Bescheidene Kapuzinerkirche

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Ein wenig zwischen größeren Gebäuden eingezwängt und am Rande des Platzes der Republik (Náměstí Republiky) gelegen, kann man sie leicht übersehen. Hinter einer Mauer, deren Durchgang mit zwei barocken IMG_4406Heiligenstatuen (Nepomuk und Franz von Assisi, Bild links) eingerahmt ist, steht die kleine Kirche des Heiligen Josef  (Kostel sv. Josefa). Hinter der Mauer geht man noch in ein vorgelagertes Atrium, um dann in die Kirche selbst zu gelangen. Die Kirche wurde in den Jahren 1636 bis 1653 von dem Architekten Melichar Mayer, nicht als Gemeindekirche, sondern als Klosterkirche für das 1630 gegründete Kloster der Kapuziner erbaut. Dehalb verzichtet sie auch auf jeden überschüssigen Prunk und kommt recht bescheiden daher. Es gibt keinen hohen Kirchturm, sondern nur einen kleinen Dachreiter. Das alles passt zu der selbstgewählten Bescheidenheit und Askese des mönchischen Lebens, das hier stattfinden sollte.

Ein wenig Prunk IMG_4401zog erst im frühen 18. Jahrhundert ein als der schlichte Renaissancebau um einige barocke Elemente bereichert wurde, wozu der Altar und die Seitenaltäre gehören, letztere mit Gemälden von Karel Škréta. Auch die IMG_4402Dreiergruppe von Statuen, der Heilige Judas Thaddäus mit zwei Engeln, die wahrscheinlich von František Preiss um 1697 erschaffen wurde, verleiht der Kirche dann doch Glanz.

1795 löste Kaiser Josef II. das Kloster auf. Auch die Kirche wurde Teil einer Kaserne. Hier schrieb Josef Kajetan Tyl den Text der heutigen tschechischen Nationalhymne „Kde domov můj?“. 1833 wurden wieder neue Klostergebäude angefügt und bis heute gehört das Ganze wieder den Kapuzinern. (DD)

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