Kubistisches Mietshaus

IMG_3004

Nirgendwo sonst hat der Kubismus so Fuß gefasst wie in Prag. Deshalb findet man nicht nur ein paar kubistische Muster- oder Avantgardegebäude, sondern auch Mehrfamilienhäuser im gleichen Stil. Dass die bekanntesten von ihnen ausgerechnet von IMG_3003Josef Chochol entworfen wurden, erstaunt nicht.

Er war nämlich der einzige unter den kubistischen Architekten, der sich politisch engagierte und als Linker (Gründungsmitglied der Vereinigung Sozialistischer Architekten!) mit dem Kubismus daher auch gleich seine Solidarität zur meistens Mietshäuser bewohnenden Arbeiterklasse bekunden wollte. Mit dem Mietshaus in der Neklanova 30 unterhalb des Vyšehrad gelang ihm jedenfalls dabei ein großer Wurf.

Das 1911 von ihm entworfene und 1912/13 erbaute Hause besticht durch seine klare kubistische Formsprache (besonders IMG_0443sichtbar am Eingang, siehe großes Bild) und durch den spitzen Winkel des Grundrisses, der das Haus wie einen Schiffsbug auf einen Eckpfeiler zulaufen lässt.

Ach ja, der Kubismus war Chochol auf die Dauer zu tschechisch und zu bürgerlich. Er sattelte schon kurz nach dem Bau dieses Hauses auf den „internationalistischeren“ Funktionalismus um. (DD)

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