Dorfkirche am Fluss

Weit im Süden Prags, im Stadtteil Radotin (Prag 16), liegt sie am idyllischen Ufer der Berounka – kurz bevor diese in die Moldau fließt: Die kleine KIrche der Heiligen Peter und Paul (kostel sv. Petra a Pavla). Hier war in der Nähe eine Furt über den Fluss, weswegen der Ort um 1156 in den Chroniken erstmals erwähnt wird. Viel weiß man nicht über die Kirche, außer dass sie im 13. Jahrhundert errichtet wurde. Ihr Bau wurde wohl 1298 von König Wenzel II. veranlasst.

Von dem ursprünglichen spätromanischen Gebäude scheinen aber nur noch kleine Reste im Chor zu existieren. Von 1630 bis 1653 war die Kirche kurz eine Filialkirche des nahegelegenen Klosters Zbraslav, aber ansonsten war sie stets Pfarrkirche in Radotin.

1716 bis 1718 und noch einmal 1740 bis 1750 wurde sie kräftig barockisiert. Das zeigt sich vor allem an der wuchtig geschwungene Fassade Durch die vergisst man, wenn man sich von vorne nähert, dass es eigentlich eine kleine Dorfkirche ist, die da vor einem steht.

Seitlich betrachtet, bemerkt man wiederum die Spuren der großen Renovierung und Umgestaltung aus dem Jahre 1881. Hier wurde vor allem beim Turm auf eine (verglichen mit dem opulenten Barock) sehr zurückhaltende Weise ein wenig an die mittelalterlichen Wurzeln der Kirche angeknüpft.

Wo einst neben der Kirche die Furt war, ist heute eine kleine Fußgängerbrücke. Von drüben kann man den Ausblick auf die sehr pittoreske Lage der Kirche am Fluss genießen. Der Kirchhof wurde 1880 zwar aufgelöst, aber etliche der Grabsteine blieben erhalten, was den Dorfkirchencharakter noch einmal unterstreicht. (DD)

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