Der Legionär und sein Tagebuch

Er bekam ein besonders schönes und künstlerisch wertvolles Grab im schönen Prager Olšany-Friedhof in Žižkov (auch hier): Der Legionär Čeněk Klos. Kein Wunder, denn die Tschechischen Legionen (frühere Beiträge u.a. hier, hier, und hier) gehörten zu den Kernmythen der jungen Tschechoslowakischen Republik nach 1918. Die Legionen bestanden aus Soldaten, die nicht mehr für das Habsburgerreich, sondern auf Seite der Ententemächte für die Selbständigkeit von Tschechen und Slowaken kämpften. In Russland wurden sie dabei noch in den Russischen Bürgerkrieg verwickelt und bekämpften die Bolschewiki – zum Teil bis in das Jahr 1920.

Das war der Stoff, aus dem man in der Republik sich seinen Nationalstolz häkelte. Ein Phänomen dabei war die Popularität von Filmen, Theaterstücken und vor allem Memoirenliteratur über die Legionen. Zu letzteren gehörte auch das postum veröffentlichte Tagebuch von Klos. Im Oktober 1914 wurde Klos von der österreichischen Armee eingezogen und haderte von Anfang an mit seinem Schicksal. Er musste seine Verlobte Anežka verlassen und vor allem konnte er sich für das Habsburgerreich, für das er nun in den Weltkrieg ziehen sollte, nicht im Geringsten begeistern, denn er war überzeugter tschechischer Nationalist, der von der Loslösung Böhmens vom Reich träumte.

Im Februar 1915 ließ er sich zusammen mit anderen tschechischen Patrioten von der russischen Armee (die eine geschickte pan-slawistische Abwerbekampagne gestartet hatten) „freiwillig gefangennehmen“. Er arbeitete einge Zeit als Landarbeiter auf einem Bauernhof bei Samara bis er im Mai 1916 bei Kiew der neu gebildeten autonomen tschechischen Militäreinheit, die auf Seite des Zaren (mit dem Versprechen eines nicht-habsburgischen Böhmens) kämpfen sollte, beitrat – der Tschechischen Legion. Immer wieder mussten ihn seine Vorgesetzten von den Kämpfen zurückziehen, weil er plötzliche Schwächeanfälle bekam. Die Ärzte diagnostizierten eine schwere Diabetes – damals eine unheilbare Krankheit. Er versuchte, durchzuhalten und führte dabei ständig und mit einigem literarischen Talent sein Tagebuch. Es sollte nach seinem Tode veröffentlicht werden und es gibt viele Einblicke in den Legionärsalltag, das Kampfgeschehen, seine privaten Probleme (Anežka betrog und verließ ihn in der fernen Heimat, wie er aus Briefen erfuhr) und seinen unverbrüchlichen Willen, gegen Österreich-Ungarn zu kämpfen. Unter dem recht unmissverständlichen Titel Boj s rakouskou hydrou (Kampf gegen die österreichische Hydra) erschien denn auch sein Tagebuch.

Um aus dem Gewirr des Russischen Bürgerkrieg zu entrinnen, mussten sich die Legionäre über den Ural und durch Sibirien bis zum Hafen von Wladiwostok an der Pazifikküste durchkämpfen. Das dauerte bis zum Sommer 1920. Klos wurde wegen seines kritischen Gesundheitszustands schon im Februar 1919 mit dem italienischen Schiff „Roma“ via Yokohama und Singapur zurück in die Heimat gebracht, wo inzwischen zu seiner Freude ein unabhängiger und demokratischer Staat entstanden war. In der Heimat versuchten die Ärzte zu tun, was sie konnten. Vergebens! Am 27. Januar 1920 starb er in einem Rotkreuz-Krankenhaus in Prag-Karlín im Alter von nur 26 Jahren. Vier Tage vorher hatte er aufgehört, sein Tagebuch zu schreiben. Im Jahre 1921 entdeckten die beiden kanadischen Wissenschaftler Frederick Grant Banting und Charles Best das Insulin als Heilmittel zur Bekämpfung der Zuckerkrankheit – einige Monate zu spät, um Klos noch das Leben zu retten.

Bei seinen Legionärskameraden hatte er jedoch einen tiefen Eindruck hinterlassen und sie sorgten dafür, dass er ein würdiges Grabdenkmal bekam. Es handelt sich um eine Sandsteinstatue, die Klos in Lebendgröße als Legionärsoffizier darstellt. Geschaffen wurde sie von dem Bildhauer Karel Kotrba einem Schüler des damals hochangesehenen akademischen Bildhauers Otakar Spaniel. Kotrba gehörte zu den Vertretern des Kubismus, der in der Ersten Republik so etwas wie der Nationalstil der Tschechen war. Unter anderem hatte er bei der skulpturalen Fassadengestaltung der Legiobank (früherer Beitrag hier) mitgewirkt, die als Meisterwerk des Spätkubismus gilt – und die ebenfalls der Legion gewidmet ist. Die kubistische Dimension erkennt man besonders beim Sockel des Grabs, der aus den für den Kubismus so typischen geometrisch-kristallförmigen Formelementen besteht. Darauf steht eine Inschrift, die in Deutsch etwa lautet: „Du ruhst vom Kampf, wir vollenden das Werk. Der Verband der Tschechechoslawischen Legion ihrem Bruder.“ Weiter unten findet man Klos’s Namen, Lebensdaten und seinen Rang als Schützen des Regiments „Jan Hus“.

