Von der Platte ins Bad (oder zum Eishockey)

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Ein idyllisches kleines Dorf, das sich anmutig an den Botič schmiegt, sieht man hier im Stadtteil Hostivař. Hätte man den Blickwinkel der Kamera etwas verschoben, wären allerdings Riesenansammlungen klobiger Plattenbauten der sozialistischen Machart der 70er Jahre ins Bild gekommen. Weiter draußen in Prag können halt manchmal Schön- und Hässlichkeit nahe beieinander liegen. Schöne Dorfkerne von Beton umzingelt! Meist siegt aber doch schnell das Schöne!

img_3323Geht man nämlich den Botič flussaufwärts entlang, landet man schnell in schöner Natur. Der kleine Nebenfluss der Moldau, der sich im inneren Stadtgebiet in Beton eingefasst in die Moldau verliert, schlängelt sich hier so romantisch durch die Landschaft, dass das Gebiet den Namen „Mäander“ trägt.

Geht man weiter, landet man an einem Stausee, der sich schön in die Landschaft einpasst. Man begegnet vielen Ausflüglern, wobei kaum ausländische Touristen darunter sind. Ein typisches Naherholungsgebiet für die einheimischen Prager also. Im Sommer ist der Stausee Hostivař (Hostivařská přehrada) ein wohlorganisiertes Badeparadies mit allem drum und  dran – Bootsverleih, FKK-Strand, Erfrischungsverkauf und so weiter.

img_3331Jetzt ist Winter und der See ist dick zugefroren. Das Badeparadies wird zum Wintersportparadies. Überall sieht man Skilangläufer auf den Wegen. Auf dem Eis wird massenhaft Schlittschuh gelaufen. Einige Gruppen haben Schneeschaufeln mitgebracht. Damit tragen sie auf Spielfeldgröße den Neuschnee ab, um Eishockey zu spielen. Das ist ganz klar der große Volkssport, von dem es sogar heißt, er sei hierzulande populärer als Fußball. Und, so muss man annehmen, das massenhafte Basistraining auf dem See erklärt vielleicht ein wenig, warum die Tschechen international in dieser Sportart seit Jahrzehnten immer so gut dastehen.

Die mäandernde Botič und der Stausee – nur einen kleinen Spaziergang von der Plattenstadt entfernt – sind eben zu jeder Jahreszeit ein Grund, einmal nach Hostivař hinauszufahren. (DD)

4 Gedanken zu “Von der Platte ins Bad (oder zum Eishockey)

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