Der Reichtum der Lobkowiczs

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Schloss , die über Jahrhunderte zu den mächtigsten und reichsten Adelsgeschlechtern Böhmen gehörten. Es liegt nur rund 20 Kilometer nördlich der Prager Innenstadt und ist ein schönes Ziel IMG_5035für einen Sonntagsausflug. Da es am schönen Ufer der Moldau fast gegenüber der Schloss- und Parkanlage von Veltrusy (wir berichteten hier) liegt, sollte man sich gleich genügend Zeit für eine Zwei-Schlösser-Tour nehmen.

Schloss Nelahozeves ist ein Renaissancebau vom Feinsten. Begonnen wurde er im späten 16. Jahrhundert – geplant als Sitz der Familie Griespach. Das damals als IMG_5021Fassadenschmuck angebrachte Sgraffito (großes Bild oben, kleines Bild rechts) ist gottlob als typisches stilistisches Erkennungsmerkmal über die Wirrnisse der Jahrhunderte erhalten geblieben. Seit 1623 gehört das Gebäude der Familie Lobkowicz, die es über die Zeit mit ungeheueren Reichtümern füllten.

So sollte man sich das Gebäude nicht nur von außen anschauen (etwa das prachtvolle IMG_5038Renaissance-Eingangstor im Innenhof, Bild links), sondern auch eine Führung durch das Gebäude mitmachen. Es gibt einige wenige Führungen in Englisch, aber Besucher, die an einer tschechischen Führung teilnehmen, aber kein Tschechisch können, bekommen ein ausführliches Heft in die Hand gedrückt, das keine Fragen über das, was man zu sehen bekommt, offenlässt.

Überhaupt ist das Ganze touristisch sehr professionell erschlossen; die Familie Lobkowicz, die nach der „Samtenen Revolution“ von IMG_50181989 ihren von den Kommunisten beschlagnahmten Besitz zurückerstattet bekommen hatten, verfügt über die rare Kombination von familiärem Kulturbewusstsein und Geschäftstüchtigkeit. Im Souvenirladen bekommt man deshab keinen Ramsch, sondern gediegene Handarbeit, gute Literatur und Flaschen der ausgezeichneten Weine von den verschiedenen Weingütern, die die Familie in Tschechien ihr eigen nennt.

IMG_5023Da das schon immer so war, verschlägt einem die geballte Kultur in den Innenräumen schlicht den Atem. Die Gemäldesammlung beinhaltet das Who-is-who der europäischen Kunstgeschichte: Cranach, Canaletto, Brueghel, Rubens, Velázquez – sie sind alle da. In der Instrumentensammlung fehlt die Geige von Stradivari nicht und in der Bibliothek (eine der bedeutendsten Privatbibliotheken Europas) finden sich neben Evangeliaren aus dem 10. Jahrhundert auch Originalhandschriften der Kompositionen Mozarts und Beethovens (dessen Karriere die Familie nachhaltig gefördert hatte). Erschöpft von so viel Kultur kann man sich anschließend im Schlosscafé entspannen. (DD)

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