Das Tropenhaus

Die eigentliche Attraktion des neuen Botanischen Gartens (früherer Beitrag hier) in Prag liegt einige Meter außerhalb des Geländes und man muss auch ein wenig Extra-Eintrittsgeld zahlen: Die Fata Morgana! Es handelt sich um eine riesige Gewächshausanlage mit rund 1750 Quadratmeter Fläche.

Sie ist schlangenförmig an einen Hang neben dem botanischen Garten gebaut worden, was besonders vom Hügel darüber beeindruckend aussieht. Den Entwurf dazu hatte 1999 der Architekt Zdeněk Deyl gemacht. 2004 wurde die Fata Morgana eröffnet, nachdem es noch einige Querelen darüber gab, dass die Stadt Änderungen am Entwurf durchgeführt hatte, mit denen Deyl nicht einverstanden war. Was immer die den Intentionen des Architekten widersprechenden Änderungen waren, der Besucher bemerkt es heute nicht, sondern sieht eine schöne und originelle Anlage.

Und die Besucher kommen in Scharen. Oft stehen lange Schlangen vor dem Eingang und manchmal wird der Einlass wegen Überfüllungsgefahr kurz geschlossen. Ein reiches und gutes Angebot an Getränke-, Eis- und Speisetheken erleichtert einem allerdings draußen das Warten. Man hat hier eben an alles gedacht….

Drinnen befinden sich in verschiedenen Räumen verschiedene Tropen- und Halbwüstengewächshäuser aus verschiedenen Klimazonen und Regionen von Südafrika über Australien und Ozeanien hin zu Südostasien und noch vieles mehr. Manchmal ist man über den plötzlichen Klimawechsel zwischen den drei Räumen geradezu überrascht.

Eine besondere Attraktion ist der Tunnelweg, der vom Eingangsbereich in den nächsten Raum führt. Der erlaubt die Sicht der tropischen Pflanzenwelt „von unten“. Er ist nämlich den Wurzel in allen ihren verästelten oder knollenförmigen Ausformungen gewidmet – zum Teil im Original, zum Teil als Modell. Zudem enthält der unterirdische Durchgang auch noch Aquarien mit Tropenfischen.

Neben der permanenten Tropenflora-Ausstellung gibt es in der Fata Morgana auch ab und an Sonderausstellungen, die dekorativ in die Anlage eingebaut werden. Als wir das letzte Mal drinnen waren (Frühjahr 2019), standen die traditionellen Publikumslieblinge im Mittelpunkt, die Orchideen in all ihren Farben und Formen. Dafür gab es keinen eigenen Ausstellungsraum. Die Orchideen wurden überall im Gebäude auf bunt-schillernd geflochtenen kreisförmigen Scheiben präsentiert, was sie dann von der permanenten Ausstellung abhob – eine geschickte Lösung, die den Anspruch der Fata Morgana unterstreicht, zur Avantgarde unter den Gewächshäusern der Welt zu gehören. (DD)

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