Nur das Schloss könnte einen Eimer Farbe gebrauchen …

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Erst seit 1968 gehört er zu Prag. Der im Süden der Stadt gelegene Ortsteil Kunratice hat sich auch danach seinen ganz eigenständigen, geradezu dörflichen Charakter bewahrt. Am besten, man nähert sich ihm von Seiten des Kunratický-Waldes (ein Prager Naherholungsgebiet, über das schon hier berichtet wurde). Dann erschließt man vom Grünen aus einen schönen Dorfplatz, eine barocke Kirche und eine große Schlossanlage mit Park.

img_3538Man kann hier immerhin auf eine lange Geschichte zurückblicken. Im Jahr 1287 wurde der Ort erstmals urkundlich erwähnt.

Die ursprüngliche Kirche – ganz im gotischen Stil gehalten – stammt aus dieser Zeit. Von der Gotik merkt man heutzutage allerdings nicht mehr viel. Denn die Kirche des Heiligen Jakob des Älteren wurde zwischen 1730-36 fast vollständig barockisiert. Für einen Ort dieser Größe wirkt die mittlerweile schön restaurierte Kirche schon außerordentlich mächtig und prachtvoll.img_3540

 An schönem Barock mangelt es jedenfalls weder bei der Außenfassade (kleines Bild links) noch beim üppig gestalteten Innenraum Kleines Bild rechts), der allerdings nur bei Gottesdiensten vollständig zu besichtigen ist.

Direkt daneben befindet sich das Schloß mit seinem großen Anger und Nebengebäuden. Die Nebengebäude, die mit ihrem wehrhaften Charakter daran erinnern, dass hier im 14. Jahrhundert eine Burgfestung stand, sind nach dem Ende des Kommunismus privatisiert worden (Bild unten links). img_3529Sie befinden sich in blitzblankem Zustand – sauber und stilecht restauriert. Drinnen gibt es etliche kleine Läden, feine Cafés und sogar ein Spaß-Hallenbad.

Hinter dem Schloss befindet sich übrigens noch der dazugehörige Schlosspark, der öffentlich zugänglich ist und somit bei schönem Wetter zum Verweilen einlädt.

Dagegen befindet sich das Schloss selbst (großes Bild oben) in einem eher deplorablen Zustand. Ursprünglich im 17. und 18. Jahrhundert erbaut, wurde es 1830 vollständig im klassizistischen Stil umgestaltet. Die Schrecken des 20. Jahrhunderts brachten Verfall und Vernachlässigung mit sich. So schauerlich ist der Verfall, dass sich das Gebäude mittlerweile als Kulisse für Horrorfilme eignet. Der Gruselstreifen Van Helsing wurde hier gedreht. Auch das hat nicht geholfen, das Schloss in einen besseren Zustand zu versetzen. Heute ist es immer noch in Staatsbesitz und beherbergt das nicht zu besichtigende Lager der entomologischen (=insektenkundlichen) Abteilung des Nationalmuseums für Naturkunde. Das ganze Gebäude könnte sicher mal einen Eimer frische Farbe gebrauchen. Oder auch ein bisschen mehr… (DD)

2 Gedanken zu “Nur das Schloss könnte einen Eimer Farbe gebrauchen …

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