Buks Krippe in der Ludmilla Kirche

Zu sehen ist hier die hübsche Krippe in der Kirche der Heiligen Ludmilla (Kostel sv. Ludmily) im Stadtteil Vinohrady, wo wir wohnen. Die Kirche wurde in den Jahren 1888-92 im neogotischen Stil erbaut (früherer Beitrag dazu hier).

In den ersten Jahren ihres Daseins hatte die Kirche noch keine Krippe – obwohl sich das ja eigentlich so gehört (Beitrag hier). Die wird erst seit 1913 kurz vor Weihnachten in der Seitenkapelle direkt links neben dem Haupteingang aufgestellt. Anscheinend wurde die Krippe in diesem Jahr von dem Holzschnitzer und Bildhauer František Vratislav Buk angefertigt. Buk war damals bekannt für seine schönen und großen Krippen, etwa der Krippe in der Kirche St. Ägidius (Kostel sv. Jiljí) in der Altstadt (wir berichteten hier). Und die Krippe in der Kirche der heiligen Ludmilla gilt als eines seiner Meisterwerke.

Eine kleine Nebenfigur wurde wohl noch 1924 hinzugefügt. In den Jahren 1974-84 wurde die Kirche geschlossen, weil die Bauarbeiten an der Metro zu dieser Zeit zu einem akuten Einsturzrisiko geführt hatten. Während dieser Zeit wurde die Krippe unsachgerecht eingemottet. Einige der Originalfiguren sollen sogar verschwunden sein. So stellte man es fest als man den Bestand mit der Beschreibung in einer Zeitschrift aus dem Jahr 1934, die ein Inventar enthielt, verglich. Unmittelbar nach Wiedereröffnung der Kirche restaurierte man das, was man noch hatte, sorgfältig. Und das Resultat kann sich immer noch sehen lassen!

Jedenfalls tummelt sich um die Krippe Alles, was dahin gehört – und noch mehr: Die Heilige Familie, die drei Könige, die Hirten. Und darüber schwebt der Verkündigungsengel. Aber natürlich gibt es auch unzählige Schafe, ein Kamel, ein Pferd und sogar einen Elefanten. Die sprichwörtlichen Ochs und Esel hinter der Krippe fehlen selbstredend auch nicht.

Daneben strömen auch zeitgenössische Figuren zum frisch geborenen Jesuskind – ein Bauer und eine Bäuerin, ein Dudelsackspieler, ein Wildhüter und sogar drei der Spender der Krippe sollen hier verewigt sein. Nicht fehlen darf auch ein Junge, der einen großen Fisch in den Armen trägt – schließlich ist der Weihnachtskarpfen ein wichtiger Bestandteil jeder tschechischen Weihnacht.

Die Krippe ist vor einer malerischen Felsenlandschaft dargestellt, auf der die Stadt Bethlehem unter dem Weihnachtsstern liegt. Das ganze Ensemble aus zierlich polychrom bemalten Holzfiguren zieht in den letzten Tagen vor Weihnachten viele begeisterte Zuschauer an. Zurecht, wie wir finden. (DD)

PS: Die Photos wurden 2019 gemacht, als Kirchen noch nicht wegen Covid zwangsgeschlossen waren.

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