„Mai“

IMG_4843Mit diesem romantischen Versepos schuf  Karel Hynek Mácha (1810 – 1836) eines der Standardwerke der Tschechischen Literatur. Das Gedicht über Liebe, schicksalhafte Verstrickung und Tod des Räuberhauptmannes Vilém dürfte Byron-Fans begeistern.

Obwohl auch heute noch Generationen von tschechischen Schülern gezwungen werden, das Epos zu lesen und stellenweise sogar auswendig zu lernen, erfreut sich der Dichter dennoch so großer Beliebtheit, dass am 1. Mai Scharen von Liebenden zu seinem Standbild am Petřin  (Bild oben) pilgern, das Josef Václav Myslbek in den Jahren 1910-12 schuf.

Das  Leben des begeisterten Wanderers war mindestens genauso bewegt, wie das seines Helden, starb es doch kaum sechsundzwanzigjährig und wurde an dem Tag, auf den die Hochzeit mit seiner großen Liebe Lori festgesetzt war, beerdigt. Nur kurze Zeit später verstarb auch der gemeinsame Sohn.

Zu Lebzeiten wurde sein literarisches Werk nicht geschätzt. Erst die folgende Generation erkannte seinen Wert und hundert Jahre später wurde er zur Legende, weshalb man seine sterblichen Überreste  von Litoměřice zum Slavín-Friedhof (s. auch hier und hier) nach Prag  brachte, um den Nationaldichter  vor der Annexion durch Hitler-Deutschland zu retten.

Inzwischen ist es auch gelungen, sein Tagebuch zu dechiffrieren. Wer Freude am Tagebuch von Samuel Pepys hat, dürfte hier auch auf seine Kosten kommen. (LSD)

 

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