Klos steht auf dem Sockel zugleich als Soldat und als nachdenklicher Mensch, der sein Tagebuch in der Hand hält, um ein paar Zeilen aufzuschreiben – sein Vermächtnis an die Nachwelt. (DD)

Dorfkirche am Fluss

Weit im Süden Prags, im Stadtteil Radotin (Prag 16), liegt sie am idyllischen Ufer der Berounka – kurz bevor diese in die Moldau fließt: Die kleine KIrche der Heiligen Peter und Paul (kostel sv. Petra a Pavla). Hier war in der Nähe eine Furt über den Fluss, weswegen der Ort um 1156 in den Chroniken erstmals erwähnt wird. Viel weiß man nicht über die Kirche, außer dass sie im 13. Jahrhundert errichtet wurde. Ihr Bau wurde wohl 1298 von König Wenzel II. veranlasst.

Von dem ursprünglichen spätromanischen Gebäude scheinen aber nur noch kleine Reste im Chor zu existieren. Von 1630 bis 1653 war die Kirche kurz eine Filialkirche des nahegelegenen Klosters Zbraslav, aber ansonsten war sie stets Pfarrkirche in Radotin.

1716 bis 1718 und noch einmal 1740 bis 1750 wurde sie kräftig barockisiert. Das zeigt sich vor allem an der wuchtig geschwungene Fassade Durch die vergisst man, wenn man sich von vorne nähert, dass es eigentlich eine kleine Dorfkirche ist, die da vor einem steht.

Seitlich betrachtet, bemerkt man wiederum die Spuren der großen Renovierung und Umgestaltung aus dem Jahre 1881. Hier wurde vor allem beim Turm auf eine (verglichen mit dem opulenten Barock) sehr zurückhaltende Weise ein wenig an die mittelalterlichen Wurzeln der Kirche angeknüpft.

Wo einst neben der Kirche die Furt war, ist heute eine kleine Fußgängerbrücke. Von drüben kann man den Ausblick auf die sehr pittoreske Lage der Kirche am Fluss genießen. Der Kirchhof wurde 1880 zwar aufgelöst, aber etliche der Grabsteine blieben erhalten, was den Dorfkirchencharakter noch einmal unterstreicht. (DD)

Von der Kloster- zur Friedhofskirche

Oben auf dem Hügel über dem Stadtteil Zbraslav übersieht sie den Zusammenfluss von Berounka und Moldau: Die St. Gallus Kirche (kostel sv. Havla). Das war früher eine strategisch wichtige Position. Und deshalb gab es hier schon vorher möglicherweise eine keltische, auf jeden Fall aber seit dem 9. Jahrhundert eine slawische Festungsanlage mit Erdwällen, die heute kaum noch erkennbar sind.

Als sich unter Herzog Vladislav I. die Herrschaft des Geschlechts der Přemysliden. in Böhmen festigte, wich die Festung der kirchlichen Nutzung. Das Areal wurde 1115 dem von den Zisterziensern betriebenen Kloster Kladruby zugeschlagen und eine romanische Kirche darauf erbaut. Im 13. Jahrhundert wurde die Kirche erst dem Bischof von Prag unterstellt, dann dem neuen Zisterzienserkloster unten in Zbraslav, das damals noch nicht zu Prag gehörte.

Dass sie ursprünglich romanisch war, sieht man der Kirche kaum mehr an. Im 16. Jahrhundert wurde sie von einem Feuer beschädigt und teilweise im Renaissancestil repariert und erweitert. Um 1660 kam der große Umbau, der ihr im wesentlichen ihre heutige bauliche Gestalt gab – im Barockstil.

Heute ist der äußere Eindruck der Kirche zum großen Teil auch davon bestimmt, dass sie in einem weitläufigen und von Bäumen bewachsenen Friedhof hoch auf dem Berge steht. Bis 1785 war die Gallus-Kirche zugleich Kloster- und Gemeindekirche. In diesem Jahr löste Kaiser Joseph II. allerdings das Kloster auf und die Gemeinde fand darob ihr Gotteshaus unten im Ort in der St. Jakobskirche (Kostel svatého Jakuba). Und St. Gallus wurde zu einer Friedhofskirche, was sie bis zum heutigen Tage geblieben ist.

