Auf dem Scheiterhaufen

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Heute ist ein Nationaler Feiertag in Tschechien. Vor genau 604 Jahren, am 6. Juli 1415, wurde der böhmische Frühreformator Jan Hus auf dem Konzil von Konstanz als Ketzer verbrannt. Das Versprechen Kaiser Sigismunds auf freies Geleit war eine Lüge. Das war, so muss man konstatieren, ein glatter Justizmord, dessen man da heute bitter gedenkt.

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Der fiese Mord wird auch keinesfalls dadurch entschuldigt, dass man das Brennholz für den Scheiterhaufen anscheinend ausgesprochen sorgfältig und schön ordentlich aufgestapelt hatte. So sieht es jedenfalls bei diesem Denkmal im weit südlich gelegenen Stadtteil Zbraslav (Prag 16) an der Ecke der Straßen Elišky Přemyslovna/Žabovřeská aus.

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Hus wurden in den Zeiten der Ersten Republik nach 1918 sehr viele Denkmäler errichtet (siehe u.a. auch früheren Beitrag hier). Seine reformatorische Kirchenkritik mutete gemessen am damalige Standard sehr demokratisch an und außerdem predigte er in Tschechisch, was ihn national und volksnah erscheinen ließ. Er war ein geeignetes Vorbild für die erste tschechische Demokratie – nicht zuletzt auch, weil er so tapfer für seine Überzeugungen eingestanden war.

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Das steinerne Denkmal in Zbraslav ist wegen der Darstellung des Holzes des Scheiterhaufens sicher besonders auffällig. Es wurde hier 1935 aufgestellt und ist das Werk des Bildhauers František Josef Žák. Der Reformator wirkt auf dem Denkmal tapfer und zugleich religiös entrückt, wie es es sich für einen nationalen Glaubensmärtyrer seiner Statur geziemt. Auf dem Sockel stehen die Worte za pravdu (Für die Wahrheit), die auf seine letzten überlieferten Worte zurückgehen:
Pravda vítězí (Die Wahrheit wird siegen), die heute noch Staatsmotto der Tschechischen Republik sind.

Ganz in der Nähe begann man im gleichen Jahr nur wenige Meter entfrernt mit dem Bau einer neuen Kirche , die Hus‘ Angedenken gewidmet ist. Genauer gesagt, es handelt sich um ein Gemeindehaus (Husův sbor), wie die Tschechische Hussitische Kirche ihre Gotteshäuser nennt. Es wurde 1939 fertiggestellt und basierte auf dem Entwurf des Architekten Stanislav Vachata. Der strenge Funktionalismus des Gebäudes strahlt die Modernität aus, die dem demokratischen Geist der Republik entsprach. (DD)

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