Katastrophe im Nebel

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Der 30. Oktober 1975 war ein nebliger Tag in Prag. Der Pilot der DC9 der jugoslawischen Airline Adrio Aviopromet hatte beim Anflug ernste Sichtprobleme. An Bord des Urlaubsfliegers befanden sich rund 140 Personen, darunter 115 Tschechoslowaken. Irgendwie versuchte der Pilot sich im Tiefflug am Lauf der Moldau zu orientieren – vergessend, dass die Höhenunterschiede IMG_4644der Landschaft um Prag beträchtlich sind – insbesondere im felszerklüfteten Gebiet im Nordwesten, wo der Flughafen liegt. Als er den Berg vor sich bemerkte, war es schon zu spät. Es war die größte Flugkatastrophe, die je in Prag stattgefunden hatte. Aus dem Wrack der Maschine, das direkt neben der Siedlung Sedlec im Stadtteil Suchdol zerschellte, konnten wie durch ein IMG_4125Wunder noch 41 Überlebende gerettet werden. Der Rest der Insassen war tot.

Am 40. Jahrestag der Katastrophe stellte der Rat des Stadtteils an der Unglücksstelle 2015 diese kleine und recht bescheidene Gedenktafel auf, vor der die Menschen der Umgebung immer noch in Trauer Kerzen aufstellen. Sie erinnert den Spaziergänger, der daran vorbeikommt, daran, dass die wunderschön bewaldete Landschaft mit Moldaublick, die einen hier umgibt, auch ihre Gefahren birgt. (DD)

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