Wandern: Von Jinonice über Butovice zur Geologická

Eine aussichtsreiche Wanderung führt auf dem mit gelben Zeichen gut markierten Weg vom modernen Prag an der Metro-Station Jinonice über eine slawische Festung ins und über das romantische Prokoptal in die Geschichte und Geologie des Prager Karsts. Mit nur einer steilen Steigung mit 75 Meter Höhenunterschied und einer Länge von 5,5 km ist der aussichtsreiche Weg auch recht angenehm zu gehen.

Es beginnt an der mit vielen Neubauten umgebenen U-Bahnstation Jinonice und führt über die Radlická schnell in den Kern des alten Dorfes Butovice, wo sich ein Abstecher zur zuletzt im Spätbarock umgebauten Friedhofskirche des Heiligen Laurentius (Kostel svatého Vavřince) mit romanischen Wurzeln aus dem 11. Jahrhundert mit altem hölzernen Glockenturm und Friedhof lohnt.

An aufgelassenen Steinbrüchen entlang, an denen Schautafeln über die geologischen Formationen, Versteinerungen und Flora informieren, steigt man gemächlich auf zur Hochebene, auf der man noch ganz schwach die Wallanlage der Festung Butovice erkennen kann (siehe früherer Beitrag hier). Zu den übrigen Seiten fällt das Gelände so steil ab, dass man sich wundert, die Geräusche einer Eisenbahn zu hören, aber sie nicht zu sehen. Erst wenn man nahe heran tritt, sieht man das Prokop– bzw. Dalejskýtal mit seinen bizarren Felsformationen und Höhleneingängen. Hier wurde schon seit der Steinzeit gesiedelt.

Eine große Lehr- und Schautafel mit der Darstellung einer glutäugigen Slawin (kleines Bild rechts) informiert über die reichen archäologischen Funde in der slawischen Akropole der Burgwallanlage und ihres bis in die Kupferzeit zurückgehenden Vorgängerbaus.

Wandert man weiter, sieht man nach Osten in einiger Entfernung die supermoderne Architektur des fernen Stadtteils Pankrác, nach Süden die gerade im entstehen begriffenen Hochäuser, die sich an die Sídliště Barrandov anschließen. Und dazwischen ist eine riesige Magerrasenwiese, die sichtbar von Schafen gepflegt wird.

Hat man den Felssporn umrundet, beginnt der steile Abstieg an einer kleinen Quelle vorbei zur Bahnunterführung ins Prokoptal. Einige hundert Meter folgt man der geteerten Straße, den Bach mal linker, mal rechter Hand. Am ehemaligen Schwimmbad Klukovice, von dem man heute nichts mehr sieht und das durch einen riesigen Spiel- und Grillplatz in der beeindruckenden Felskulisse ersetzt worden ist (großes Bild oben), verlässt man den Bach und steigt langsam an einem verlassenen Gehöft vorbei, das aber wieder instand gesetzt wird, in den Vorort Klukovice herauf. An einem Restaurant, das in einem alten Gehöft untergebracht ist, biegt man rechts ab und geht es an Villen aus den 30-er Jahren vorbei. Der Weg führt in den Wald oberhalb des Prokoptales hart an der Grenze zur Wohnbebauung entlang, die man aber erst ganz zum Ende des Weges bemerkt. Die Wanderung endet an der modernen, architektonisch interessanten in Gelb gehaltenen Straßenbahnhaltestelle Geologická. (LSD)

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