Linie A mit Nespresso-Kapseln

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Die Prager Metro (d.h. die U-Bahn) wurde in den 60er und 70er-Jahren gebaut, also in der Zeit des finsteren Plattenbausozialismus. Entsprechend unbeholfen, wenn auch nett gemeint, wirkten die Versuche, ein wenig Ästhetik in die phantasielosen und engen Betonstrukturen zu bringen. IMG_3642Gegenüber den Bahnsteigen gibt es in allen Innenstadtstationen irgendeine Wandgestaltung. Bei der Linie A (grüne Linie) folgen sie zumindest im inneren Stadtbereich zudem alle demselben Muster. Es handelt sich um bunte quadratische Aluminiumpanelen mit konkaven Ein- oder Ausbeulungen – nur in den Farben unterscheiden sie sich. Oben im großen Bild sieht man die Station Náměstí Míru in blau, in Můstek hingegen ist alles in IMG_6878gelb (kleines Bild links) gehalten. Und in der Station Staroměstská dominiert eindeutig das Rot, wenn auch nicht so ganz vollständig. (kleines Bild rechts). In der Station Muzeum gibt es rot-gelbe Streifen, in der Hradčanská ist alles in Messing gehalten. Die Idee zu diesen Panelen stammt von dem Architekten und Designer Jaroslav Otruba, der sie 1972-76 realisierte.

Zusammen ergibt sich ein optischer Eindruck, der an Regale mit Nespresso-Kapseln  erinnert, wie man sie in entsprechenden Läden findet. Und weil man dadurch auch gleich irgendwie an die Werbung mit George Clooney erinnert wird, kommt das ansonsten recht realsozialistische Design einem auch lustig vor. (DD)

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