Man weiß nur, dass man nichts weiß …

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Esoteriker lieben sie. Archäologen grübeln darüber. Jedermann findet sie rätselhaft: Die Teufelssteine  (Čertův sloup) auf dem Vyšehrad – nahe der Kirche. Seltsam sehen sie schon aus, diese drei Steinsäulen. Dabei wissen wir nicht einmal, ob sie ursprünglich überhaupt in dieser ineinander verschlungenen Position aufgerichtet worden sind.

Jedenfalls stehen sie dort schon lange und es gibt es unzählige Legenden über sie. Waren sie Geschosse, die mit besonders großen Kanonen während einer der vielen Belagerungen in Prags Geschichte auf den Vyšehrad gefeuert wurden? Das kann man wohl ausschließen, denn Chroniken aus dem noch kanonenfreien Mittelalter erwähnen die Säulen bereits.

Sind es Bauteile einer früheren Bauphase der Kirche? Nicht auszuschließen (ehrlich gesagt, ich finde es sogar recht plausibel). Oder Teil der frühslawischen Burg? Als mysteriöse Einrichtung zur Zeitmessung, wie Archäologen vermuten? Möglich. Oder gar keltisch? Das mögen aus irgendeinem Grunde Anhänger des Okkulten. Aber bewiesen ist es nicht.

Schließen wir uns also hier der populärsten und schönsten Mutmaßung an. Weshalb heißen die Säulen denn überhaupt Teufelssteine? Die alte Volkssage erklärt es: Der Teufel hat sie dereinst aus Wut über eine verlorene Wette mit einem Priester der Kirche nebenan hierhin geworfen.

Wer das nicht glauben will, der muss sich halt damit abfinden: Wir wissen nur, dass wir im Grunde nichts wissen. Aber das macht den Anblick der Steine erst richtig faszinierend. (DD)

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