(Nicht nur) Für junge Bierfans

Gegen die Verarmung der Bierkultur, die eine zeitlang so charakteristisch für die Touristenzentren in der Altstatdt Prags war, hat sich seit einigen Jahren ein Gegentrend in Form von Craft-Beer-Kneipen und Kleinbrauereien gebildet.

Es hat sich eine ausdifferenzierte Bierkultur entwickelt, die auch verschiedenene Marktsegmente abdeckt. Nehmen wir zum Beispiel das Fat Cat in der Karlova 147/44 – eine Adresse, wo die sowieso recht hohe Touristenkonzentration in der Altstadt mithin am höchsten ist. Das Fat Cat spricht eindeutig auf hohem Qualitätsniveau das jüngere Publikum an.

Fünf Craft Beers aus tschechischen Kleinbrauereien und eine eigengebraute Marke serviert das Haus frisch vom Fass. Das eigene Fat Cat Beer ist ein frisches American Pale Ale, eine Sorte, die im Augenblick gerade bei jüngeren Bierfans stark in Mode gekommen ist. Das Vorurteil, in der Altstadt gebe es nur Touristennepp, wird hier wieder einmal widerlegt.

Neben der hohen Bierqualität ist auch das Essen zu empfehlen. Im Gegensatz zur für die Altstadt sonst typischen altböhmischen Kulinarik mit Knödeln und Gulasch sind hier amerikanische oder mexikanische Gerichte – Burger und Burritos, sozusagen – angesagt. Die sind lecker und frisch zubereitet und kommen beim (wie gesagt: primär, aber nicht auschließlich jungen) Publikum an. Die Lage garantiert, dass der Laden auch meist gut gefüllt ist.

Warum der englische Name Fat Cat? Nun, damit spielt man wohl auf den eigentlichen Namen des Hauses an, in dem sich das Bierlokal seit 2018 befindet: dům U Kočků – das Haus zur Katze. Das steht hier schon seit dem 14. Jahrhundert (die Keller sollen noch gotisch sein). In den Zeiten der Renaissance wurde es erstmals, im Barock (um 1720) ein zweites Mal grundlegend umgebaut. Die barocke Umgestaltung prägt immer noch das Gesamtbild des Gebäudes. Innen haben die Designer des Restaurants die vergleichsweise helle und farbenfrohe Ausstattung des Lokals geschickt mit den alten barocken Bestandteilen (etwa die Stuckatur an den Decken) kombiniert.

Der Gesamteindruck wird damit noch einmal positiv beeinflusst: Ein origineller Brauerei-Pub für das jüngere Publikum, aber so gepflegt und atmosphärisch nett, dass auch Leute wie wir (ein wenig über 30 Jahre…) gerne hier eines der guten Biere genießen. (DD)

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