Nicht weit von Prag: Die Höhle von Konĕprusy

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Keine 40 Kilometer westlich vom Stadtzentrum findet sich ein besondere Touristenattraktion, die vor allem tschechische Ausflügler anzieht: Die Tropfsteinhöhle IMG_7480von Konĕprusy. Sie liegt mitten im böhmischen Karst – eine karge, aber reizvolle Landschaft, die ihrerseits schon einen Besuch wert ist.

Über 3 Kilometer über drei Stockwerke zieht sich das Höhlensystem, das größtenteils während einer einer kundigen, wenngleich in Tschechisch gehaltenen Führung (ein hinreichend informatives Informationsblatt in Deutsch oder Englisch gibt es kostengünstig auszuleihen) für Besucher zu besichtigen ist.

Drinnen sieht man alles, was man von einer guten Tropfsteinhöhle erwartet – pittoreske Stalagtiten- und Stalagmitenformationen, ein unterirdischer See und vieles mehr. Für uns moderne Menschen wurde die Höhle erst in den 1950er Jahren IMG_7506entdeckt und sorgfältig erforscht (die einzelnen Kammern in der Höhle, sind nach den Forschern benannt). Bekannt war sie dem Menschen früherer Zeit aber schon. Neben etlichen Tierknochen (Höhlenbären etc.) hat man auch menschliche Knochen und Überreste aus der Altsteinzeit gefunden. Repliken der Knochen werden bei der Führung gezeigt. Im späten 15. Jahrhundert befand sich eine Geldfälscherwerkstatt in der Höhle. Die Fälscher stiegen von oben in ein Loch tief in die Höhle hinein. Das winzige Loch kann man am Rande des Weges außerhalb entdecken. Es ist aber sorgfältig vergittert, weil die Gefahr IMG_7568eines tiefen Absturzes droht. Die Fälscher riskierten so einiges für ihren Profit. Irgendwie haben die Archäologen auch entdeckt, dass sich unter den Fälschern eine Fälscherin befand. Bei der Nachstellung der Szenerie mit lebensgroßen Puppen am Ende der Tour ist sie – im Sinne des modernen Gleichstellungsgedankens – besonders hervorgehoben (Bild rechts). Nachdem es aus unbekannten Gründen mit der Fälscherei irgendwann zu Ende ging, geriet die Höhle wieder für etliche Jahrhudnerte in Vergessenheit.

Die Führung dauert ungefähr eine Stunde. Wenn man schon einmal da ist, sollte man wenigstens ein wenig die nähere Umgebung erwandern. Ein riesiger Kalksteinbruch liegt gegenüber und befindet sich in einem harten Wettbewerb in Sachen Imposanz mit den natürlichen Felsformationen in der Nähe. Eine keltische Burganlage und schöne Felsbrücken reichern das Ganze an, so dass man es am Ende mit einem zwar bequemen, aber doch abenteuerlichen Spaziergang zu tun hat. (DD)

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