Der Friedhof ist schön gelegen und man findet sehr viele bemerkenswerte Grabsteine aus dem 19. Jahrhundert bei denen man das damalige Miteinander von deutschen und tschechischen Bewohnern noch erkennen kann.. Die älteren Gräber aus dem 18. jahrhundert wurden aufgelöst und die Gebeine in einem achteckigen Ossuarium (Beinhaus) in der Nähe der Apsis der Kirche deponiert. Man kann es sehr schön auf dem großen Photo oben erkennen.

Vom Friedhof kann man den Blick von der Höhe in die Ferne schweifen lassen. Dann erkennt man auch, warum der Ort dereinst in der Vorzeit als so strategisch wichtig angesehen wurde. Über dem gegenüber liegenden Ufer der Moldau sieht man den Berg mit der großen keltischen Festungsanlage Závist (siehe früheren Beitrag hier) erkennen, die ebenfalls half, den Zusammenfluss den Berounka und Moldau zu überwachen. Eine Wanderung in diesem südlichen Teil Prags gibt einem das Gefühl, tief in die Geschichte einzutauchen. (DD)

Kafkas kubistisches Grab

Das am häufigsten besuchte Grab auf dem Neuen Jüdischen Friedhof (über den wir im letzten Beitrag berichteten) ist ohne Zweifel das des großen Schriftstellers Franz Kafka. Schon am Eingang ist es als einziges Grab mit Hinweisschildern versehen. Man findet es nahe der Friedhofsmauer (Grabstein Nummer 21 – 14 – 21).

Kafka wurde hier am 11. Juni 1924 beerdigt – acht Tage nach seinem Tod in einem Sanatorium im österreichischen Kierling. Sein Sarg war mit einem Zug nach Prag geschafft worden. Weniger als 100 Menschen nahmen an der Beerdigung teil – Freunde und Verwandte, aber kein großer amtlicher Würdenträger. Während der für seine düsteren existentialistischen Werke bekannte Schriftsteller heute zu den bedeutendsten Autoren der Weltliteratur gehört, war er unter den Zeitgenossen eher ein unbekannter Außenseiter. Heute würde eine Gedenkfeier für ihn anders aussehen.

Der Grabstein selbst wurde vom dem Architekten Leopold Ehrmann gestaltet. Es handelt sich um ein Werk in einem sehr strikten kubistischen Stil, basierend auf der Geometrie eines Kristalls, was häufig das zentrale Kernelement der Frühform des Kubismus bildete.

Unter dem Namen des Schriftstellers steht eine hebräische Inschrift, die dem jüdischen Grabinschriftenkanon mit seinen Segenswünschen weitgehend entspricht (Erläuterung hier) Es handelt sich um ein Familiengrab, in dem auch Kafkas Eltern ihre letzte Ruhestätte fanden, wobei Franz Kafkas Name oben steht. Seine Eltern überlebten ihn ja um Jahre und so war er der erste der Familie, der hier an dieser Stelle beerdigt wurde. (DD)

Ein Ort zum Gedenken und Nachdenken

Nachdem der Friedhof im jüdischen Ghetto zu eng und überfüllt geworden war, hatte Kaiser Joseph II. 1785 per Dekret veranlasst, einen jüdischen Friedhof außerhalb der Altstadt in Žižkov anlegen lassen. Der erwies sich Ende des 19. Jahrhunderts auch als zu klein.

1890 wurde deshalb neben dem alten (nicht-jüdischen) Olšany-Friedhof in Žižkov der Neue Jüdische Friedhof (Nový židovský hřbitov) eröffnet – der größte und bekannteste aller jüdischen Friedhöfe Prags. Ganze 100.000 Quadratmeter misst er an Fläche (das ist 10 mal mehr als der Friedhof im Ghetto hatte) und ist für 100.000 Gräber ausgelegt. 25.000 sind es bisher.

Der neue Friedhof wurde nach den damals modernsten Standards angelegt, inklusive einer klar geplanten Parzellenaufteilung. Die wesentlichen Infrastrukturgebäude – Mauer, Torbogen am Eingang, Zeremonienhalle mit Synagoge – wurden kohärent im damals modernen Neorenaissance-Stil entworfen. Hervorzuheben ist dabei die Zeremonienhalle (Bild rechts, großes Bild oben), die von dem Architekten Bedřich Münzberger entworfen wurde. Im Gegensatz zu vielen der Synagogen in der Stadt hat der Architekt hier auf jede Form von „Orientalismus“ verzichtet. Neorenaissance war ein Konfessionen übergreifender modischer Stil in der Zeit als der Friedhof angelegt wurde. Man darf annehmen, dass diese Modernität beabsichtigt war, denn die Juden sahen sich gerade in Prag als gleichberechtigte Bürger (was sie rechtlich seit 1848 auch waren) und wurden auch so generell von Nicht-Juden gesehen. Insbesondere in der Tschechoslowakischen Republik nach 1918 war die Akzeptanz hoch. Der erste Präsident, Tomáš Garrigue Masaryk, stand dem Zionismus mit Sympathie gegenüber.

