Happy Birthday im Hanavský Pavilon

IMG_7056Einen schöneren Ort dafür gibt es nimmermehr. Heute begehe ich meinen 60. Geburtstag. Gestern habe ich abends mit vielen Freunden, Verwandten, Bekannten und Kollegen im Hanavský Pavilon in den Festtag „hineingefeiert“.

Hier stimmt eigentlich alles. Gehobene Küche, exzellente Weine und die umwerfendste Aussicht, die man sich vorstellen kann. Das Pavillon steht genau auf der oberen Kante des Berges unterhalb der Burg am hanavskyRande des Letná Parks, so dass man von erhöhter Position aus Altstadt, Moldau und Vyšehrad überblicken kann. Das ist – besonders bei Abenddämmerung – eine Aussicht, die einfach atemberaubend ist.

Da stand das Gebäude aber nicht immer. Ursprünglich wurde es für die die Prager Jubiläumsausstellung 1891 im Auftrag des Fürsten Wilhelm von Hanau-Hořovice (nach dem es in tschechischer Buchstabierung auch benannt ist) im Stadtteil Holešovice errichtet. Wie beim Spiegellabyrinth auf dem Petřín (siehe diesen Beitrag) fand man auch hier das Gebäude zu schön, als dass man es nach der Industriemesse wieder hätte abreißen wollen. Also versetzte man es schnell an den heutigen Ort. Dort fungierte es erst als Unterstand – für den Fall, dass man beim Spazieren im Park in einen Regenschauer geriet. Später sah man ein höheres Potential darin verborgen und es wurde zum Restaurant ausgebaut.

Das Pavillon selbst ist einfach auf Neo-Barock getrimmter Historismus niedlichster IMG_7055Ausprägung. Schnörkelige Kunstschmiedereien und winkelige Türmchen nebst überbordender Malereien und Verzierungen. Einfach umwerfend!

Das Ganze war allerdings damals, als es gebaut wurde, im Retro-Look verkleidetes High-Tech. Der renommierte österreichische Architekt Otto Hieser entwarf eine gußeiserne Konstruktion für das Gebäude, die dem neuesten technischen Stand entsprach. Kurz zuvor hätte man die blanke Metallstruktur stolz und bekennend als Fortschrittssymbol offen zur Schau gestellt – wie etwa 1887 beim Eiffelturm (auch ein Messegebäude mit Bestand!). 1891 war künstlerischer Mimikri und eskapistische Zivilisationskritik angesagt. Die moderne Struktur wurde deshalb hinter einer leicht IMG_7286.JPGkitschig historisierenden Fassade versteckt. Dafür sorgten die Bildhauer Zdeněk Emanuel Fiala und der Architekt Josef Hercik, die die künstlerische Gestaltung übernommen hatten.

Desgleichen gilt auch für die Innenausstattung. Die Gäste sitzen im Sommer meist lieber draußen – wegen der Aussicht. Drinnen wird man allerdings mit der liebevollen Ausgestaltung mehr als verwöhnt. Das Pavillon lohnt sich innen wie außen.

Ach ja, dann ist da noch das Essen und das Trinken. Vor allem bei der Weinkarte hat der Sommelier gute Arbeit geleistet – insbesondere auch, was die tschechischen Weine IMG_7296angeht, die man hier unbedingt probieren sollte. Ordentliches Markenbier,  das frisch gezapft ist, gibt es auch. Auf dem Teller wird keine derbe tschechische, sondern gehobene eher internationale Cuisine mit tschechischen Anklängen geboten. Das ist für Prager Verhältnisse alles nicht ganz billig, aber jeden Heller wert!

Ja, und wenn das Wetter so gut ist, wie es gestern der Fall war, oder wenn es eher schlecht ist, lässt es sich auf der Terrasse bestens feiern. Die Terrasse lässt sich nämlich überdachen und ist sogar mit Heizstrahlern ausgestattet. Die Aussicht von draußen kann man also saisonunabhängig genießen. Auf jeden Fall: Der Abend im Hanavský Pavilon war unvergesslich! (DD)

 

 

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