Auf dem Wasser schmeckt das Bier am besten!

Auf dem Wasser schmeckt Bier doch irgendwie ganz anders als unter Landratten. Deshalb macht der Trend Fortschritte, auf Schiffen nicht nur irgendein Bier zu servieren, das man auch zu Lande trinken könnte, sondern gleich dort sein eigenes hausgemachtes Bier zu brauen! Kurz: Auf der Moldau vor Prag sind Brauereischiffe mit angeschlossenem Bier- und Speiselokal im Kommen!

Wir berichteten bereits hier über eine solche Brauerei auf dem Fluss, aber die Sache wäre nicht rund, erwähnte man das Loď Pivovar nicht, das gut vertäut seit rund drei Jahren einige Meter oberhalb der Štefánikův most (Štefánik-Brücke; früherer Beitrag hier) am Dvořák-Ufer (Dvořákovo nábřeží) ankert. Das ist nicht ganz zentral gelegen, aber ein kleiner Fußgang am Ufer von der Altstadt aus schadet ja vor dem Biergenuss nicht.

Man glaubt ja nicht, wieviel Brauerei auf zwei Stockwerken in ein einziges Schiff passt! In diesem Falle jedenfalls genug, dass es stets mindestens (!) sechs verschiedene eigene Hausbiere frisch gezapft und noch etliche mehr aus der Flasche gibt. Der hoch professionelle Brauer Tomáš Tuchyňa kann aus satten vier Gärkesseln und 16 Lagerkesseln schöpfen, die im Schiffsrumpf in den Gasträumen stehen.

Das es trotzdem für Gäste und Personal nicht zu eng wird, hat etwas mit der Größe des Schiffes zu tun, das mit seinen 53 Metern Länge im Sommer, wenn die Terrasse geöffnet ist, Sitzplätze für rund 280 Gäste bietet. Die Terrasse ist, so fand meine Familie, etwas karg eingerichtet und zu sehr neon-beflutet, um richtig gemütlich zu sein. Aber man kann sich ja auch ins Restaurant ins Oberdeck oder in den Pub (kleines Bild links) ins Unterdeck begeben, wo richtige Schiffsromatik aufkommt.

Um auf die Biere zurückzukommen: Es gibt vereinzelte Kritiker, die meinen, es fehle den Bieren an bitterer Hopfigkeit, so wie man dass in Tschechien zu erwarten habe (wenn man das dortige Bier nur aus der urquelligen Industriebierperspektive kennt). In der Tat kommt selbst das nach eigenen Angaben bitterste Bier der Brauerei, das helle Legie (kleines Bild rechts), ausgesprochen samtig daher. Persönlich finde ich das Bierangebot eines der besten in Prag und es beeindruckt durch eseine eigene Note und seinen Sorten- und Geschmacksreichtum. Das gilt auch und vor allem für die dunklen Biere, wie etwa das oben im großen Bild sichtbare Monarchie, dass ungeheuer malzig, aber nicht zu süß schmeckt. Das sehen alles die professionellen Juroren in Sachen Bier auch so. Betritt man das Loď Pivovar, kann man im Engangsbereich eine Unzahl von Preisurkunden und Diplomen für die verschiedenen Biere bewundern.

Wer gut trinkt, sollte wenigstens nicht schlecht essen, heißt es ja so schön. Die Küche unter dem Kommando von Chefkoch Lukáš Nechyba übertrifft die Erwartungen, die man an ein Schifflokal stellen könnte, bei weitem. Das gilt für die kleinen Biersnacks, aber vor allem für die Hauptgerichte und auch die sensationellen Nachspeisen, von enen wir im kleinen Bild links die Schokoladentorte photographiert haben. Wenn es einem danach ein wenig voll um den Magen ist, hilft noch ein hauseigener Bierbrand (Pivovice) und ein Blick über den träge dahinfließenden Fluß. So fühlt man sich wohl! (DD).

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