Wo man in Prag seit 1919 Wirtschaft studiert

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Dem modernen Gebäude sieht man es nicht an: Seit 1919 – die Erste Tschechoslowakische Republik war erst ein Jahr alt – lehrt man hier Ökonomie. Die Wirtschaftsuniversität Prag (Vysoká škola ekonomická v Praze) war allerdings zunächst nur eine  Handelshochschule (Vysoká škola obchodní v Praze) IMG_1471und autonomer Teil der Technischen Universität. Die Ausbildung, die man dort genießen konnte, wurde schnell immer anspruchsvoller. Schon 1934 bekam sie das Recht, Doktortitel zu vergeben – bis die Nazis 1939 die Hochschule schlossen. Nach dem Kriege (VŠO) florierte sie wieder, obwohl nach der kommunistischen Machtübernahme 1948 der volkswirtschaftliche Teil des Curriculums der marxistisch-leninistischen Lehre unterworfen wurde, was ihren realwissenschaftlichen Wert definitiv schmälerte.

IMG_1472Dafür durfte sie sich 1953 von der Technischen Unversität emanzipieren. Sie wurde eine eigenständige Wirtschaftsuniversität und das blieb sie bis heute. Aus de VŠO wurde die VŠE. 1989 kam etwas, das für ihre fachliche Qualität quasi den Quantensprung bedeutete. Der Kommunismus brach zusammen. Man musste nicht mehr nur Marx und Engels nachbeten, sondern durfte offen Hayek, Friedman und Mises diskutieren.

Die  VŠE wurde zur Kaderschmiede derer, die die Titanenaufgabe der Transformation der durch den Sozialismus verwüsteten Wirtschaft in eine funktionierende Marktwirtschaft durchzuführen hatten. IMG_1470Dass dies in der Tschechoslowakei bzw. ab 1993 in Tschechien recht gut gelang, ist nicht zuletzt Verdienst der Wirtschaftuniversität.

Überhaupt wurde die die Wirtschaftsuniversität modernisiert. Das betraf nicht nur das Gebäude am Winston-Churchill-Platz in Prag 3, das heute nicht mehr ganz so viel kommunistischen Mief, sondern so gut es geht und die ansonsten insgesamt etwas lieblose ursprüngliche Gesamtgestaltung zulässt postmodernen Chic ausstrahlt (siehe vor allem großes Bild), sondern vor allem die Lehrpläne. In internationalen Rankings belegt die VŠE unter den Business Schools des ehemaligen Ostblocks immer Spitzenwerte. Heute studieren hier rund 20.000 Studenten aus aller Welt an sechs Fakultäten. (DD)

 

 

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