Hier hätte Goethe auch gerne Deutsch gelernt

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Majestätisch thront die von viel Jugendstilornament umrahmte und irgendwie etwas abenteuerlich wirkende Kaminkonstruktion über dem Masaryk-Ufer. Das Goethe-Institut hat sich ein Gebäude zum Domizil ausgesucht, das schon rein äußerlich seinem Kulturauftrag gerecht wird. Vor hier aus steuert Leiter Berthold Franke mit sichtlicher Freude an seinem Beruf und seinem Arbeitsplatz nicht nur die Institutsaktivitäten in Tschechien, sondern auch in Mitteleuropa und den baltischen Staaten. Die Vermittlung deutscher img_3585Kultur im Ausland und der Kulturaustausch stehen im Mittelpunkt der Arbeit. Das populärste Angebot sind sicher die Kurse für die deutsche Sprache.

Ja, und drinnen hätte der Namensgeber sicher gerne auch Deutsch gelernt, wenn er es nicht schon so hervorragend gekonnt hätte. Die Frontfassade ist genauso schräg zur Uferstraße angelegt, dass der Blick aus dem Fenster des Leitungsbüros (kleines Bild links) eine der schönsten Aussichten der ganzen Stadt bietet, was angesichts der vielen überaus schönen Aussichten in dieser Stadt schon etwas heißt. Moldau, Kleinseite, Burg und Nationaltheater – alles in einem Blick!

Zur Ausstattung gehört ein Konferenzbereich, wo Tagungen jeder Art stattfinden können, kleine Ausstellungsbereiche und eine wohlausgestattete Bibliothek, die auch technisch (Stichwort: Multimedia) auf neuesten Stand ist.

img_3590Gerade der Eingangsbereich der Bibliothek wirkt besonders beeindruckend, zumal das Institut die gute Idee entwickelt hat, Mottowochen einzuführen und den ersten Raum entsprechend künstlerisch zu gestalten. Der „fliegende Teppich“, den man hier sieht (kleines Bild rechts) führt in das heutige Thema „Amman“ ein.

Gebaut wurde das Gebäude 1905 – und zwar ganz profan als Bank. Aber damals strömten halt selbst ganz profane Nutzbauten noch einen gewissen kulturellen Flair aus. Kein geringerer als Ladislav Šaloun (von dem schon hier die Rede war) schuf die Skulpturen, die die Fassade schmücken.

img_3587Auch innen findet sich im ganzen Haus sorgfältig erhaltener oder restaurierter Jugendstil vom Feinsten. Das Schmiedeornament über dem Aufzug (Bild unten rechts) sei als willkürlich herausgegriffenes Beispiel gewählt. Wer Gelegenheit hat, das Institut für einen Sprachkurs oder eine Ausstellung zu besuchen, sollte sich ein wenig Zeit nehmen, sich umzuschauen.

Von 1949 bis 1990 diente das Haus übrigens als Botschaft der „DDR“ in der damaligen Tschechoslowakei. Mit der „Wende“ verschwand die „DDR“. Es tat sich deshalb eine gute Gelegenheit für die Bundesrepublik auf, das Gebäude einem guten Zweck zuzuführen. 1991 durfte dann das Goethe-Institut einziehen. (DD)

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