Die Frauenrechtlerin

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Sie ist und bleibt die große historische Persönlichkeit der Frauenbewegung im Lande: Eliška Krásnohorská. Ihr Denkmal auf dem Karlsplatz steht daher an besonders prominenter Stelle (es ist das erste, was man beim Ausstieg an der Straßenbahnhaltestelle sieht!). Das hat sie sich auch zweifellos verdient.

Die Prager Handwerkerstochter engagierte sich ab 1871 unter dem Einfluss der Schriftstellerin Karolína Světlá  schon früh für die Sache der Frauen. Von 1875 bis 1911 war sie Chefredakteurin der ersten (und damals wichtigsten) Frauenzeitschrift Ženske listy (Frauenblätter). IMG_3194Daneben galt ihre Aufmerksamkeit vor allem der Frauenbildung. Im Jahre 1890 gründete sie unter dem Namen Minerva das erste Mädchengymnasium in Böhmen Mit dem Minerva-Gymnasium wollte sie den Weg frei machen für den Zugang von Frauen zu den Universitäten. Dass sie bald selbst für ihr Engagement eines der ersten weiblichen Mitglieder der Akademie der Wissenschaften wurde, sei nur am Rande vermerkt.

Aber sie war nicht nur Ideengeberin und Aktivistin in Sachen Frauenrechte, sondern daneben auch noch eine literarische Künstlerin von Rang. Für Bedřich Smetana, mit dem sie eine umfangreiche Korrespondenz austauschte, schrieb sie zum Beispiel Opernlibretti, etwa für die Werke IMG_3196Hubička (Der Kuß), Tajemství (Das Geheimnis) oder Čertova stěna (Die Teufelswand) und übersetzte wichtige Literaturklassiker – zum Beispiel Lord Byron – ins Tschechische. Auch eine Märchensammlung (1892) und etliche Bildungsromane für junge Mädchen gehen auf ihr Konto.

Zurück zum Denkmal auf dem Karlsplatz. Es wurde 1931 von der Bildhauerin Karla Vobišová-Žáková erstellt, die selbst eine Pionierin der Frauenrechte war – sie wurde die erste vollberufliche Bildhauerin im Lande. Das Denkmal ist aus einen einzigen Stück weißem Marmor gemeißelt. Schon 1927 hatte die Künstlerin eine Gedenkplakette (Bild unten rechts) mit einem Profilrelief von Eliška Krásnohorská an der nahegelegenen heutigen Handelsakademie in der Resslova 5 (damals die Redaktion von Ženske listy) gestaltet – eine von vielen Gedenkplaketten für die Frauenrechtlerin, die man in Prag findet. (DD)

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