Wo die Bienen summten

Biene1.png

Man meint geradezu die Bienen summen zu hören. Wer in die Höhe schaut, kann sich in der 28. října 378/15 an der oben unter dem Dachgiebel des Hause angebrachten polychromen Reliefdarstellung eines Bienenstocks oder -korbs erfreuen. Erkennbar ein Werk des Barock ist das kleine Stuckwerk.

Das passenderweise Velký úl (Der Große Bienenkorb) oder U zlatého úlu (Beim Goldenen Bienenkorb) genannte Haus steht auf dem Grund von ursprünglich zwei Biene2.pngmittelalterlichen Häusern aus dem 14. bzw. 15. Jahrhundert. Anfang des 17. Jahrhunderts gehörte das Haus einem gewissen Kryštof Wettengl (Christoph Wettengel), der sich aber zu sehr der Sache der böhmischen Freiheit verschrieben hatte und bei der verlorenen Schlacht am Weißen Berg gegen die Habsburger gekämpft hatte. Das Haus wurde von den neuen habsburgerischen Machthabern 1621 konfisziert und seinem anpasserischen Bruder Johann übergeben.

Ein nächster großer Entwicklungssprung für das Haus war sein Umbau durch den Hofarchitekten der Fürsten Kinský, Zacharias Fiegert, der ihm im wesentlichen das heutige äußere barocke Erscheinungsbid gab – inklusive Bienenstock. Das Haus gehörte nämlich zu diesem Zeitpunkt einem Bienenwachshändler namens Nikolaus Fischer. Es war nicht ungewöhnlich, dass man damals auf seinem Haus eine symbolische Darstellung seines Gewerbes anbrachte. Zudem ist der Bienenstock auch Teil der christlichen Ikonographie, z.B. als Attribut des Heiligen Ambrosius.

Honig kann man hier möglicherweise immer noch zum Frühstück bekommen, aber er wird schopn seit langem nicht mehr dort produziert. Das hübsche Gebäude ist heute nämlich ein Hotel mit bester Lage am westlichen Ende des Wenzelsplatzes. (DD)

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