Moldau mit Nebenflüssen

Eingeklemmt zwischen dem Janáček-Kai (Janáčkovo nábřeží) am westlichen Moldauufer und der Schützeninsel (Střelecký ostrov) und nur wenige Meter oberhalb der Legionsbrücke (most Legií) liegt die – tatsächlich mit einem Spielplatz für die Kleinen versehene – Kinderinsel (Dětský ostrov). An deren nördlichen Ende fällt jedem Betrachter schnell ein eine große Skulptur auf, die auf einem großen Sockel in die Höhe ragt. Ein Vorbau sorgt dafür, dass sie von zwei Seiten von der Moldau umflossen wird.

Wer ist dort dargestellt? Nun, es ist die Moldau selbst! Die Allegorie auf den Fluss begrüßt nicht nur die Spaziergänger, die am Ufer oder auf der Brücke entlang gehen, sondern vor allem auch alle jene Moldauschiffen, die in die Schleuse einfahren, die an dieser Stelle ihren Weg flussaufwärts finden und dabei die Skulptur passieren.

Die Statue wurde im Jahre 1927 von dem Bildhauer Josef Václav Pekárek erstellt, der wiederum ein Schüler des großen Bildhauers Josef Václav Myslbek war, der unter anderem das große Wenzelsdenkmal auf dem Wenzelsplatz erschaffen hatte.

Die Moldaustatue (socha Vltava) besteht aus einer unbekleideten Mädchenfigur aus Bronze, die die Moldau symbolisieren soll. Zu ihren Füßen segelt ein kleines Segelschiff auf den Wellen. Die Figur steht auf einem hohen steinernen Sockel. Dieser ist im damals in der Tschechoslowakei in Mode befindlichen kubistischen Stil gehalten, was an den nüchternen diamantförmigen Formelementen ersehbar ist. Ebenfalls typisch für die Spätphase des Kubismus zu Ende der 1920er Jahre, ist die Kombination mit klassizistisch inspirierten skulpturalen Bestandteilen.

Die zeigen sich nicht nur in der Statue der Moldau selbst. Auch an den vier Seiten des Granitsockels befinden sich Skulpturen, und zwar jeweils in eine rechteckige Nische eingelassen. Jede dieser kleinen Statuen stellt eine weibliche Figur dar, die allegorisch einen der vier großen Nebenflüsse der Moldau, die Lužnice, die Otava, die Berounka und die Sázava, symbolisieren soll.

Weiter unten auf dem Sockel befindet sich auf der Uferseite eine eingemeisselte Inschrift mit einer Widmung, deren Text ins Deutsche übersetzt etwa lautet: „Möge das Werk dem weiteren Erblühen des Wohlstandes und dem Gewerbe der Hauptstadt und des ganzen Landes dienen und die Erbauer ehren.“ (DD)

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