Unsterblicher Dichter

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Keine Frage: Die Tschechen lieben es, Denkmäler für national inspirierte Dichter und Dramatiker aufzustellen. Manche von den Werken dieser Dichter mögen ob ihres Hanges zum Pompösen bereits vergessen sein. Die Denkmäler aber blieben und hinterlassen bis heute einen tiefen Eindruck. Das gilt auch für das Denkmal für Julius Zeyer (1841-1901). Seine Dramen IMG_2356sucht man heutzutage vergebens auf dem Spielplan Prager Theater, obwohl sie sich seinerzeit großer Beliebtheit erfreuten.

Zeyer entsprang einer guten Prager Bürgerfamilie mit deutschen und französischen Wurzeln. Er war weitgereist und kannte die Welt. Und er hatte – obwohl sie ihm nicht in die Wiege gelegt worden war – einen Faible für die tschechische Sprache entwickelt. Das machte ihn und seine Romane und Epen (darunter das die Heimat verherrlichende „Vyšehrad“ von 1880) populär unter den Mitbürgern.

IMG_2360Mitten im ersten öffentlichen Park Prags, dem 1832 eröffneten Chotek Park (Chotkovy sady) – siehe Bild links mit Lady Edith – hoch oben in der Nähe der Burg, steht seit 1913 das geradezu dramatisch anmutende Monument für Zeyer. Entworfen wurde es von Zeyers Freund, dem von Auguste Rodin beeinflussten Bildhauer Josef Mauder.

Gestaltet ist es als großer künstlicher Fels auf dem oben ein Medaillon mit dem Bildnis Zeyers angebracht ist. Im Fels befindet sich eine Grotte, in der man aus Marmor gemeißelte Figuren aus Zeyers Werken bewundern kann. Das wirkt schon sehr pittoresk und überwältigend. Der Wunsch, Zeyer so unsterblich zu machen, ist Mauder wohl geglückt. (DD)

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