Von der Kirche zum Kindergarten

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Die Spielzeugeisenbahnen, Klettergerüste und Rutschen im Vorgarten weisen schon klar darauf hin, dass dieses Gebäude ein Kindergarten sein muss. Die Architektur spricht aber eine andere Sprache. Und richtig: Ursprünglich war das Gebäude in der Kopernikova 1071/7 in Prag 2 eine kleine Kirche. Sie wurde in den Jahren 1899-1901 von IMG_3357der evangelischen Gemeinde der Böhmischen Brüder (Českobratrská církev evangelická) als Pfarrkirche der Kreuzherren .(Fara křížovníků) gebaut, Das Symbol er Böhmischen Brüder, der heilige Kelch, schmückt die Seitenfassade (Bild links). Ohne einen großen Kirchturm auskommend, soll das Gebäude eher an ein Gemeindehaus oder eine Gebetshalle erinnern, wie es dem Selbstverständnis der Böhmischen Brüdern (mit ihren hussitischen Wurzeln) entspricht.

IMG_3356Entworfen wurde die Kirche von dem Architekten Eduard Sochor, der sich bis dato auf neogotische Architektur spezialisiert hatte. Bei seinem Entwurf für die kleine Kirche wählte er einen Mittelweg zwischen dem traditionsverbundeneren (neogotischen) Historismus und dem damals neuen Jugendstil. Dieser Stilmix lässt das Gebäude in der tat recht ungewöhnlich IMG_3360aussehen, was sich besonders an dem schönen Eingangsportal zeigt, das man oben im großen Bild sieht.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Kirche in einen städtischen Kindergarten umgewandelt. Das Bauwerk ist größer als es scheint, denn drinnen werden ganze 110 Kinder täglich betreut. (DD)

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