine große Skulptur. Bei dem Werk Sedm Surikat (Sieben Erdmännchen) handelt es sich um sieben kleine bronzene Erdmännchen, die sich auf einem hohen Felsblock tummeln – die meisten davon arttypisch Wache haltend. Der Fels, auf dem sie sich befinden ist über 3 Meter hoch, während die Erdmännchen in wenig mehr als in Lebendgröße dargestellt werden. Sonst hätten sie sicher auch nicht so niedlich gewirkt.

Erschaffen wurde die Skulpturengruppe von der Bildhauerin Veronika Richterová. Die hat seither die klassische Bildhauerei künstlerisch an den Nagel gehängt. Stein meißeln und Bronze gießen sei körperlich zu anstrengend, meinte sie, und beschloss, fortan Kunst aus recycelten Pet-Flaschen herzustellen. Das ist originell – und im übrigen gibt es dafür auch von anderen Künstlern sehr witzige Beispiele in Prag, die sich großer Popularität erfreuen (wir berichteten hier).

Hat man sich an den Erdmännchen sattgesehen, kann man ja Richtung Eingang zur Kasse gehen. Auf dem Wege tritt man auf ein andere Kunstwerk von Veronika Richterová. Zusammen mit dem Designer Michal Cihlář schuf sie 2001 den berühmten Walk of Fame (chodník slávy) 2002, der so etwas wie die animalische Fassung des berühmten Walk of Fame auf dem Hollywood Boulevard in Los Angeles ist. In Hollywood sind es – von einigen Ausnahmen wie Lassie abgesehen – vor humanoide Filmstar, die ihren Handabdruck auf einem Zementstern auf dem Bürgersteig hinterließen. Hier im Zoo sind es ausgewählte Tiere desselben.

Die Herstellung der Abdrücke war wohl in einigen Fällen schwierig, da es möglicherweise einen Unterschied in der Kooperationskultur von Zootieren und Hollywoodstars gibt. Zugegeben: Einige der Tiere, die hier verewigt sind, machten es den Künstlern leicht – etwa Ameisenbärin Linda und Leguan Pepino. Bei anderen traute man sich aber nur heran, wenn sie schliefen. Man kann sich den Nervenkitzel vorstellen, den die Künstler bei der Anfertigung des hier abgebildeten Sterns mit dem Prankenabdruck der Löwin Josefina verspürten. Große Tiere wurden durch einen stabilen Rahmen über feuchten Zement geführt, um das Ganze sicher zu gestalten.

Lässt man den Walk of Fame hinter sich und betritt den Zoo, kann man sich ja in das große Afrika-Areal des Zoologischen Gartens begeben, um Kunstwerk und Original zu vergleichen. Dort befinden sich nämlich die lebendigen und nicht aus Bronze erstellten Erdmännchen. Man weiß dann, warum sie Dank Richterová zum Werbeträger des Zoos erkoren wurden. Sie sind und bleiben einfach putzig! (DD)

Frischgebackener Heiliger

Heute ist der 16. Mai; der Tag des Heiligen Nepomuk. In Tschechien, aber auch in Österreich und Süddeutschland ist er als der Schutzheilige der Brücken bekannt. Den Grund dafür sieht man hier im Bilde. Am März 1393 endete das Leben des guten Nepomuk vorzeitig und gewaltsam, weil der böhmische König Wenzel IV. ihn kopfüber die Karlsbrücke hinunter in die Moldau werfen ließ.

Nepomuk, der Generalvikar des Erzbischofs von Prag, war in die Machtkämpfe zwischen Erzbistum und dem König geraten, der das Bistum zu schwächen und zu verkleinern begonnen hatte. Erst später erfand man die Geschichte, dass Nepomuk dem stets eifersüchtigen König nicht berichten wollte, was dessen Frau ihm unter dem Beichtgeheimnis anvertraut hatte. Die Legende beförderte später Nepomuk zusätzlich zum Heiligen der Brücken auch noch zum Heiligen des Beichtgeheimisses. Zum richtigen Kultheiligen der Böhmen wurde Nepomuk aber erst nach dem Dreissjährigen Krieg als die Habsburger zur Festigung ihrer Macht die Gegenreformation betrieben und einen guten lokalen Heiligen für die Böhmen brauchten, der sich nicht gegen die Dynastie wenden ließ. 1670 verfasste der jesuitische Historiker Bohuslav Balbín seine Vita und popularisierte ihn. 1721 wurde er selig- und schließlich am 19. März 1729 von Papst Benedikt XIII. heiliggesprochen.

Der die Brücke hinunterfallende Nepomuk, den wir hier sehen, wurde im Jahr der Heiligsprechung in Sandstein gemeißelt und befindet sich im knapp nördlich von Prag gelegenen Ort Chlumín. Dort steht auf dem etwas schläfrigen, aber mit einigen Kulturschätzen gesegneten Dorfplatz vor der barocken Kirche eine große und mutmaßliche Marien- oder Pestsäule. Ob sie nämlich wirklich das Ende der letzten großen Pest in Böhmen von 1713/14 gedenken sollte, ist nämlich fraglich, da einige typische „Pestheilige“, wie etwa der Heilige Rochus, darauf fehlen. Wie dem auch sei: Die Stifterin, die in Böhmen lebende Prinzessin Anna Maria Franziska Großherzogin von Toskana von der Toskana gedachte, mit dieser Säule ein frommes Werk zu tun.

Was den Reichtum der skulpturalen Ausstattung angeht, so muss sich die Säule in Chlumín vor keinem ihrer Gegenstücke in der Königsstadt Prag verstecken (die wir u.a. hier, hier und hier vorstellten). Mehr noch als die namensgebende Maria stellte der Bildhauer Jan Pursch, der u.a. auch den Hauptaltar der Ludmillakirche im nahen Mělník gestaltet hatte, böhmische Nationalheilige mit Märtyrerstatus in den Mittelpunkt seines Schaffens. Drei von ihnen befinden sich an prominenter Stelle am Hauptsockel: Ludmilla (kleines Bild links), Wenzel (rechts), und eben Nepomuk. Und über jeder Statue gibt es ein kleines Relief, das den Märtyrtod darstellt. Bei Ludmilla das Erwürgen mit dem Schal, bei Wenzel der Schwerthieb vor der Kirchentür und – wie wir oben sehen – beim frischgebackenen heiligen Nepomuk der Sturz von der Brücke.

Damit bastelte der Künstler an der Heiligenlegende, indem er Nepomuk in eine Reihe mit bereits eingeführten Nationalheiligen stellte. Seine Statue entspricht der sich damals entwickelnd Konvention, was die Attribute angeht – mit der einen Ausnahme, dass er keinen Heiligenschein mit Sternen trägt. Nepomuk ist nämlich der einzige Heilige außer der Jungfrau Maria, der bei der Darstellung Sterne im Heiligenschein tragen darf, wenngleich nur fünf und nicht 12 (Beispiel hier). Man erkennt ihn aber trotzdem.

Chlumín ist wohl eine wirtschaftlich etwas abgehängte Ortschaft und seine durchaus sehenswerten Kulturdenkmäler – Kirche und Schloss – machen einen etwas heruntergekommenen Eindruck. Dass ihre Mariensäule mit dem Heiligen Nepumuk (und anderen) etwas wirklich besonderes ist, dessen war man sich wohl immer bewusst. Sie wurde immer gehegt und gepflegt. 1958 renovierten selbst die Kommunisten sie und 2000 wurde sie noch einmal auch neuesten Stand gebracht. Blitzblank sieht das Ganze jetzt aus. (DD)