Cooles Filmmuseum

Ob diese Ausdrucksweise meines Alters angemessen ist, weiß ich nicht, aber dieses Museum ist wirklich cool! Erst seit Anfang 2019 gibt es das Nationale Filmmuseum NaFilM (Národní filmové muzeum NaFilM) hier in Prag. Der Name klingt pompös, aber drinnen können Kinder und jung gebliebene Erwachsene ihren Spieltrieb austoben und dabei noch glatt etwas lernen.

Dazu muss man es allerdings erst einmal finden. Die offizielle Adresse, die Jungmannova 748/30 in der Neustadt, ist etwas irreführend, weil der Eingang die kleine gläserne Hintertür des Hauses ist und erst über den dahinter gelegenen Franziskanergarten (Františkánská zahrada) erreichbar – aber der ist ja auch sehenswert und muss als Zusatzbonus gesehen werden. Trotzdem muss man hoffen, dass die etwas versteckte Lage dem Museum nicht zu einem unverdientem Nachteil gereicht.

Nun hatte Prag, das ja eine Art Hollywood Mitteleuropas ist, schon vorher etliche Filmmuseen eingerichtet, von denen wir bereits zwei (hier und hier) vorgestellt haben. Die drehen sich aber meist um Aspekte der Geschichte der Filmkunst, also dem Wirken großer Schauspieler und Regisseure. Das NaFilM hingegen widmet sich mehr der Technik des Filmemachens und führt in dessen Geschichte ein. Und da bietet es einige Überraschungen, derer man gewahr wird, wenn man das Museum durch seine gemütliche kleine Cafeteria betritt.

Wer zum Beispiel weiß denn schon, dass die neurophysiologischen Grundlagen der Kinematographie (z.B. die Erklärung für den Trägheitseffekt) schon 1840 von einem Tschechen bzw. Böhmen erforscht wurden, nämlich von Jan Evangelista Purkyně, über den wir schon hier berichteten? Zugleich entwickelte er auch einen Apparat mit sich drehenden Scheiben, den Phorolyten (auch: Kinesiskop), der es ermöglichte Bewegliche Bilder an die Wand zu projezieren. Als Zoetrop weiterentwickelt fand es bald seinen Weg in Jahrmärkte. Das Photo links gibt einen vagen Eindruck wieder, wie das aussah.

Auch andere Vorläufertechnologien – etwa die Laterna Magica, die es schon seit dem 17. Jahrhundert gibt – lernt man kennen, bis hin zu jenem moderneren Filmprojektor, den man im großen Bild oben sehen kann. Und das Schöne daran: Der Besucher kann sie interaktiv nutzen und bedienen. Das ist ein Museum zum Anfassen. Deshalb scheint es auch gerne und oft von Schulklassen frequentiert zu werden. Und man kann sich vorstellen, dass die hier ihren Spaß haben – so wie wir unseren Spaß hatten, als wir in einem kleinen Studie selbst einen kleinen Kurzfilm mit Geräuscheffekten versehen konnten. (DD)

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s