Theater mit Arbeiterromantik

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Der Stadtteil Braník (Prag 4) liegt etwas südlich des Vyšehrad und gilt als ein traditionelles Arbeiterviertel. Anscheinend gab es hier immer schon einen ausgprägten Sinn für Gemeinsinn und Kultur. Der Stadteil hat nicht nur ein eigenes hübsches Traditionstheater (Branické Divadlo). Dieses Theater haben die engagierten Bürger Braníks im Jahre 1925 IMG_8820durch Spenden und Selbstorganisation auch noch selbst in Eigeninitiative errichtet. Beeindruckend! Das sehr klassizistisch gehaltene Bauwerks wurde dabei von dem Architekten Vasek Šindelář entworfen. Anfangs wurde es auch in Eigenregie der Bürger als Amateurtheater betrieben.

Die fast schon putzige „Arbeitertromantik“ der kleinen Statuengruppe im Tympanon (ein Werk des Bildhauers Rudolf Březa) ist daher sowohl stilistisch als auch ideologisch nicht der Zeit nach 1948 (= kommunistische Machtübernahme) zuzurechnen, sondern spiegelt nur den berechtigten Stolz auf das Geleistete seitens der beteiligten einfachen Bürger wider.

In der Zeit des Kommunismus ließ man das Theater hingegen allmählich verfallen. 1993 musste es deshalb grundlegend renoviert werden, 2013 nach einem Wasserschaden noch einmal. Heute gibt es dort Musikveranstaltungen und vor allem moderne Theatervorführungen zu sehen. (DD)

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