Dieser hohe Grad an Akzeptanz und Assimilierung der Juden in Prag Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts wird bei einem Gang durch das schön von alten Bäumen bewachsenen Friedhofsgelände mehr als deutlich. Grabstellen, die spezifisch jüdische Religionssymbole (etwa den Davidstern) oder hebräische Beschriftungen tragen, gibt es zwar, sie sind aber deutlich in der Minderzahl.

Man merkt es streckenweise dem Friedhof kaum an, das er ein jüdischer Friedhof ist. Die Gestaltung der der Grabmäler (darunter einige prachtvolle Mausoleen) orientiert sich häufig am jeweiligen Zeitgeschmack, denn an jüdischen Kriterien. Die Stilbreite reicht von gotisch über antikisierend bis hin zu bisweilen avantgardistischen Modernismen, wie etwa das rechts oberhalb abgebildete Grab im Stil des Kubismus.

Auffallend ist, dass – weil sie in Friedhöfen Ende des 19. Jahrhunderts generell „im Trend“ lagen – viele Gräber mit gotischen Fialen geschmückt sind, die eigentlich als typisches Merkmal christlicher Architektur gelten. Insgesamt ist ein Gang durch den Friedhof somit auch ein kleiner Gang durch die Kunstgeschichte seit dem 19. Jahrhundert. Bedeutende Künstler und Architekten gehörten zu den Gestaltern vieler Gräber.

Und was auffällt ist auch, dass die überwältigende Zahl der Gräber eindeutig deutsche Namen tragen. Deutsche und jüdische Kultur waren im kosmopolitischen Prag eng verwoben. Der Einmarsch der Deutschen 1939 und Hitlers Völkermord an den Juden, der die jüdische Gemeinschaft in Prag fast auslöschte, setzte dem ein grauenvolles Ende. Dem Schrecken der Nazizeit wird auf dem Friedhof angemessen gedacht. Es gibt ein Denkmal, das den Opfern gedenkt. Vor allem ist es aber das individuelle Opfer und sein Andenken, das menschlcih erschüttert. Da die Hinterbliebenen häufig die Opfer des Mordens nicht mehr dort beerdigen konnten, gibt es an der Friedhofsmauer viele Gedenktafeln, die an die Opfer der Konzentrationslager erinnern.

Der Neue Jüdische Friedhof ist daher ein Ort zum Gedenken und Nachdenken. (DD)


Kirche mit Ruheoase

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Heinrich II. (973-1024) war der erste und einzige deutsche Kaiser, der heilig gesprochen wurde. Da seine Frau Kunigunde ob ihrer Gläubig- und Mildtätigkeit ebenfalls mit dem Heiligenschein versehen IMG_3327wurde, hat man es sogar mit dem einzigen Heiligenkaiserehepaar überhaupt zu tun.  Nun, auf jeden Fall ehrte man die beiden auch in Prag und benannte die Kirche des Hl. Heinrich und der Hl. Kunigunde (Kostel sv. Jindřicha a sv. Kunhuty) nach ihnen – schließlich hatte sich Heinrich immer um ein gutes Verhältnis des Reiches zu Böhmen bemüht. 1348 bis 1351 wurde die sie unter Karl IV. als die erste Pfarrkirche der von ihm angelegten Prager Neustadt erbaut.

Das Gebäude sah ursprünglich markant anders aus als heute. Es fängt beim Glockenturm an. Den gab es so zunächst nicht und erst 1472-75 wurde zu diesem Zweck der Heinrichsturm auf der anderen Straßenseite als baulich separater Turm erbaut über den wir bereits hier berichteten.

Schon in der Renaissance wurde einige kleine Veränderungen vorgenommen (Stuckarbeiten im Vorraum), aber richtig große Umgestaltungen gab es 1738, als man – IMG_3324wie es bei so vielen alten Kirchen in dieser Zeit geschah – eine umfassende Barockisierung vornahm, z.B. durch den Anbau einer Seitenkapelle. Als 1745 ein Feuer die Kirche beschädigte, barockisierte man anschließend auch den Turm, der nun einen zeittypischen „zwiebelförmigen“ Aufsatz bekam. Maler wie Karel Škréta und Václav Vavřinec Reiner sowie Bildhauer wie Jan Jiří Bendl und Richard Prachner trugen zur neuen Innen- und Außengestaltung bei. Schon über dem prachtvollen neuen Eingang fallen die Barockstatuen des Heiligen Nepomuk (kleines Bild links) und des Heiligen Judas Thaddaeus auf.

