Robuster Maschinenraum

So hübsch kann Industriearchitektur sein. Dieses Gebäude befindet sich in der Pernerova 635/57 (Ecke Šaldova) im Stadtteil Karlín (Prag 8). Karlín entstand im 19. Jahrhundert und wurde neben Smíchov zu einem der wichtigsten Industriezentren Prags.

Es handelt sich um den Heiz- und Maschinenraum der damaligen Maschinenbau-Aktiengesellschaft vorm. Breitfeld, Danek & Co. aus der nach einer größeren Fusion mit anderen Unternehmen (siehe z.B. hier) im jahre 1927 die Firma ČKD (Českomoravská-Kolben-Daněk) hervorging – der größte Maschinenbauer Mitteleuropas. Die Firma wurde natürlich 1948 von den Kommunisten verstaatlicht und geriet nach dem Ende des Kommunismus in den 1990er Jahren etwas ins Schlingern. Sie zerlegte sich in kleine Einzelunternehmen, die aber seit 2004 teilweise wieder unter dem Namen Skupina ČKD Praha (Gruppe ČKD Prag) zusammengeschlosse.

Im Zuge dieses Prozesses wurde die Nutzung der Maschinenhalle durch die Firma eingestellt. Die war im Jahre 1898 nach den Plänen von Josef Rixy und Viktor Beneš in einem robusten Neorenaissance-Stil erbaut worden, der den Geist industrieller Kraft atmen sollte. Der zeigte sich durch die schwere Rustifizierung und die soliden Rundbogenfenster. 2004 wurde das nun funktionslose Gebäude von dem italienischen Architekten Claudio Silvestrini innen völlig umgebaut und enthält nun auf 1200 Quadratmetern Büros und größere Studios, unter anderem für die avantgardistische Architektengruppe Quarta. Als Machine House repräsentiert es den neuen Charme Karlíns als nunmehr gentrifiziertes Hip-Viertel Prags. (DD)

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