Freiheitsdenkmäler

IMG_5357

Er ist der Märtyrer und Freiheitsheld der Tschechen im Kampf gegen die Sowjettyrannei. Um gegen die gewaltsame Beendigung des Prager Frühlings und die Apathie der Bevölkerung gegenüber dem Unrechtsregime zu protestieren, hatte sich der 20jährige Student Jan Palach am 16. Januar 1969 auf dem Wenzelsplatz selbst verbrannt. Drei Tage später starb er an den Folgen der Verbrennungen.

Die Tat änderte kurzfristig wenig an der Politik des Regimes. Im Bewusstsein der Menschen hatte sie aber etwas geändert. Deshalb gibt es kaum einen Widerstandskämpfer gegen den Kommunismus, der in Prag so geehrt wird wie Palach. Es ist geplant, aus seinem Geburtshaus ein Gedenkmuseum zu machen. Schon seit längeren erinnert auf dem Wenzelsplatz eine Plakette an ihn (siehe diesen früheren Beitrag).

IMG_6303Und dann gibt es nahe der philosophischen Fakultät der Karls-Universität noch den Jan-Palach-Platz (Náměstí Jana Palacha). So heißt er natürlich erst seit dem Dezember 1989 als die Samtene Revolution den Kommunismus weggefegt hatte. Zur gleichen Zeit brachte man auch an der Außenwand der Fakultät ein kleines Mahnmal an (kleines Bild links). Es zeigt ein Portrait Palachs, das nach der Totenmaske gestaltet wurde, die der Bildhauer Obram Zoubek (siehe auch hier) kurz nach dem Tode Palachs abgenommen hatte. Darunter steht lediglich das Datum der Selbstverbrennung.

IMG_5360Seit 2016 steht auf dem Platz – nur etwas näher am Moldauufer – noch ein großes Denkmal zum Gedenken an Palach. Es handelt sich um zwei große hölzerne Kuben, aus denen symbolisch Flammen (in Formen von großen Zacken) herauswachsen (großes Bild oben).  Haus der Mutter, Haus des Sohnes nannte der Künstler John Hejduk, ein amerikanischer Bildhauer tschechischer Herkunft, das Werk. Man sieht es oben auf dem großen Bild. Das silbrige Denkmal soll Palach darstellen, das rostfarbene die leidende Mutter. Dahinter verbirgt sich – wenngleich sich die Symbolik dem Betrachter nicht gleich erschließt – das Bild der Leidensmadonna. Neben diesem Denkmal ist eine große Plakette angebracht auf der das Gedicht „Das Begräbnis des Jan Palach“ steht. Verfasst wurde es 1969 von einem Freund Palachs, dem Dichter David Shapiro. (DD)

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s