Vor allem im Innenraum IMG_3367bemerkt man heute immer noch die optische Dominanz des Barocks mit seinen opulenten vergoldeten Schnitzereien und Skulpturen. Dabei sticht vor allem der Hauptaltar mit den Altarbildern von Johann Georg Heinsch ins Auge (Bild rechts).

Wie ebenfalls nicht selten der Fall, folgte im 19. Jahrhundert der Barockisierung eine umfangreiche Regotisierung – zumindest, was das äußere Erscheinungsbild angeht. Sie erfolgte durch den damaligen Spezialisten für Neogotik, dem Architekten Josef Mockerin den Jahren 1875 bis 1879. Sie betraf vor allem auch den Turm und dessen nunmehr mit IMG_3326gotischen Spitzbögen versehene Fenster (kleines Bild links)

Bemerkenswert ist die Tatsache, dass um die Kirche herum noch viele alte Grabsteine (so viele wie bei keiner anderen Kirche in der Neustadt) erhalten sind. Viele davon stammen aus dem 17. und 18. Jahrhundert und sind in der Tat vielfach noch recht gut erhalten. Sie erinnern daran, dass bis zum späten 18. Jahrhundert Friedhöfe immer mitten in der Stadt rund um die Gemeindekirchen zu finden waren. Das ist heute nicht mehr so, weil um das Jahr 1780 Kaiser Joseph II. das Anlegen von großen Friedhöfen in den Außenbereichen der Stadt anordnete und die überfüllten kleinen Kirchhöfe schloss, aber das Areal um die IMG_3325Heinrichs- und Kunigundenkirche macht wieder ein klein wenig plastisch sichtbar, wie es vorher war.

Aus diesem Grunde wurde rund um die Kirche das ehemalige Kirchhofgelände als ein kleiner Park angelegt, was man auf dem großen Bild oben gut erkennen kann. Mit seinem wunderschönen und schattenspendenden alten Baumbestand und seinen einladenden Parkbänken ist er inmitten des Innenstadttrubels tatsächlich eine Art kleiner Oase der Ruhe, wo man sich von den heftigen Anstrengungen einer Prager Stadttour einfach einmal gut entspannen kann. (DD)

Zu Halloween: Knochenkunst in Kutná Hora

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Heute passend zum Halloween – das Sedletz-Beinhaus im ca. 70 km östlich von Prag gelegenen Kutná Hora. Tausende und Tausende menschlicher Knochen. Kunstvoll gestapelt. Schädel mit leeren Augen grinsen einem ins Gesicht. Möchte man hier in diesem dunklen Gewölbe alleine eingeschlossen sein? Huuuuh! Keine Angst! Das kann gar nicht passieren, denn dort unten ist man definitiv nie alleine. IMG_9869Selbst außerhalb der Feriensaison wimmelt es hier von Touristen. Zu Stoßzeiten ist in der Gruft wohl eher Platzangst denn Geistergrusel angesagt. Kein Wunder: Es handelt sich ja aber auch um eine wirklich bemerkenswerte Sehenswürdigkeit.

Es begann damit, dass der Friedhof ringsum, der ursprünglich zu einem Kloster gehörte, nach 1278 zu einem besonders „populären“ Liegeort für Verblichene wurde. In diesem Jahr brachte nämlich Böhmens König Ottokar II. Přemysl aus Jerusalem geheiligte Erde mit, ließ sie auf dem Friedhof verteilen und IMG_9864machte ihn damit ebenfalls zu einem besonders geheiligten Ort. Aus ganz Europa wurden nun Leichname hierhin zu Beerdigung gebracht. Im 14. Jahrhundert verheerte die Pest das westliche Abendland. Da wurden es noch mehr Beerdigte – nun sogar in Massengräbern. Man wusste nicht mehr, wo man die Toten in dem riesigen, aber dennoch überfüllten Areal noch unterbringen sollte. Als man schließlich im frühen 15. Jahrhundert auf dem Gottesacker eine Kirche mit großem  gotischem Kellergewölbe baute, begann man, die Gebeine vieler dabei exhumierter menschlicher Überreste im Keller zu stapeln. Das war platzsparend. Fortan war das Untergeschoss der Kirche (deren oberer Teil 1703 bis 1710 barockisiert wurde) ein Ossarium, zu Deutsch: Beinhaus.

Im Jahre 1870 fand die Kirchenverwaltung, dass der Unterbringungsort für so viele sterbliche Überreste ein wenig würdiger gestaltet werden sollte, als nur durch das IMG_9874Auffüllen eines Gewölbes mit Knochen. Mit der ästhetischen Gestaltung wurde der in den Diensten des Fürstenhauses von Schwarzenberg stehende Holzschnitzer František Rint beauftragt. Der verlor auch inmitten der vielen Zeugnisse menschlichen Todes nicht seinen gesunden Spieltrieb und bastelte sich weniger mit Holz (wie vorgesehen), sondern eher mit den umherliegenden Knochen die Innenausstattung des Beinhauses zurecht.

