Masaryk wartete bei Gleis 1

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Der Masaryk-Bahnhof (Masarykovo nádraží) wurde 1845 eröffnet und war damals natürlich noch nicht nach dem späteren Präsidenten der Tschechoslowakischen IMG_6337Republik benannt. Das kam erst 1919 und blieb – mit Ausnahme der Nazi- und der kommunistischen Zeit – auch so. Es ist der älteste Bahnhof Prags.

Seine Bedeutung ist inzwischen deutlich gesunken, da sich das Konzept des Kopfbahnhofs dann doch nicht bewährte. Der Bahnhof blieb deshalb auch der einzige dieser Art in Prag und der Hauptbahnhof hat ihm inzwischen den Rang abgelaufen, wenn es um Fahrten nach Wien oder Dresden geht.

IMG_6341Damals, im 19. und frühen 20. Jahrhundert, war er jedoch so bedeutend, dass jeder von Prag aus reisende Staatsmann hier seine Bahnreise anfing. Deshalb baute man 1874/75 einen Majestätssaal gleich bei Gleis 1, wo sich der jeweilige Potentat einigermaßen angemessen luxuriös aufhalten konnte, während er auf den Zug wartete.

Als die Majestäten gingen und die Republik kam, wurde der Saal in dem nun Masaryk-IMG_6338Bahnhof genannten Gebäude konsequenterweise auch in Masaryk-Salon umgetauft. So heißt er bis heute und kann ab und an besichtigt werden.

Wie überall im Bahnhof (also schon in der großen Wartehalle, wie das große Bild zeigt) wird auch hier Masaryk groß gefeiert. Das schwer holzvertäfelte Interieur wurde durch Büsten des großen Staatsmanns ergänzt. Hier wartete er also, wenn er auf Reisen ging. Ein Hauch großer Geschichte umweht den Ort. (DD)

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