Braukunst im Kloster Strahov

IMG_7278

Normalerweise kommt bei uns ja erst die Kultur und dann der Biergenuss. Also hätten wir zuerst über das etwas oberhalb der Burg liegende IMG_7265bedeutende Kloster Strahov auslassen müssen, bevor wir über die dazu gehörende Klosterbrauerei und Gaststätte schreiben. Aber was soll’s?

Die Klášterní pivovar Strahov (Klosterbrauerei Strahov) ist schon uralt und traditionsreich. Um 1400 wird sie erstmals erwähnt. Aus Gründen, die heute keinem Gast IMG_7279zu vermitteln sind, der hier sein Bier genießt, wurde der Betrieb 1907 eingestellt. In der Ersten Republik wurden die Gebäude sogar zu Wohnungen umfunktioniert.

Aber im Jahr 2000 besann man sich wieder eines Besseren und begann erneut mit dem Bierbrauen und -ausschank. Dazu wurde das alte Gaststättengebäude reaktiviert und auch noch ein daneben gelegener alter Pferdestall umgebaut, wo man heute die Braukessel in vollem Glanze betrachten kann (großes Bild). Zwischen beiden Gebäuden ist dadurch ein Innenhof, der als gemütlicher Biergarten genutzt wird. Ebenso gemütlich sind die verschiedenen Gasträume in beiden Gebäuden. Alles ist blitzblank und sehr einladend.

Obwohl die Brauerei ja gerade zu Ende seiner Regierungszeit für Jahrzehnte eingestellt wurde, IMG_7267verbreitet die Inneneinrichtung den Charme der Regierungszeit Kaiser Franz Josefs. Das hat eben den richtigen Flair von leicht verklärter „guter alter Zeit“, den insbesondere ausländische Besucher (die den allergrößten Teil der Gäste ausmachen) mögen. Die Tschechen selbst hatten ja zu seinen Zeiten eher ein gespanntes Verhältnis zu „ihrem“ Kaiser …

Das wichtigste ist natürlich das Bier. Rund fünf hausgebraute Sorten gibt es, die den Qualitätsstandards, die man an alte Klosterbrauereien anlegen muss, voll gerecht. Es kann jedenfalls mit seinem nächstliegenden „Rivalen“, der IMG_7271Schänke (früherer Bericht hier) im Kloster Břevnov, mithalten. Auf dem Photo links sieht man drei von Ihnen, das Helle, das Pale Ale und das Dunkle (v.l.n.r.). Letzteres ist mein persönlicher Favorit, aber auch das Pale Ale bestach durch die Samtigkeit seines Geschmacks. Überhaupt: Alle Sorten repräsentieren die tschechische Braukunst von ihrer besten Seite! Das ist einer der Gründe, warum wir hierhin auch gerne Besucher aus Deutschland einladen.

Benannt sind die hier gebrauten Biere alle nach dem Heiligen Norbert, dem Gründer des Prämonstratenserordens, der wiederum im Jahre 1143 das Kloster Strahov gründete.

Ähnlich klassisch ist auch das Speiseangebot. Da gibt es – neben anderen böhmischen Traditionsgerichten – den in Prager Gaststätten omnipräsenten IMG_7276Gulasch mit Knödeln in sorgfätiger Zubereitung. Aber es sind auch leichtere Speisen und Fisch auf der Speisekarte. Oder auch internationale Gerichte, die aber gut zum tschechischen Bier passen, wie die abgebildeten Spareribs oder sehr feine Beefburger. Die Gefahr, dass man beim Verlassen des Restaurants nicht gesättigt ist, besteht nicht.

Naja, und über das Kloster selbst, seine großartige alte Bibliothek und die vielen anderen großartigen Kulturgüter, die es dort zu sehen gibt, werden wir dann eben ein anderes Mal berichten … (DD)

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s