Rund 10.000 der 40.000 im Beinhaus gestapelten Skelette verwendete er, um große IMG_9870Plastiken in Form von Abendmahlkelchen, achtarmigen Lüstern, spitz zulaufenden Fialen und sonstigen Ornamenten, die an Barockkunstwerke gemahnen, zu bauen. Die nicht verwendeten Teile wurden schön sortiert (Schädel zu Schädel, Ellenbogen zu Ellenbogen, etc.) in konisch geformten Stapeln aufgehäuft. Das sieht auf der einen Seite makaber, auf der anderen Seite aber auch irgendwie ästhetisch sehr ansprechend aus.

IMG_9883Das bemerkenswerteste Knochenkunstwerk ist zweifellos der Ehrerbietung gegenüber dem Haus Schwarzenberg, dem Rint diente, geschuldet. Es ist das Wappen der Familie Schwarzenberg, auf dem im unteren rechten Viertel (in Anspielung auf die Türkenkriege) der Kopf eines toten Kriegers abgebildet ist, dem eine Krähe ein Auge auspickt. Aus Knochen zusammengesetzt – wie hier im Ossarium – wirkt das natürlich noch bizarrer als es sowieso schon aussieht (siehe großes Bild oben).

Besondere Schädel wurden gesondert ausgestellt – so etwa Schädel von Gefallen der Hussitenkriege im 15. Jahrhundert, die von schweren Schuss- und Schlagverletzungen gezeichnet sind. Dem makabren Reiz des Ganzen kann man sich nur schwer entziehen. Das Horrorfilmgenre hat den Ort bereits entdeckt. Im Jahre 2000 wurde unter anderem der amerikanische Fantasyfilm Dungeons and Dragons hier gedreht. Das dürfte die Bekanntheit des Ossariums gesteigert haben. Die Touristen – darunter auffallend viele aus dem Fernen Osten, wo derartige Formen des Totenkults eher Tabu sind – strömen nur so, vor allem, weil Kutná Hora auch sonst noch viel zu bieten hat. Freunde des Makabren und Schaurigen kommen jedenfalls im Sedletz-Ossarium auf ihre Kosten. Happy Halloween! (DD)

Engel auf Erden

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Da er fernab der Touristenmeilen liegt, ist er nicht der große Besuchermagnet, der er sein könnte. Schade, denn der Kleinseitner Friedhof (Malostranský hřbitov) ist einer der schönsten und sehenswertesten alten Friedhöfe Prags. Ursprünglich lag er etwas außerhalb der IMG_3232Stadt, denn im 18. Jahrhundert reichte wegen des Bevölkerungswachstums die Kapazität der kleinen Kirchhöfe mitten in den Ortszentren nicht mehr. Also legte man großzügig konzipierte Friedhöfe vor den Mauern der Stadt an.

So wurde im Jahre 1786 auf Erlass Kaiser Josefs II. dieser Friedhof feierlich geweiht – quasi auf der grünen Wiese hinter der Kleinseite. Man nutzte dazu den Friedhof eines ehemaligen Pesthospitals, der während einer Seuche 1680 angelegt und danach noch einmal als Seuchenfriedhof bei der Pest von 1713/14 genutzt worden war. Schon 1703 hatte zu dem Areal eine kleine Kapelle gehört, die dem Pestheiligen Rochus IMG_3233gewidmet war, aber schon 1715 durch die Kirche der Heiligen Dreieinigkeit ersetzt wurde. Diese wurde wiederum 1831 grundlegend im Empirestil neugebaut, wodurch sie ihre heutige Form erhielt (Bild rechts).

Im späten 19. Jahrhundert holte die Stadt durch ihr Wachstum den Friedhof ein. Nicht mehr außerhalb der Stadt, sondern mitten im Stadtteil Smíchov (Prag 5) liegt er nun. 1850 nutzte man noch einmal die nur noch geringen Potentiale zur Erweiterung, dann war Schluss: 1885 fand die letzte Beerdigung statt, der Friedhof wurde nicht mehr genutzt. Teile fielen bald dem Straßenbau zum Opfer. Schon 1910 gab es eine Diskussion, ihn ganz von der Landkarte verschwinden zu lassen. Gottlob fand er immer wieder Bürger, die seinen Erhalt unterstützten. Trotzdem fielen die Gräber zunehmend der Verwitterung und dem Vandalismus zum IMG_3254Opfer. In den 50er Jahren schloss man ihn ganz.

