Wanderungen in der Umgebung von Prag: Von den Höhen der Moldau zur Berounka: (I) Von Baně über Jíloviště nach Všenory

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Es kann nicht schaden, 16 Jahre in Berlin gelebt zu haben,  um  die kernige Atmosphäre rund um den Bahnhof Smíchov besser ertragen zu können. Prag ist nicht überall schön und diese Ecke ist besonders ungepflegt und heruntergekommen, aber der Ausgangspunkt für viele schöne Ausflüge in die südwestliche Umgebung von Prag, starten hier doch viele Züge und Busse in die touristischen Hochburgen Karlstejn und die anderen hübschen Städtchen an der Berounka und Vltava wie z.B.  Mníšek pod Brdy.

Unsere Wanderung nimmt also ihren Ausgang an oben genannten Bahnhof. Mit dem Bus Linie 129 geht es zur Endhaltestelle Baně, direkt am Stadtrand des  Prager Stadtteils Zbraslav. Hier, im Wald oberhalb des gleichnamigen, größten Steinbruchs Mittelböhmens beginnt der Rot gekennzeichnete Wanderweg nach Skalka oberhalb von Bane4Mníšek pod Brdy, bestens dokumentiert bei mapy.cz .An einer Kapelle (großes Bild oben) und ehemaligen Fernsehstation vorbei geht es im Wald der Höhe über die Vltava, die man immer wieder durch die Bäume hindurch sehen kann, bis zu einem wunderschönen Aussichtspunkt unterhalb eines großen Pylons einer elektrischen Überlandleitung (Bild links) entlang. Von hier hat man einen weiten Blick auf die Moldaubiegung bei Vrané. Weiter geht der Weg durch den pilz- und wildreichen Wald bis Pod Cukrákem, von wo aus man mit einem kleinen Abstecher zu  dem großen, in den 60er Jahren erbauten  Bane3Fernsehturm Cukrák wandern kann. Bei gutem Wetter kann man den weiß-rot gestreiften Turm schon Kilometer vorher über den Wald ragen sehen.  Von Zbraslav nach Jílovište ging in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts ein berühmtes Bergrennen,  das erste Automobilrennen der Welt, das von einer Frau gewonnen wurde, nämlich  im Jahre 1926  von Eliška Junková. Nach dem Abstecher folgt man weiter der roten Markierung und kommt durch Jiloviste, wo es sich lohnt im modernen Restaurace Pod Lesem einzukehren. Wir waren IMG_8941überrascht von der ambitionierten Küche. Der Thunfisch im gleichnamigen Salat kam zwar aus der Dose, dafür war er aber  mit einem exotischen Zwetschken-Chutney und grünem Pfeffer garniert. Dazu gab es ein köstliches, selbst gebackenes Kürbiskernbrot. Das hatten wir hier nicht erwartet!

Aus dem Ort heraus der roten Markierung  kurz an der Schnellstraße entlang über Felder in den Wald hinein folgen. Bane2Bei der Wegkreuzung Pod Kamenem auf die blaue Markierung Richtung Všenory wechselnen, wo man nach kurzem Weg schon die Hügel entlang  der Berounka durch die Bäume blitzen sehen kann. Dann folgt der Abstieg in den beliebten Ausflugs- und Wochenendsaufenthaltsort herab an Schafweiden und vielen Häusern aus dem Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts zur etwas heruntergekommen Bahnstation von Všenory. Von dort fährt im 30 Minuten-Takt der City Elefant der S 7 nach Prag zurück. Auch hier lohnt es sich noch einen Blick aus dem Zugfenster zu werfen. Kein Wunder, dass so viele Prager hier ihre Wochenendhäuser haben.

Länge der Tour: knapp 10 km hauptsächlich angenehme Waldwege. Kaum Steigungen, da man bei Bane schon auf der Höhe über der Moldau ist. Nur ein  bequemer  Abstieg nach Všenory. (LSD)

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