Průhonice: …und Märchengarten

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Graf Silva-Tarouca hatte es lange geplant. Sein Garten sollte dem Gemeinwohl dienen. Schon 1927 – also 7 Jahre vor seinem Tod – veräußerte er den Landschaftsgarten, den er IMG_4898seit 1885 aufgebaut hatte, der Tschechoslowakischen Republik. Er sollte dabei nicht nur der Erholung der Bürger dienen, sondern auch der Wissenschaft.

Der Garten von Průhonice ist zugleich die große Kulisse für das Schloss (siehe vorheriger Blogeintrag), ein riesiges Wanderareal und ein mit akademischer Akribie betriebener botanischer Garten. 8000 verschiedene Gehölze und 3000 Alpenpflanzen – diese Zahlen, die den Artenreichtum nicht annähernd erfassen, finden sich auf den  250 Hektaren des Geländes. Der Graf selbst widmete sich IMG_4875der Dendrologie (Baumkunde) und gründete 1909 vor Ort die Dendrologische Gesellschaft Böhmens. Nicht umsonst hat im Schloss heute die Botanische Abteilung der Akademie der Wissenschaften hier ihren Sitz.

Bei der Gestaltung als englischer Landschaftsgarten und botanischer Garten zugleich machte sich der Graf geschickt die Eigenarten der schönen Landschaft um den Botič (siehe hier) zunutze. Der Bach wird zu Seen aufgestaut, aus denen sich kleine Wasserfälle ergießen. Die typischen Schieferfelsen der Region bilden nicht nur schöne Aussichtspunkte, sondern bilden auch optisch die ideale Heimat der alpinen Pflanzenwelt. Wiesen und Wälder lockern die Landschaft auf.

IMG_4891Niemand, der Průhonice einmal besucht hat, wird anzweifeln, dass dieses Gelände seinen Platz im Weltkulturerbe der UNESCO wohl verdient hat.

Um seinen Traum zu verwirklichen, hatte der Graf ständig neue Gelände in der Umgebung aufgekauft. Folglich handelt es sich bei Průhonice nicht nur um einen der schönsten, sondern auch um einen der größten Landschaftsgärten der Welt. Das Netz der Wanderwege umfasst alleine mehr als 40 Kilometer. Drei Rundwege sind extra markiert, aber man kann auch andere interessante Wege finden. Schon für den kleinsten der markierten Wege braucht man 2 Stunden. Faustregel: Für den Besuch sollte man sich Zeit nehmen und ein einziger Besuch reicht sowieso nicht. Und wenn man damit fertig ist, kann man gleich von vorne beginnen. Denn jede Jahreszeit bietet neue Sensationen, mal blühen Magnolien, mal die Azaleen, mal bietet auch die verschneite Winterlandschaft etwas für das Auge. Einen Grund für einen Besuch gibt es also immer. (DD)

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