Erst nach dem Ende des Kommunismus erwachte der Friedhof langsam aus dem Dornröschenschlaf. 2001 setzten städtische Erhaltungsmaßnahmen ein und 2011 übernahm das Gelände ein großer Förderverein, der die Gräber so gut wie möglich restaurierte, die mit altem Baumbestand versehene Anlage wieder regelmäßig pflegte und das Ganze der Öffentlichkeit zugängig machte. Man kann den Bürgern, die sich hier engagiert haben, nur dankbar sein.

Das, was vom Friedhof noch übrig ist, ist beeindruckend und liefert einen tiefen Einblick IMG_3259in die Prager Begräbniskultur des 18. und 19. Jahrhunderts. Es sind Gräber von Menschen aller Schichten – von Bettlergrab IMG_3256zum Fürstengrab. Auch schien er keine Trennung von Tschechen und Deutschen zu kennen. An vielen Gräbern kann man Dank der symbolträchtigen Bildhauerarbeiten den Beruf des Verstorbenen erkennen – die große Leier des Komponisten oder die Kanone des Armeeoffiziers.

Bei manchen Attributen muss man auch rätseln, etwa über die Kombination eines Bienenkorbs und einer IMG_3237darauf sitzenden Eule. Ich konnte noch keine Deutung dafür finden.

Zentral steht das größte Grabdenkmal, das des Fürstbischofs Leopold Leonhard Raymund Graf von Thun und Hohenstein, der sich durch die Anlage des in der Nähe gelegenen Cibulka Landschaftsgartens (siehe früheren Beitrag hier) seine Verdienste um das Prager Stadtbild erworben hatte. Demütig knieend vor dem Altar hat der IMG_3230Bildhauer Václav Prachner den dereinst in Passau regierenden Fürstbischof hier dargestellt.

Zu den vielen anderen berühmten Persönlichkeiten, die hier ihre letzte Ruhe gefunden haben, gehört unter anderem der Komponist und Mozart-Freund František Xaver Dušek, in dessen Haus (auch in der Nähe gelegen!) Mozart seinen Don Giovanni vollendete.

Auch die Familie des berühmten Schriftstellers Jan Neruda hat hier ihr eher bescheidenes Grab. Ursprünglich wurde der Schriftsteller ebenfalls dort begraben, aber später auf den Nationalfriedhof auf dem Vyšehrad umgebettet. Trotzdem ist das Familiengrab immer noch eines der am meisten besuchten Gräber des Friedhofs. Man erkennt die Grabstätte kaum, die IMG_3260durch ein liegendes Kreuz aus Gußeisen markiert wurde (Bild rechts). Die Familie Nerudas (der Vater war Eigner eines kleinen Tabakladens) konnte sich kein Grab wie der Fürstbischof leisten (früherer Beitrag hier).

Die meisten Menschen, die diesen Friedhof besuchen, zieht es jedoch zum Grab der kleinen Anna Degenová (1848-51), auch als das „Grab des heiligen Mädchens“ bekannt (großes Bild). Man weiß nicht genau, wie es kam, dass das als dreijähriges Kleinkind verstorbene Mädchen aus armer Familie einen so elaborierten Grabstein bekam, aber dem recht namhaften Bildhauer Josef Max gelang auf jeden Fall eine zutiefst anrührende Skulptur. Das Kissen, auf das der Kopf des Mädchens ruht, erinnert optisch bewusst ein wenig an Engelsflügel. Denn die Legende, die 1942 der Schriftsteller František Kožík zu einem Kinderbuch verarbeitete, besagt, dass die kleine Anna ein in Menschengestalt auf die Erde gekommener Engel gewesen sei. Bei ihrer Geburt sei sphärische Musik erklungen, sie habe mit Tieren sprechen können und großzügig alles, was sie hatte, noch ärmeren Menschen, als sie es war, gegeben. Was man hinter den Legenden lesen kann, ist die Liebe und die unendlich tiefe Trauer, die die Eltern angesichts ihres so frühen Todes gefühlt haben mussten. Immer wieder schmücken fremde Menschen noch heute das Grab mit Blumen, kleinen Spielzeugen und Kerzen – ein Anblick, der zu Tränen rührt. (DD)

 

Der jüdische Friedhof von Josefov

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Die Enge des Ghettos erlaubte keine Erweiterung. Und stehen bis heute die Grabsteine auf dem ältesten und berühmtesten jüdischen Friedhof in Prag dicht an dicht gedrängt nebeneinander. Rund 12.000 Grabsteine sollen sich auf dem nur einen Hektar großen Gelände im Stadtteil Josefov (Josefstadt) bei der Altstadt befinden und die Überreste von rund 100.000 Menschen. In bis zu 12 Schichten übereinander wurden die Toten hier begraben. Gegründet wurde der Friedhof in der ersten Hälfte des 15. Jahrhundert und der älteste erhaltene Grabstein stammt aus dem Jahr 1439. Gräber vieler bedeutender Juden sind hier erhalten, darunter das des Rabbi Löw, der im 16. Jahrhundert der Sage nach den berühmten Golem erschaffen hatte. Ein legendenumwobener Platz ist dieser Friedhof…

IMG_1607Im späten 18. Jahrhundert begann man sich generell um die Probleme zu sorgen, die aus der Enge und Überfülle innerstädtischer Friedhöfe (z.B. Seuchengefahr) erwuchsen. Nicht nur die traditionellen Kirchhöfe waren davon betroffen, auch der jüdische Friedhof von Josefov wurde durch eine größere Anlage außerhalb der Innensstadt ersetzt.

Der schon 1679/80 eröffnete jüdische Friedhof im damals außerhalb gelegenen Žižkov (früherer Beitrag hier) wurde entsprechend ausgebaut, nachdem Kaiser Josef II. 1785 die Schließung der innerstädtischen Kleinfriedhöfe angeordnet hatte. Seither ist der Friedhof eine historische Erinnerungsstätte, auf der keine Beerdigungen mehr stattfinden.

Besichtigen kann man den Friedhof gegen Eintritt über die Pinkas-Synagoge aus dem 16. Jahrhundert (Adresse: Široká 23/3), die heute eine Gedenkstätte für die durch die Nazis Josefovermordeten Prager Juden beherbergt. Einen guten Überblick über das Gesamtareal hat man auch von den höheren Stockwerken des daneben befindlichen Museums für Kunstgewerbe. Von dort wurde zum Beispiel das große Bild oben gemacht.

Neben dem Friedhof befindet sich das im Jahre 1906 erbaute Jüdische Museum, das den Terror der Nazis nur deshalb überlebte, weil die es in zynischer Weise umfunktioniert hatten. 1943 eröffnete hier die SS das sogenannte Museum einer untergegangenen Rasse, in dem sie ihre antisemitische Hetzpropaganda verbreiteten und ihre Untaten verherrlichten. Heute kann man hier wieder den Reichtum des kulturellen Erbes und der Geschichte der Prager Juden bestaunen, worüber man Herzbeklemmungen bekommen kann, wenn man über das Grauen und die Zerstörung nachdenkt, die Nazideutschland hier hinterlassen hat. Ein Ort zum Nachdenken, wie auch der Friedhof selbst – und vielleicht ein guter Anlass, sich bei einer Tour durch das Jüdische Viertel ein wenig weitergehend in diesen wichtigen Teil der Geschichte zu vertiefen. (DD)

Ort des Gedenkens und der Hoffnung

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Bis in das Jahr 1761 lässt sich der jüdische Friedhof bei der Ortschaft Třebotov historisch zurückverfolgen – einige Kilometer südlich von Prag und gelegen in einer schönen Waldlandschaft. Die umgebende Mauer, die teilweise noch sichtbar ist, vermittelt IMG_1507einen optischen Eindruck von der Größe des Areals. Es sind rund 5844 Quadratmeter. Er ist ein sichtbares Zeugnis für die vergleichsweise große Toleranz, die man den Juden in Böhmen und später auch in der Ersten Republik entgegenbrachte.

Diese Toleranz endete abrupt und mit größtmöglicher Brutalität mit der Nazibesetzung ab 1939 und dem Beginn des Holocaust. Der Friedhof wurde verwüstet. Noch heute sieht man, dass von einigen Gräbern IMG_1495die Inschriften weggemeisselt wurden. Teile des Areals wurden bewusst überschüttet. Am Zustand des Friedhofs besserte sich auch in kommunistischen Zeiten nichts. Man ließ ihn weiter verfallen.

Erst nach der Samtenen Revolution und der Rückkehr von Demokratie und Freiheit begann man mit der Restaurierung dessen, was noch vom Friedhof übrig geblieben war. Inzwischen ist Vieles wieder freigelegt. 146 Grabsteine sind noch vollständig oder größtenteils erhalten. Sie wurden gesäubert, poliert und wieder aufgerichtet oder an der Ummauerung aufgestellt. Auch Reste der Leichenhalle (kleines Bild links) sind noch sichtbar. IMG_1508Das alles erlaubt wenigstens einen kleinen Blick zurück vor die Zeit des Grauens. Man sieht das nebeneinander der Kulturen, das sich auch im jüdischen Leben der Zeit spiegelt, und das 1939 abrupt endete.

Die Inschriften sind teilweise nur in Hebräisch, teilweise aber auch zweisprachig, das heißt in Tschechisch und Hebräisch oder in Hebräisch und Deutsch. Mit der Vernichtung der Juden ging auch ein Stück deutscher Kultur verloren. Der an einem Wanderweg dem Besucher öffentlich zugängliche Friedhof ist ein Ort des stillen Gedenkens und der Hoffnung, dass sich die Schrecken der Geschichte nie wiederholen mögen. (DD)